18.03.26

IHK Lippe zu Unternehmensinsolvenzen: Negativer Trend setzt sich fort

113 Unternehmen in Lippe haben laut dem Statistischen Landesamt IT.NRW beim Amtsgericht Detmold im Jahr 2025 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. „Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit setzt sich der negative Trend seit 2021 leider weiter fort“, beschreibt Svenja Jochens, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe), die Situation. Zuletzt habe sich die Stimmung in der Wirtschaft leicht aufgehellt, so Jochens. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten sorge nun aber für neue Unsicherheit: „Die höheren Energiekosten belasten die Unternehmen und schlagen zeitverzögert auf viele Endprodukte für Konsumentinnen und Konsumenten durch.
Bereits jetzt führen die hohen Preise an den Tankstellen dazu, dass Verbraucher weniger Geld im Einzelhandel, in der Gastronomie oder für Dienstleistungen ausgeben“, mahnt die Hauptgeschäftsführerin der IHK Lippe. Die meisten der 113 betrieblichen Insolvenzanträge in Lippe kommen aus dem Baugewerbe (23; Vorjahr: 23), gefolgt vom Wirtschaftsbereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von KFZ mit 18 Insolvenzfällen (Vorjahr: 24; -25 Prozent) sowie dem verarbeitenden Gewerbe mit einer unveränderten Anzahl von 16 Unternehmensinsolvenzen. Anstiege gab es im Gastgewerbe (14; Vorjahr 9; +56 Prozent) sowie bei Freiberuflern, wissenschaftlichen und technischen sowie sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (26, Vorjahr 16; +62 Prozent).
Neben den Unternehmen beantragten in Lippe 335 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens (Vorjahr: 275; +22 Prozent). Davon waren 62 ehemals Selbstständige betroffen (Vorjahr: 50; +24 Prozent). In den meisten der 243 Fälle handelte es sich allerdings um Verbraucherinsolvenzen (Vorjahr: 197; +23 Prozent). In NRW stiegen die Verbraucherinsolvenzverfahren im gleichen Zeitraum um 14 Prozent auf 19.777 an (Vorjahr: 17.285).
Die nordrhein-westfälischen Amtsgerichte haben im vergangenen Jahr insgesamt 6.502 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (+15 Prozent). Deutschlandweit waren es 24.064 Verfahren (+10 Prozent). Höher als 2025 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Bund zuletzt im Jahr 2014 gelegen. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 32 687 Fälle gestiegen.
Hinweis: Anträge auf Insolvenzverfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Der Insolvenzantrag selbst wurde meist rund drei Monate zuvor gestellt.