IHK-Vergleich: Stromnetzentgelte deutlich gesunken

Die Stromnetzentgelte sind 2026 bei allen sieben Netzbetreiber in Lippe deutlich gesunken, im Durchschnitt auf der Niederspannungsebene um 9,9 Prozent und auf der Mittelspannungsebene um 18,4 Prozent. Die Stromnetzentgelte und auch ihre Entwicklung gegenüber 2025 fallen aber je nach Netzbetreiber sehr unterschiedlich aus. Das zeigt ein aktueller Vergleich der Entgelte für verschiedene Abnahmefälle auf Niederspannungs- bzw. Mittelspannungsebene in Lippe und benachbarten Verteilnetzgebieten.

Vergleich Niederspannungsebene

Karte Netzentgelte Strom 2026 Niederspannung

Günstigster Verteilnetzbetreiber in Lippe auf der Niederspannungsebene, die vor allem für kleinere Gewerbebetriebe relevant ist, ist in diesem Jahr die Westfalen Weser Netz GmbH (-11,6 Prozent). Im Durchschnitt von drei betrachteten Abnahmefällen zahlen Unternehmen hier 8,38 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für den Netzbetrieb, beim teuersten Netzbetreiber sind es 10,23 Cent/kWh (-6,1 Prozent).
Entwicklung Netzentgelte Strom Niederspannung 2026

Vergleich Mittelspannungsebene

Karte Netzentgelte Strom 2026 Mittelspannung
Auf der Mittelspannungsebene sind die Stadtwerke Lemgo, bezogen auf die vier betrachteten Abnahmefälle mit 4,95 Cent/kWh (-19,5 Prozent) am günstigen. Beim teuersten Verteilnetzbetreiber kostet die Netznutzung 6,73 Cent/kWh (-13,4 Prozent).
Entwicklung Netzentgelte Strom Mittelspannung 2026
Im Vergleich der umliegenden Netzgebiete sind die Stadtwerke Lippstadt auf der Niederspannungsebene (7,05 Cent/kWh) und auf der Mittelspannungsebene (4,35 Cent/kWh) am günstigsten.

Entgeltentwicklung bei den Übertragungsnetzbetreibern

Die Netzentgelte für Strom beinhalten i.d.R. neben dem Arbeits- und Leistungspreis für die Netznutzung auch Kosten für Messstellenbetrieb, Messung und Abrechnung. Auch die vorgelagerten Kosten für das Übertragungsnetz fließen hier ein.
Ein wesentlicher Grund für die reduzierten Netzentgelte ist der Zuschuss der Bundesregierung zu den Übertragungsnetzentgelten in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Der Zuschuss verteilt sich aber sehr ungleichmäßig auf die einzelnen Netzbetreiber. Insbesondere Netzbetreiber, die viel Strom aus dem Übertragungsnetz beziehen, profitieren vom Zuschuss. Netzbetreiber, die im eigenen Netzgebiet über einen hohen Anteil erneuerbarer Energien verfügen und Strom vor allem auf der Mittelspannungsebene beschaffen, sind schlechter gestellt.

Wer legt die Netzentgelte fest?

Die Netznutzungsentgelte können von den Netzbetreibern nicht frei festgelegt werden. Sie werden in einem komplexen Verfahren durch die Bundesnetzagentur genehmigt. Die Höhe der Netzentgelte ist ortsgebunden und hängt von vielen Faktoren wie Anschlussdichte, Erneuerungsbedarf des Stromnetzes, Versorgungsqualität und Effizienz des Netzbetreibers ab.
Basis für den Vergleich: Dem Vergleich der IHK Lippe liegen die Durchschnittswerte für vier Verbrauchsfälle auf Mittelspannungsebene und für drei Abnahmefälle auf Niederspannungsebene zugrunde. Die einzelnen Verbrauchsfälle unterscheiden sich in der Leistung, Strommenge und Benutzungsstunden. Mittelspannungsnetze werden üblicherweise mit elektrischen Spannungen von 10 bis 30 Kilovolt und Niederspannungsnetze bei 250 bis 1000 Volt betrieben.