DIHK-Umfrage „Going International 2026“
Rekord bei Handelshemmnissen – USA werden zum Bremsklotz, Chancen in Indien und Lateinamerika
Ergebnisse Bundesweit
Die internationalen Geschäfte deutscher Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Neue Handelshemmnisse erschweren ihre internationalen Aktivitäten und bremsen ihre Geschäftsentwicklung: Mehr als zwei Drittel der auslandsaktiven Unternehmen (69 Prozent) spüren eine Zunahme – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Trotz einer leichten Stimmungsaufhellung bleiben die Geschäftserwartungen insgesamt im Minus. Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen DIHK-Umfrage „Going International 2026“, an der sich bundesweit 2.400 international aktive Unternehmen beteiligt haben. Die Befragung lief vom 2. bis zum 13. Februar 2026 und damit noch vor Beginn des Krieges im Nahen Osten.
„Der freie Welthandel bekommt immer tiefere Risse“, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Unsere Unternehmen stoßen weltweit auf mehr Zölle, mehr Auflagen, mehr Unsicherheit. Das bremst Wachstum und kostet Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt ganz aktuell der Krieg im Iran mit seinen Auswirkungen auf den internationalen Handel: Containerhandel und Luftfracht werden dadurch zusätzlich erheblich teurer.“
Die ausführlichen Ergebnisse der bundesweiten Umfrage finden Sie auf der Homepage der Deutschen Industrie- und Handelskammer:
Ergebnisse auf NRW-Ebene
NRW-Wirtschaft: Wesentliche Ergebnisse
- Geschäftsperspektiven leicht verbessert:
Dennoch rechnen weltweit nur 16 Prozent der Unternehmen mit besseren Auslandsgeschäften, 23 Prozent erwarten eine Verschlechterung.
- Handelshemmnisse auf Rekordniveau:
Knapp drei Viertel berichten von einer Zunahme weltweiter Hürden, vor allem bei Zöllen, Zertifizierungs- und Sicherheits-anforderungen, verschärften Exportkontrollregelungen und intransparenter Gesetzgebung.
- Hürden in Deutschland und Europa steigen weiter:
87 Prozent der Unternehmen kämpfen mit deutscher und europäischer Bürokratie, besonders bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung, bei EU-Verpackungsregeln, Bürokratie durch Ausfuhrbehörden und Umsetzung von CBAM und EUDR.
- US-Handelspolitik belastet enorm:
Knapp 85 Prozent der Unternehmen beklagen negative Auswirkungen auf ihr internationales Geschäft. Hauptursachen sind u. a. handelspolitische Unsicherheiten, erhöhte Zollkosten und Bürokratiezuwachs.
- Verhaltene Einschätzung des EU-Mercosur-Abkommens:
Die Vorteile des noch nicht in Kraft getretenen Abkommens sind für 52 Prozent der Unternehmen noch nicht ersichtlich. Unternehmen halten sich bei vorbereitenden Maßnahmen zunächst zurück.
