ICE/IC-Angebot verbessern

Schienenverkehr

Das Angebot im Schienenpersonenfernverkehr (ICE und IC) im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region entspricht in Teilen nicht den Anforderungen und Entwicklungspotenzialen der Region.

Fernverkehr

Daher steht die IHK seit vielen Jahren in einem engen und kontinuierlichen Austausch mit dem Angebotsmanagement der Deutschen Bahn (DB) Fernverkehr. Gemeinsam mit der DB wird seitdem mit Erfolg an einer kontinuierlichen Verbesserung der Angebote gearbeitet. Auf der Strecke Hamburg – Münster – Rhein/Ruhrwurde das IC-Zugmaterial etwa durch neuere ICE-Züge ersetzt und es wurden kontinuierlich zusätzliche Verbindungen auf dieser bedeutenden Nord-West-Achse in das Fahrplanangebot aufgenommen. Daneben wuchs auch das Angebot des Wettbewerbers Flixtrain auf dem Streckenabschnitt, was die Konnektivität der Standorte Münster und Gelsenkirchen zusätzlich stärkt.

Streckenabschnitt Münster-Lünen

Eine Herausforderung auf der Relation Hamburg – Münster – Rhein/Ruhr ergibt sich weiterhin aus dem nur eingleisigen Streckenabschnitt Münster - Dortmund. Regelmäßige Störungen im Betriebsablauf und daraus resultierende Zugverspätungen sind die Folge. Mit der Unterzeichnung der Planungs- und Finanzierungsvereinbarung durch Land, Bund und DB im Dezember 2024 wurden die Weichen für den zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Werne und Münster-Amelsbüren gelegt.

S-Bahn Münsterland

Seit 2019 plant der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) mit der „S-Bahn Münsterland“ den schrittweisen Ausbau des Schienenverkehrs in der Region. Der Hauptbahnhof Münster soll dabei zum zentralen Knotenpunkt werden. Von dort sollen künftig neun S-Bahn-Linien in verschiedene Richtungen verkehren, unter anderem nach Dortmund über Werne, nach Dülmen und weiter ins Ruhrgebiet, nach Coesfeld, Gronau und Enschede sowie nach Rheine, Osnabrück, Bielefeld, Hamm und über die reaktivierte Strecke der Westfälischen Landeseisenbahn nach Sendenhorst.
Durch dichtere Takte, zusätzliche Haltepunkte und neue Verbindungen soll die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Gewerbestandorten und Bildungseinrichtungen im Münsterland und dem nördlichen Ruhrgebiet deutlich verbessert werden. Gleichzeitig leistet die S-Bahn Münsterland einen Beitrag zur Bewältigung des wachsenden Pendleraufkommens und zur Entlastung der Straßeninfrastruktur. Auf vielen Strecken ist künftig mindestens ein Halbstundentakt vorgesehen, auf zentralen Abschnitten sogar Taktverdichtungen bis hin zum 15MinutenTakt. Darüber hinaus soll das Angebot durch den Einsatz moderner Batteriezüge auf nicht elektrifizierten Strecken künftig vollständig emissionsfrei betrieben werden.

Forderungen der Wirtschaft

  • Zweigleisiger Ausbau der Strecke Münster – Lünen (-Dortmund)
  • Mehr umsteigefreie Direktverbindungen zwischen Münster und Berlin, möglichst im Zweistundentakt
  • Aufstockung der bestehenden einzelnen ICE-Verbindungen von Münster über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln-Rhein/Main nach Frankfurt/Süddeutschland
  • Verbesserte Integration von Recklinghausen und Gelsenkirchen in den ICE/IC-Verkehr der Deutschen Bahn
  • Reaktivierung der Schienenstrecke Münster-Sendenhorst der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE)
  • Zügige schrittweise Umsetzung der S-Bahn Münsterland mit Verlängerung in das nördliche Ruhrgebiet
    Karte mit der Bahnstrecke von Münster bis Lünen.