Jahresbericht 2025
Auch im Jahr 2025 hat sich die IHK Nord Westfalen wieder am Energiewende-Barometer der DIHK beteiligt. Bundesweit nahmen etwa 3600 Unternehmen an der Umfrage teil – darunter 110 Mitgliedsunternehmen der IHK Nord Westfalen.
Branchenbericht Industrie
Im Jahr 2025 lag der Fokus im Bereich Energie und Umwelt weiterhin auf den Themen Wasserstoff, Batterieforschung und Kreislaufwirtschaft. Diese wurden begleitet durch umfassende Aktivitäten im Bereich Interessenvertretung auf regionaler, sowie Landes-, Bundes- und EU-Ebene, Projekte und die strategische Zusammenarbeit mit den Niederlanden.
Energie
Der Themenbereich Energie umfasst die Themen Wasserstoff und Batterieforschung, befasst sich aber auch auf politischer Ebene mit den Themen Strompreise und Strompreisgestaltung sowie Energieversorgung, Energieinfrastruktur und Energiesicherheit. Durch den weiterhin anhaltenden Krieg in der Ukraine befasst sich die IHK Nord Westfalen bereits seit geraumer Zeit vor allem auch mit dem Thema der wettbewerbsfähigen Energiepreise.
Wasserstoff
H2 Working Group
Am 3. November 2025 trat die H₂ Working Group im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zusammen. Vertreten waren Akteure aus Landes- und Regionalverwaltung, Wirtschaftsförderung, Kammern, Wissenschaft, Kommunen, Gewerkschaften sowie Netz- und Infrastrukturbetreiber. Ziel des Treffens war eine strategische Einordnung des Wasserstoffhochlaufs vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage und jüngster politischer Bewertungen.
Regierungspräsident Andreas Bothe und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel betonten, dass Deutschland vor erheblichen Standortproblemen steht: stagnierende Wirtschaftsleistung, Stellenabbau in der Industrie, hohe Energiepreise und zunehmende geopolitische Unsicherheiten. Wasserstoff bleibe dennoch eine strategische Zukunftstechnologie. Positiv hervorgehoben wurden der planmäßige Ausbau des H₂-Kernnetzes sowie die gute Resonanz auf regionale Positionspapiere, deren Forderungen teils in Koalitionsvertrag und Wasserstoffbeschleunigungsgesetz eingeflossen sind.
Ein Impuls der Bezirksregierung Münster stellte die Ergebnisse des Monitoringberichts zur Energiewende sowie den Sonderbericht des Bundesrechnungshofs vor. Beide Analysen zeigen erhebliche Diskrepanzen zwischen politischen Zielsetzungen und realer Marktentwicklung. Während langfristig von einem deutlich steigenden Strom- und Wasserstoffbedarf auszugehen ist, bleiben Nachfrage, Elektrolysekapazitäten und Wirtschaftlichkeit weit hinter den Zielpfaden zurück. Insbesondere die fehlende Wettbewerbsfähigkeit von grünem und blauem Wasserstoff birgt das Risiko einer dauerhaften Subventionsabhängigkeit und einer kostenintensiven Überdimensionierung der Infrastruktur. Empfohlen wurden ein belastbares Zielbild, eine stärkere Fokussierung auf nachfrageseitig zahlungsbereite Sektoren sowie eine engere Abstimmung von Netz-, Erzeugungs- und Förderplanung.
Der Impuls von NOWEGA unterstrich die Notwendigkeit funktionierender Anfangslieferketten, klarer administrativer Zuständigkeiten und marktnaher Anreize zur Aktivierung erster Abnehmer. Regionale Studien und Projektvorstellungen belegten zugleich die infrastrukturellen Standortvorteile der Region, insbesondere im Bereich der Pipeline- und Speicherinfrastruktur, machten jedoch auch die hohe Förderabhängigkeit aktueller Geschäftsmodelle deutlich.
Im Resümee verständigte sich das Gremium darauf, Wasserstoff weiterhin als integralen Bestandteil des Energiesystems zu positionieren, ein regionales Zielbild zu entwickeln, Leuchtturmprojekte systematisch zu bündeln und zu kommunizieren sowie die Kooperation mit Niedersachsen und den Niederlanden zu intensivieren. Die Working Group bleibt bestehen; das nächste Treffen findet im Rahmen der TECH.LAND Xperience am 12. März 2026 in Münster statt.
TECH.LAND: Wasserstoff Cluster
Die östlichen Niederlande und die Region Nord-Westfalen kooperieren im TECH.LAND- Programm grenzüberschreitend in verschiedenen Clustern. Ziel ist ein transnationales Technologie-Ökosystem, das deutsche und niederländische Unternehmen bei Technologiefragen unterstützt mit vereinfachtem Zugang zu EU-Fördermitteln, internationalen Fachkräften und Start-Ups sowie neuen Wirtschafts- und Wissenschaftskontakten. Im Energiebereich engagiert sich die die IHK Nord Westfalen u.a. im Cluster Wasserstoff. Zum einen wurde mit den TECH.LAND-Partnerorganisationen und beteiligten Unternehmen ein gemeinsamer EU-Förderantrag im Rahmen der Clean Hydrogen Partnership als Hydrogen Valley (H2EART) mit einem Fördervolumen von 20 Millionen Euro über sechs Jahre gestellt. Zum anderen nahm das Wasserstoff-Cluster als Aussteller auf der Wasserstoffmesse World Hydrogen Summit in Rotterdam teil, um die TECH.LAND-Projekte und Aktivitäten zu präsentieren.
H2 Roadshow NRW
Die IHK NRW hat zentrale Erkenntnisse der „H₂ Roadshow NRW – Wo stehen wir 2025?“ veröffentlicht. Vorausgegangen waren drei Veranstaltungen, die unter der Federführung von Herrn Dr. Eckhard Göske (IHK Nord Westfalen) u.a. in Münster organisiert wurden.
Die Roadshow machte deutlich, dass die Wirtschaft bereit ist, den Wandel aktiv mitzugestalten. Technische Fortschritte, beispielsweise bei innovativen Brennern, ermöglichen flexible Mischungsverhältnisse von Erdgas und Wasserstoff. Das kann den Einstieg in der Übergangsphase erleichtern. Hohe Energiepreise und Unsicherheit bei der Umsetzung bremsen jedoch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in große Projekte, die den Wandel vorantreiben würden. Für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft braucht NRW den zügigen Ausbau der Leitungs- und Speicherinfrastruktur. Während Großverbraucher auf das geplante Kernnetz angewiesen sind, könnten in der Fläche dezentrale Lösungen die Zeit bis zum Ausbau der Verteilnetze überbrücken.
Auch internationale Kooperationen, etwa mit Partnerländern wie Spanien oder Belgien, rücken stärker in den Fokus. Da NRW aufgrund seiner natürlichen Gegebenheiten nicht über ausreichend erneuerbare Energien verfügt, werden Importe unverzichtbar. Nur so kann die Versorgung langfristig verlässlich und wettbewerbsfähig gestaltet werden.
Energiewendebarometer 2025
Auch wenn der Barometerwert bundesweit mit minus 8,3 besser ist als der zweitschlechteste Wert der Geschichte aus dem vergangenen Jahr mit minus 20, bleiben speziell in der Industrie Skepsis, Verärgerung und eine abwartende Haltung bestehen. Auf die übergeordnete Fragestellung, wie sich die Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens auswirkt, antworteten 42,9 Prozent der befragten Betriebe in Nord-Westfalen mit negativ oder sehr negativ. Die Bewertung in der Region fällt damit schlechter aus als in gesamt NRW mit 36,9 Prozent und 36 Prozent auf Bundesebene. Allerdings ist eine leichte Verbesserung zu erkennen zu 45,5 Prozent im Vorjahr.
Gerade die Industrieunternehmen in Nord-Westfalen schätzen die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit mit 61,4 Prozent als negativ oder sehr negativ ein. Als größte Hindernisse für die eigenen Transformationsbemühungen auf dem Weg zur Klimaneutralität wurden an erster Stelle fehlende Information bzw. Planbarkeit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik angegeben (74,1 Prozent), gefolgt von zu viel Bürokratie (67,2 Prozent) und langsamen Planungs- und Genehmigungsverfahren (53,4 Prozent).
Die gestiegenen oder gleich hoch bleibenden Energiepreise bedeuten für 70,7 Prozent der teilnehmenden Industrieunternehmen einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und für 43,1 Prozent eine Zurückstellung von Investitionen in Kernprozesse. 35,2 Prozent der Unternehmen gaben gestiegene Strompreise an – 38,2 Prozent gestiegene Preise für Gas, Fernwärme und Heizöl.
Konkrete Forderungen wurden seitens der Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Dienstleistung und Handel geäußert:
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Steuern und Abgaben auf den Strompreis sollten weiter gesenkt werden.
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Wirtschaftlichkeit, Freiwilligkeit und Technologieoffenheit sollten die Leitprinzipien für Energieeffizienzmaßnahmen sein.
Plan B-Studie der DIHK
Die IHK Nord Westfalen hat die DIHK bei der Erstellung der Plan B-Studie zur Energiewende unterstützt. Hintergrund der Studie ist, dass die Energiewende zu immer höheren und immer weniger tragbaren Kosten führt. Volkswirtschaftlich entsteht so eine kostentreibende Kombination aus steigenden Energiepreisen, strukturellen Wettbewerbsnachteilen und rückläufiger Wertschöpfung. Das betrifft auch die Region Nord-Westfalen, in der branchenübergreifend Unternehmen negativ betroffen sind. Für die chemische Industrie oder die Lebensmittelindustrie können weiter steigende Kosten existenzbedrohend sein. In anderen Branchen wie im Maschinen- und Anlagenbau steigt die Verlagerungsgefahr und selbst für nicht energieintensive Unternehmen drohen ein Substanzabbau und steigende Inlandsrisiken für die Wertschöpfung. Deshalb muss die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Energiewende sichergestellt werden.
Energie Scouts Nord-Westfalen
Energie- und Ressourceneffizienz sind für viele Betriebe entscheidende Themen. Die IHK Nord Westfalen hat das Programm Energie Scouts Nord-Westfalen mit Unterstützung der Initiative In|du|strie und des Unternehmensnetzwerk Klimaschutz – eine IHK-Plattform – auch im Jahr 2025 durchgeführt.
In den Workshops haben die jungen Erwachsenen, die ihre Ausbildung in Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Bezirk der IHK Nord Westfalen machen, Grundlagen aus den Bereichen Energie- und Ressourceneffizienz sowie Kommunikation und Präsentation gelernt. In der Praxisphase werden die Effizienzprojekte in den Unternehmen identifiziert, geplant und umgesetzt. Neben der zu erwartenden Energie- oder Ressourcenersparnis werden unter anderem auch die CO2-Einsparung in Tonnen, die Investitionskosten, die Amortisationsdauer und die Präsentation der Projekte bewertet.
Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Februar 2025 stellten die Gruppen (30 Auszubildende aus 12 Unternehmen) die Projektergebnisse einer Fachjury und Vertretern und Vertreterinnen aus den Betrieben vor. Das Siegerteam der Windmöller & Hölscher Academy GmbH aus Lengerich nahm an einem bundesweiten Wettbewerb der DIHK und des Unternehmensnetzwerk Klimaschutz in Berlin teil.
In den Workshops haben die jungen Erwachsenen, die ihre Ausbildung in Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Bezirk der IHK Nord Westfalen machen, Grundlagen aus den Bereichen Energie- und Ressourceneffizienz sowie Kommunikation und Präsentation gelernt. In der Praxisphase werden die Effizienzprojekte in den Unternehmen identifiziert, geplant und umgesetzt. Neben der zu erwartenden Energie- oder Ressourcenersparnis werden unter anderem auch die CO2-Einsparung in Tonnen, die Investitionskosten, die Amortisationsdauer und die Präsentation der Projekte bewertet.
Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Februar 2025 stellten die Gruppen (30 Auszubildende aus 12 Unternehmen) die Projektergebnisse einer Fachjury und Vertretern und Vertreterinnen aus den Betrieben vor. Das Siegerteam der Windmöller & Hölscher Academy GmbH aus Lengerich nahm an einem bundesweiten Wettbewerb der DIHK und des Unternehmensnetzwerk Klimaschutz in Berlin teil.
Die Workshops zum aktuell laufenden Durchgang 2025/2026 wurden im November und Dezember 2025 durchgeführt. Ende März 2026 werden die Projekte der Fachjury präsentiert.
Industrie-Newsletter
In einem monatlichen Newsletter informiert die IHK Nord Westfalen über aktuelle gesetzliche Änderungen, über regionale Termine und beteiligt Ihre Mitgliedsunternehmen bei Konsultationen im Rahmen der politischen Interessenvertretung. Der Newsletter behandelt die Themen Innovation, Digitalisierung, Energie und Umwelt (zur Anmeldung).
Kommunale Wärmeplanung
Als Träger öffentlicher Belange gibt die IHK Nord Westfalen Stellungnahmen zu den Wärmeplanungen einzelner Kommunen ab, um die Interessen Ihrer Mitgliedsunternehmen bei dem wichtigen Vorhaben der kommunalen Wärmplanung zu vertreten.
Wärme ist für viele Unternehmen in Industrie, Handel und auch im Dienstleistungssektor ein entscheidender Inputfaktor. Viele Betriebe sind auf eine leitungsgebundene Wärmeversorgung angewiesen, können aber auch als Wärmeproduzenten zur Versorgung beitragen. Bei der Wärmeversorgung sind die Unternehmen auf eine langfristig gesicherte Versorgung zu wettbewerblichen und kalkulierbaren Preisen angewiesen. Bei der leitungsgebundenen Wärmeversorgung sollten zudem Anschluss- und Benutzungszwänge ausgeschlossen werden.
Neben allgemeinen Aspekten enthalten die Stellungnahmen auch jeweils konkrete, auf die einzelne Kommunen bezogene Forderungen und Hinweise.
Batterieforschung
Der Ausbau der Batterieforschung, vor allem in Münster, wurde durch politische und internationale Aktivitäten unterstützt. So wurde vor allem über politische Stellungnahmen und in bilateralen Gesprächen mit politischen Interessensvertretern die Relevanz der Batterieforschung für den Standort Münster unterstützt.
MOMO-C
Das Projekt MOMO-C (Mobile Modular Charger) ist in diesem Jahr gestartet und wird von der Fraunhofer-Forschungsfertigung Batteriezelle FFB geleitet. Die IHK übernimmt im Projekt die Öffentlichkeitsarbeit. Ziel von MOMO-C sind die Entwicklung und der Bau einer mobilen, modularen und batteriegestützten Ladelösung für elektrifizierte Großanwendungen wie Flugzeuge, Busse oder LKW. Herzstück des Projekts ist ein Demonstrator, mit dem im Rahmen eines Proof of Concept unter anderem ein elektrisches Flugzeug geladen werden soll. Darüber hinaus werden Produktions- und Markteintrittsstrategien erarbeitet und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Euregio gestärkt, um zukunftsrelevante Lade- und Batterietechnologien nachhaltig voranzubringen.
Umwelt & Kreislaufwirtschaft
Die IHK Nord Westfalen befasst sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Kreislaufwirtschaft bzw. Circular Economy. Zum Engagement gehören die Unterstützung der Unternehmerinitiative „Circular Performer“, die Aktivitäten rund um den Circular Economy Hotspot und digitalen Produktpass sowie die Projekte und Programme Circular Performer Emscher-Lippe, Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland und das TECH.LAND-Cluster Circular Economy. Zusätzlich zu den Projekten wurde für Auszubildende ein Fortbildungsprogramm „Circularity Scouts“ entwickelt, welches im Jahr 2025 gestartet ist.
Circularity Scouts
2025 wurden bei der IHK Nord Westfalen erstmals die „Circularity Scouts“ als neues Workshop Format im Bereich Kreislaufwirtschaft durchgeführt. Insgesamt nahmen elf Unternehmen mit 28 Auszubildenden an dem sechsteiligen Programm teil. An jeweils einem Workshoptag pro Monat erwarben die Teilnehmenden Grundlagenwissen zur Kreislaufwirtschaft, R-Strategien, Einblicke in relevante Regulatorik, Kenntnisse zum Digitalen Produktpass sowie Kompetenzen in Kommunikation, Projektplanung und der Anwendung zirkulärer Geschäftsansätze im Unternehmenskontext.
Zwischen den Terminen entwickelten die Auszubildenden eigenständig praxisnahe Projekte in ihren Betrieben und setzten erste Maßnahmen zur Verbesserung von Ressourceneffizienz und Zirkularität um. Den Abschluss bildete eine Pitch-Veranstaltung, in der die Projektteams ihre Ergebnisse vor einer Fachjury präsentierten. Die Initiative Industrie stiftete Preise für die drei überzeugendsten Projekte und unterstrich damit die Bedeutung des Engagements junger Fachkräfte für eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft.
Das Feedback der teilnehmenden Unternehmen fiel sehr positiv aus; insbesondere wurden der hohe Praxisbezug, der Mehrwert für die betriebliche Nachhaltigkeitsstrategie und die Stärkung der Zukunftskompetenzen der Auszubildenden hervorgehoben. Aufgrund der großen Nachfrage ist der Durchgang der Circularity Scouts für 2026 bereits ausgebucht.
Circular Performer Emscher-Lippe
Das Projekt Circular Performer Emscher-Lippe hat es sich zum Ziel gesetzt, die zirkuläre Transformation der Emscher-Lippe-Region zu fördern. Als Grundlage dient der „Triple Zero“-Ansatz des European Green Deal aus „Zero Carbon“, „Zero Waste“ und „Zero Pollution“. Unternehmerische Aktionspläne und Leitprojekte werden in spezifischen Stoffströmen (Metalle, Kunststoffe und Bioökonomie) sowie in Querschnittsthemen wie Bauwirtschaft oder „Digitaler Produktpass“ eng begleitet. Die IHK Nord Westfalen betreut dabei die Fachgruppen „Kunststoffe“ sowie „Indikatorik & Digitaler Produktpass“. Die Fachgruppen haben im Projektverlauf mehrere Netzwerktreffen durchgeführt, an denen interessierte Unternehmen aus der Region sowie Akteure aus Wissenschaft und Forschung teilgenommen haben. Ein weiterer Höhepunkt war die Jahresveranstaltung, bei der sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung über praxisnahe Ansätze und den Stand der zirkulären Transformation austauschten.
Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland
Die Projektinitiative Kreislaufwirtschaftsregion Münsterland | Kompetenznetzwerk stärkt die Region durch die Bündelung bestehender Kompetenzen, die Vernetzung relevanter Akteure und den systematischen Aufbau eines umfassenden Kompetenznetzwerks. Ziel ist es, Unternehmen zu befähigen, nachhaltige und zirkuläre Geschäftsmodelle zu etablieren. Gleichzeitig werden bereits engagierte Unternehmen sichtbar gemacht, um das Thema in der Öffentlichkeit zu verankern und Innovationsimpulse zu setzen. Den inhaltlichen Rahmen bilden Workshopformate und Netzwerktreffen zu den Schwerpunkten Kunststoff, Maschinenbau, Batterie, mineralische Baustoffe und biogene Reststoffe. In diesen Formaten werden Bedarfe und Herausforderungen der Unternehmen identifiziert, Kooperationen initiiert und konkrete Lösungsansätze entwickelt. Im Jahr 2025 haben an den 13 Fokusgruppentreffen insgesamt 256 Personen teilgenommen.
Abfallberatung und Erfahrungsaustausch Umwelt
Als hoheitliche Aufgabe bietet die IHK Nord Westfalen Abfallberatung für Ihre Mitgliedsunternehmen an. Themen sind hier unter anderem das Verpackungsgesetz, das Elektro- und Elektronikgerätegesetz oder des Einwegkunststofffondsgesetzes.
In dem Arbeitskreis Erfahrungsaustausch Umwelt, der von der IHK Nord Westfalen organisiert wird, tauschen sich Verantwortliche aus den Bereichen Umwelt, Entsorgung und Arbeitssicherheit über aktuelle Themen aus. Ein Betriebsbesuch in einem Mitgliedsunternehmen ist fester Bestandteil der Erfa-Umwelt Gruppe. Interessierte Umwelt- und Entsorgungsbeauftragte sind herzlich willkommen.
Sicherheit & Verteidigung
Sicherheit mit der Wirtschaft
Die internationale Sicherheitslage verändert auch für Unternehmen in Nord-Westfalen die Rahmenbedingungen. Risiken wie Cyberangriffe, Spionage und Sabotage drohen. Sicherheit und Verteidigung können aber auch ein neues Geschäftsfeld sein.
Die sicherheitspolitische Lage in Deutschland hat sich seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine grundlegend verändert. Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz sprach in diesem Kontext von einer „Zeitenwende“. Auch wenn Deutschland aktuell nicht unmittelbar in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt ist, leben wir längst nicht mehr in einem Zustand des Friedens, wie wir ihn jahrzehntelang kannten.
Lesen Sie hier den Artikel zu Sicherheit mit der Wirtschaft aus der Septemberausgabe des IHK-Wirtschaftsspiegels.
IHK-Netzwerk „Sicherheits- und Verteidigungsindustrie Nord-Westfalen“
Das neu eingerichtete Netzwerk „Sicherheits- und Verteidigungsindustrie Nord-Westfalen“ soll gezielt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Bundeswehr und Verwaltung stärken. Ziel ist es, gemeinsame Projekte und Innovationen zu fördern sowie die technologische Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Resilienz der Region weiter auszubauen. Die Netzwerkmitglieder profitieren von einem kostenfreien Angebot aus Webinaren, individueller Beratung, Netzwerkveranstaltungen und thematischen Unternehmerreisen. Die Anmeldung zum Netzwerk ist auch im Jahr 2026 weiter möglich.
Vernetzung von Wirtschaft und Verteidigung
Münster/Bochum/Essen. – Wie sich Wirtschaft und Verteidigung stärker miteinander vernetzen lassen, stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Fachveranstaltung der IHK Nord Westfalen, der IHK zu Essen und der IHK Mittleres Ruhrgebiet in Bochum. Über 70 Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Praxisnahe Einblicke gaben Götz Witzel (WIMCOM GmbH), Experte für Business-to-Military und Offizier der Reserve, sowie Thomas Goldschmidt, Leitender Regierungsdirektor beim Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Münster. Die Veranstaltung unterstrich das wachsende Interesse der regionalen Wirtschaft an sicherheits- und verteidigungsrelevanten Fragestellungen.
Austausch zur zivil-militärischen Zusammenarbeit
Auch der direkte Austausch mit der Bundeswehr stand im Fokus der IHK-Aktivitäten im Bereich Sicherheit und Verteidigung. Beim Gespräch mit Brigadegeneral Jens Arlt, Deputy Chief of Staff Operation and Training im I. Deutsch-Niederländischen Corps standen die Themen Kooperation zwischen Wirtschaft und Bundeswehr, Fragen der Resilienz sowie Perspektiven der zivil-militärischen Zusammenarbeit im Fokus. Der Dialog unterstreicht die Bedeutung eines engen und kontinuierlichen Austauschs zwischen militärischen und wirtschaftlichen Akteuren in der Region.
Initiative „In|du|strie – Gemeinsam. Zukunft. Leben.“
Azubi Tech Weeks
Unser etabliertes Format wurde dieses Jahr wieder erfolgreich in Bocholt an der Westfälischen Hochschule durchgeführt. Es wurden dieses Mal sehr kreative Ideen von den Azubis eigenständig kreiert und umgesetzt. Von einem Weihnachtspunsch-Becherhalter über ein Teerondell für die Ausbildungsleiterin bis hin zu einer sehr dekorativen und professionell designten LED-Lampe. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben wie immer mehr mitgenommen als nur das fachliche Wissen. Mehr zu den Azubi Tech Weeks bei Youtube.
Social Days der Industrie
Wie bereits in den vergangenen Jahren konnte die Initiative In|du|strie auch in diesem Jahr wieder ihr soziales Engagement für das Gemeinwohl im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region zeigen. An neun Social Days haben über 354 Auszubildende aus ganz Nord-Westfalen bewiesen, welchen positiven Beitrag die Industrie leisten kann. In neunzig Projekten wie zum Beispiel Gartenarbeit in einem Hospiz, neue Zäune setzen in einem Jugendheim, bauen von Bänken für einen öffentlichen Barfußweg im Stadtpark oder oder ein Gemeinschaftsspieletag mit Senioren, zeigen die Vielfältigkeit der Tätigkeiten. Und sie verdeutlichen, dass die Industrie als Teil der Gesellschaft soziale und regionale Verantwortung übernimmt. Zudem ist dieses Format auch eine gute Gelegenheit für Unternehmen, um für neue Fachkräfte oder Azubis auf sich aufmerksam zu machen. Mehr zu den Social Days der Industrie bei Youtube.
Meet and Match
Dieses Jahr war es unser zweites Mal in Präsenz im Hotel Mövenpick Münster. Die Veranstaltung Meet and Match fand im Juni 2025 statt, mit Rekordzahlen an teilnehmenden Studis. Mit 115 Anmeldungen von Studierenden und 24 teilnehmenden Unternehmen war dieses Jahr ein voller Erfolg. In Kooperation mit der FH Münster und dem Münsterland e.V. konnten wir wieder Studierende mit unterschiedlichsten Unternehmensvertretern zusammenführen und für ein kommunikatives Netzwerktreffen sorgen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zeigten großes Interesse – der direkte Austausch war intensiv und führte zu vielversprechenden neuen Kontakten und potenziellen Kooperationsmöglichkeiten. Mehr zu Meet and Match bei Youtube.
Sommerfest der Industrie
Dieses Jahr durften wir Prof. Manuel Rupprecht als Keynote-Speaker begrüßen. Sein Vortrag „Zeitenwende in der Weltwirtschaft und das Geschäftsmodell Deutschlands“ bot nicht nur einen klaren Blick auf die aktuellen globalen Entwicklungen, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Diese Veranstaltung ist ein Muss für jeden Industrieunternehmer: gemeinschaftlich Themen diskutieren, mit politischen Vertretern ins Gespräch kommen oder einfach mal wieder bekannte Gesichter wiedersehen. Mehr zum Sommerfest der Industrie bei Youtube.
Weitere Highlights
Unser bisher größtes Sponsoring von 21.600 Euro ging dieses Jahr an sieben ZDIs in Form von 56 Lego-Robotik-Sets und Bee-Bots-Sets. Diese kommen jetzt in Schulen und ZDI-Schülerlaboren zum Einsatz. Ziel ist es, jungen Menschen die Welt der Robotik und Programmierung näher zu bringen und sie für MINT-Fächer, zu denen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gehören, zu begeistern.
Einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten erhalten Sie auf unseren Social-Media-Kanälen sowie auch auf unserer Webseite.
