Wirtschaftsstandort Niederbayern

Konjunkturelle Entwicklung in Niederbayern

Konjunktur auf einen Blick

  • Solide Geschäftslage
  • Erwartungen auf historischem Tief; Unsicherheiten und Ängste massiv gestiegen
  • Einzelhandel in der Krise: Inflation würgt privaten Konsum ab
  • Aufträge brechen weg
  • Konjunkturabsturz in allen Wirtschaftszweigen
  • Einbruch bei Exportabsichten
Im IHK-Konjunkturklimaindikator werden die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen verrechnet. Der Wert bildet die Stimmung in der Wirtschaft ab.

Aktuelle Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk Niederbayern

Die Stimmung in der niederbayerischen Wirtschaft ist am Tiefpunkt. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Lage und Erwartungen miteinander vereint, stürzt im Herbst von zuletzt 113 auf 88 Zähler ab. Grund für diesen massiven Einbruch sind historisch schlechte Geschäftserwartungen.
Im Gegensatz dazu laufen die Geschäfte zufriedenstellend, wenngleich die positiven Lageurteile gegenüber der Vorumfrage erneut zurückgingen. Während die Einzelhändler die sinkende Konsumlaune aufgrund der hohen Inflation bereits deutlich zu spüren bekommen, verhindern solide Zahlen im Tourismus und aus der Industrie einen stärkeren Rückgang. Unter dem Strich beurteilen 88 Prozent der niederbayerischen Betriebe ihre gegenwärtige Lage als gut oder befriedigend, 12 Prozent als schlecht.
Noch nie seit Beginn der IHK-Konjunkturerhebung im Jahr 1996 blicken die Betriebe so pessimistisch auf die kommenden Monate. Mehr als jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung seiner gegenwärtigen Lage. Eine Verbesserung erwartet nicht einmal jeder Zehnte. Der Rückgang zieht sich dabei durch alle Wirtschaftsbereiche.
Trotz zuletzt mehr Rationalisierungs- und Umweltschutzinvestitionen wird angesichts der düsteren Aussichten eine spürbare Investitionsbelebung ausbleiben. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Beschäftigungsabsichten.

Konjunkturentwicklung Herbst 2022

Risiken für wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen

Konjunktur_Risiken Herbst 2022 1
  
Die explodierenden Energiepreise, der Fachkräftemangel und die abgeschwächte Inlandsnachfrage sind die größten Risikofaktoren.
Die historisch schlechten Aussichten sind der letzte Warnschuss für die politischen Entscheidungsträger. Die Wirtschaft fordert schnelle und wirksame Maßnahmen in der Energiepolitik, die die Preisentwicklung abbremsen und die Versorgungssicherheit erhalten.
Aufgrund des demografischen Wandels bleibt der Fachkräftemangel bestehen. 62 Prozent der Betriebe können offene Stellen längerfristig nicht besetzen, wobei Personen mit Weiterbildungsabschlüssen wie Fachwirte oder Meister besonders schwer zu finden sind.