Öffentliche Fördermittel

Zuschüsse für Beratung

Beratungsprogramm Wirtschaft NRW

Die Industrie- und Handelskammern in NRW haben als Anlaufstelle für die Beratungsprogramme des Landes NRW die Aufgabe übernommen, Sie über das Beratungsprogramm Wirtschaft  (BPW) zu informieren und Ihnen bei der Antragsabwicklung unbürokratisch und schnell behilflich zu sein.
Das BPW besteht seit dem 1. Oktober 2007 nur noch aus der Gründungsberatung. Diese beinhaltet die Beratung zur Entwicklung, Prüfung und Umsetzung von Gründungskonzepten vor der Realisierung (Vorgründungsphase).  Es werden natürliche Personen gefördert, die eine Existenz gründen oder sich als tätiger Gesellschafter mit mindestens 50 Prozent an einem bestehenden Unternehmen beteiligen möchten. 
Der Zuschuss durch das Programm beträgt 50 Prozent eines Tagewerksatzes des Beraters, maximal jedoch 400 Euro je Tagewerk. Es können auch halbe Tagewerke beantragt werden. Bei Personen, die ALG II beziehen, kann der Zuschuss für Gründungsberatungen auf 80 Prozent erhöht werden (maximal jedoch 400 Euro je Tagewerk). Dies gilt auch für Hochschulabsolventen sowie Berufsrückkehrende, sofern eine vergleichbare Einkommenslage nachgewiesen werden kann. 
Innerhalb von zwölf Monaten ab erster Antragstellung können insgesamt bis zu vier Tagewerke für Beratungen zu Neugründungen und Beteiligungen sowie bis zu sechs Tagewerke für Beratungen zu Betriebsübernahmen gefördert werden.
Die Antragstellung erfolgt bei einem Kontaktgespräch bei der Anlaufstelle (hier IHK), an dem Antragsteller/-in und Berater/-in teilnehmen. Grundlage des Antrages bildet das schriftliche Beratungsangebot.

Förderung unternehmerischen Know-hows (BMWI/BAFA)

Mit Beginn des Jahres 2016 wurde die bundesweite Beratungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) neu ausgerichtet und vereinheitlicht.
Die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ fasst die bisherigen Programme „Förderung unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatung“, „Gründercoaching Deutschland“, „Turn-Around Beratung“ und „Runder Tisch“ zusammen. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Gefördert werden für Jung- und Bestandsunternehmen allgemeine Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung sowie zusätzlich spezielle Beratungen die strukturellen Ungleichheiten begegnen:
  • Jungunternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind
    Bemessungsgrundlage je Beratungsart: 4.000 Euro Nettoberaterhonorar, Zuschuss 50 Prozent
  • Bestandsunternehmen, ab dem dritten Jahr nach der Gründung 
    Bemessungsgrundlage je Beratungsart: 3.000 Euro Nettoberaterhonorar, Zuschuss 50 Prozent
  • Unternehmen in Schwierigkeiten, unabhängig vom Unternehmensalter
    Unternehmenssicherungsberatung sowie zusätzliche Folgeberatungen möglich 
    Bemessungsgrundlage je Beratungsart: 3.000 Euro Nettoberaterhonorar, Zuschuss 90 Prozent
Alle Unternehmen können bis zur Ausschöpfung der jeweiligen Bemessungsgrundlage pro Beratungsschwerpunkt mehrere Anträge auf Förderung stellen. Die jeweilige Fördermaßnahme muss als Einzelberatung durchgeführt werden, Seminare oder Workshops werden nicht berücksichtigt.
Die Antragstellung erfolgt online über die BAFA-Antragsplattform. Antragsteller und Zuwendungsempfänger ist das Unternehmen. Eine der eingeschalteten Leitstellen prüft den Antrag vor und informiert den Antragstellenden über das Ergebnis. Erst nach Erhalt dieses Informationsschreibens darf mit der Beratung begonnen und ein Beratungsvertrag unterschrieben werden. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.
Zur Beachtung: Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten müssen vor der Antragstellung ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner ihrer Wahl führen. Zwischen Gespräch und Antragstellung dürfen nicht mehr als drei Monate liegen.
Das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Potenzialberatung

Zielgruppe: Unternehmen nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit  
Die Landesregierung unterstützt Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten, um im Wettbewerb langfristig bestehen zu können. Auszubildende zählen nicht dazu. Für das bewährte Förderinstrument der Potenzialberatung gelten neue Förderbedingungen.
Voraussetzungen zur Förderung einer Potenzialberatung:
  • Förderberechtigt sind bestehende Unternehmen 
Bezuschusst werden
  • 50 Prozent des anrechnungsfähigen netto Beratungshonorars – maximal 500 Euro pro Beratertagewerk.
  • Ein bis zehn Tagewerke, die in zwei möglichen Schritten in Anspruch genommen werden können. 
Themenbereiche:´
  • Arbeitsorganisation (Strukturen/Prozesse, Arbeitszeit, interne/externe Kommunikation und Kooperation)
  • Kompetenzentwicklung (insbesondere Personalentwicklung, Qualifizierung, Stärkung der Ausbildungsfähigkeit)´
  • Demographischer Wandel (insbesondere Wissensmanagement, altersgerechte Arbeitsorganisation, Arbeitszeit)
  • Digitalisierung (insbesondere Gestaltung von Arbeit und Technik, Partizipation)
  • Gesundheit (insbesondere Einführung eines nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagements, Work-Life-Balance)
Für eine Potentialberatung können Unternehmen ihren Berater frei wählen. 

Förderprogramm „go-digital“

Das Programm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, die eigene Digitalisierung auf fünf Feldern voranzutreiben: die IT-Sicherheit, digitale Markterschließung, digitalisierte Geschäftsprozesse, Datenkompetenz und Digitalisierungsstrategie. Praxiswirksam bietet das Programm Beratungsleistungen, um mit den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Onlinehandel, Digitalisierung des Geschäftsalltags und dem steigenden Sicherheitsbedarf bei der digitalen Vernetzung Schritt zu halten. Autorisierte Beratungsunternehmen übernehmen die Antragstellung für die Förderung. Sie sind nicht nur für die Antragstellung und die Beratungsleistung selbst zuständig, sondern auch für die Abrechnung und die Verwendungsnachweisprüfung.
Kriterien für zu fördernde Unternehmen:
Gefördert werden Beratungsleistungen in einem ausgewählten Hauptmodul mit gegebenenfalls erforderlichen Nebenmodulen mit einem Fördersatz von 50 Prozent auf einen maximalen Beratertagesatz von 1.100 Euro. Der Förderumfang beträgt maximal 30 Tage in einem Zeitraum von einem halben Jahr. Weitere Details finden Sie  hier.

unternehmensWert:Mensch

Zielgruppe: Unternehmen, die älter als zwei Jahre sind
Gut beraten in die Zukunft, Demografischer Wandel, krankheitsbedingte Engpässe oder Nachwuchsmangel – die personellen Anforderungen an Unternehmen sind vielfältig, die Bindung von Fachkräften ist eine branchenübergreifende Herausforderung. Kleinen Unternehmen fehlen jedoch oft die Ressourcen, um diese Herausforderungen anzugehen.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen bei der Entwicklung moderner Personalstrategien zu unterstützen. In NRW werden dazu kleine Unternehmen bezuschusst, die personellen Anforderungen ihres Betriebes mit professioneller Beratung aufzudecken und maßgeschneiderte personalpolitische Lösungen zu entwickeln.

Voraussetzungen:

Förderberechtigt sind in NRW kleine Unternehmen mit mindestens einem (Vollzeit) und weniger als zehn Beschäftigten, die mindestens seit zwei Jahren bestehen.
Förderfähig sind bis zu 80 Prozent der Kosten der Prozessberatung. Die Förderung wird als Zuschuss nach Abrechnung gewährt. Die Beratung kann maximal zwölf Tage dauern und maximal 1.000 Euro je Beratungstag kosten.

Beratungsthemen:

Die Beratung orientiert sich vornehmlich an den vier Handlungsfeldern moderner Personalpolitik: die Personalführung den veränderten Betriebsabläufen anpassen, mehr Chancengleichheit und Vielfalt im Unternehmen durchsetzen, mehr für die Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter tun oder an Strategien zur kontinuierlichen Kompetenz- und Wissensvermittlung arbeiten.
Weitere Informationen bei den nachgenannten Erstberatungsstellen: 

unternehmensWert:Mensch plus

„Innovationen erproben“

Um den digitalen Umbruch in der Arbeitswelt als Chance zu nutzen, benötigen Unternehmen neue Konzepte und nachhaltige Strategien. Hier setzt der neue Programmzweig  unternehmensWert:Mensch plus  (uWM +) an.
Das „Arbeiten 4.0“-Förderprogramm des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstützt Unternehmen (KMU) im Rahmen einer professionellen, geförderten Unternehmensberatung dabei, sich fit für die Digitalisierung zu machen, innovative Konzepte für die Arbeit in der digitalen Transformation zu erproben und so individuelle und passgenaue Lösungen zu gestalten.

Was wird gefördert?

Es werden Beratungen gefördert, die personalpolitische und arbeitsorganisatorische Erneuerungsprozesse unterstützen, die im Zusammenhang mit konkreten digitalen Veränderungen im Betrieb stehen und unter Beteiligung der Beschäftigten und auf Grundlage spezifischer Vorgaben zur methodischen Durchführung von sogenannten Lern- und Experimentierräumen durchgeführt werden.
Die Förderung umfasst bis zu zwölf Beratungstage, die Förderquote beträgt 80 Prozent.
Der Programmzweig “Gestärkt durch die Krise“ unterstützt Unternehmen dabei, eine widerstandsfähige und innovationsbereite Unternehmenskultur zu etablieren, um die Pandemie und deren Folgen gut und nachhaltig meistern zu können und auf weitere Krisen besser vorbereitet zu sein.
Der Programmzweig „Women in tech“ begleitet Unternehmen der IT- und Tech-Branche dabei, Frauen für die Branche zu gewinnen und sie langfristig im Betrieb zu halten. Ausschließlich in diesem Programmzweig können bis zu 15 Beratungstage gefördert werden.

Wer wird gefördert?

Förderberechtigt sind Unternehmen mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit und weniger als 250 Mitarbeitern, die mindestens zwei Jahre bestehen und deren Jahresumsatz weniger als 50 Millionen Euro (oder die Jahresbilanzsumme weniger als 43 Millionen Euro) beträgt.

Antragstellung und Beratungsablauf

Erster Schritt: Kontakt zu einer Erstberatungsstelle in Ihrer Nähe, um ein kostenfreies Erstberatungsgespräch zu vereinbaren. Hier wird geklärt, ob eine Förderung möglich ist. Die Erstberatungsstelle im Münsterland und die Erstberatungsstelle Emscher-Lippe unterstützen Sie umfassend auf dem Weg zu einem erfolgreichen Beratungsprozess.
Zweiter Schritt: Erfüllt das Unternehmen die Bedingungen, kann die Erstberatungsstelle einen Beratungsscheck ausstellen und das Unternehmen eine geförderte Prozessberatung initiieren.
Zur Beachtung: Prozessberatungen werden ausschließlich durch autorisierte Prozessberater durchgeführt, die eine Qualifizierung für  uWM +  haben.
Weitere Schritte: Die Prozessberatung erfolgt direkt vor Ort im Betrieb. Die Prozessberatung unterstützt Mitarbeitende und Geschäftsleitung dabei, in verschiedenen Arbeitsphasen Lösungswege für die konkreten betrieblichen Herausforderungen zu erarbeiten. Fehler sind erlaubt – Ausprobieren ist erwünscht! 
Weitere Informationen bei den nachgenannten Erstberatungsstellen: 

RWP-Beratungsprogramm

Zielgruppe: Unternehmen älter als fünf Jahre
Für die umfassende betriebswirtschaftliche, organisatorische und technische Beratung gewährt das Land NRW kleinen und mittleren Unternehmen einen anteiligen Zuschuss von bis zu 50 Prozent zu den Kosten für Beratungsleistungen. Die Unterstützung erfolgt in zwei Förderphasen mit jeweils maximal zehn Tagewerken. Die Bemessungsgrundlage liegt bei 1.500 Euro Tagessatz.
Antragsberechtigt sind kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft einschließlich Tourismusgewerbe, die sich nicht in Schwierigkeiten befinden und die ihre aktuelle Situation betriebswirtschaftlich analysieren lassen wollen. Anlässe können insbesondere sein: die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die Neuausrichtung der Finanzierungsstruktur, eine grundlegende Umstrukturierung, die notwendige Erschließung neuer Absatzmärkte, die geplante Übergabe des Unternehmens (Nachfolge), eine geplante vollständige oder teilweise Übernahme des Unternehmens durch eine Belegschaftsinitiative oder anderes Unternehmen oder Vorhaben im Zusammenhang mit der Gewährung von Landesbürgschaften und Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW sowie im Zusammenhang mit stillen Beteiligungen, für die das Land eine Garantie übernimmt.
Ausnahmsweise kommt eine Förderung innerhalb von fünf Jahren erneut in Betracht, wenn nachgewiesen werden kann, dass eine erneute Beratung aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Antrag stellende Unternehmen nötig ist.
Ausführliche Informationen hier.