Haushalt und Finanzen

Jahresabschluss

Die Vollversammlung der IHK Lahn-Dill hat in ihrer Sitzung vom 17. November 2025 den Jahresabschluss 2024 festgestellt und Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 erteilt.
Der Jahresabschluss ist von der unabhängigen Rechnungsprüfungsstelle für Industrie- und Handelskammern geprüft worden. Die Rechnungsprüfungsstelle hat der Buchführung des Geschäftsjahres 2024, dem Jahresabschluss zum 31.12.2024 nebst Anhang sowie dem Lagebericht und der Wirtschaftsführung der IHK Lahn-Dill für das Geschäftsjahr 2024 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024

I. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Entwicklung der Gesamtwirtschaft der Region
Das Konjunkturklima in der heimischen Wirtschaft schürte zunächst Hoffnung und verbesserte sich zum Jahresanfang 2024.
Die Kurve zum konjunkturellen Geschäftsklima, gebildet aus der Einschätzung von Lage und Erwartung, verbesserte sich von 82 Punkten im Herbst 2023 auf 88 Punkte zum Jahresanfang 2024. Die damit angedeutete positive Entwicklung der heimischen Wirtschaft kehrte sich allerdings im Verlauf des Jahres wieder in eine negative Ausrichtung und blieb somit hinter den zu Jahresbeginn gehegten Erwartungen zurück. Nach wie vor lasteten verschiedene Risiken und ein unsicheres wirtschaftspolitisches Umfeld auf der konjunkturellen Entwicklung. Vor allem die Sorge um eine nachlassende Inlandsnachfrage, Handlungsbedarf mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Belastung durch hohe Energie- und Rohstoffkosten sind hier zu benennen. Im Herbst 2024 rutschte die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage per Saldo erstmals seit 4 Jahren in den negativen Bereich. Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens identifizierten im Herbst 2024 mit 66 Prozent der Nennungen die meisten Befragten eine nachlassende Inlandsnachfrage, noch vor den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (61 Prozent) und 54 Prozent, die der Entwicklung der Arbeitskosten kritisch gegenüberstehen. Auch der Fachkräftemangel bleibt im Herbst 2024 (48 Prozent) als Risiko im Fokus der Unternehmensleitungen.
Der Klimaindex der heimischen Wirtschaft fiel nach kurz angedeuteter aufwärtsweisender Ausrichtung über 90 Indexpunkte im Sommer 2024 auf 79 Punkte im Herbst 2024 zurück. Auf Hessenebene erreicht zum Herbst 2024 der Klimaindex 90 Punkte, nach 96 Indexpunkten im Sommer 2024.
Das Jahr 2024 begann die heimische Konjunktur mit einem zur Herbstumfrage 2023 um 7 Prozentpunkte verbesserten Saldo zur Wirtschaftslage und legte somit, noch im positiven Bereich, leicht zu. Die Beurteilung zur aktuellen Lage setzte somit in ihrem Verlauf den im Frühsommer 2022 begonnenen Zick-Zack-Kurs fort. In der Umfrage zu Jahresbeginn 2024 schätzten ihre aktuelle Lage 30 Prozent der Befragten als gut ein, 21 Prozent der Befragten, entsprechend der vorherigen Herbstumfrage, waren mit ihrer Lage unzufrieden.
Die Lagebeurteilung im Herbst 2024 realisierte die Erwartungsbekundungen vorangegangener Umfragen. Der Saldo aus gut bzw. schlecht Antworten rutschte mit einem Wert von gerundet minus 12 Prozent erstmals seit Herbst 2020 wieder in den negativen Bereich. Zu Jahresbeginn hatte sich der Saldo zur Wirtschaftslage um 7 Prozentpunkte verbessert und schuf Hoffnung auf den Beginn eines Erholungskurses. In der Umfrage zum Herbst 2024 schätzten ihre aktuelle Lage 18 Prozent der Befragten als gut ein. Im Mai 2024 waren dies noch 24 Prozent. 29 Prozent der Befragten, somit 7 Prozentpunkte mehr als im Sommer, sind mit ihrer Lage unzufrieden.
Nachdem noch zum Sommer die Hoffnung auf Stabilisierung in der Wirtschaft keimte, realisierte das Stimmungsbild im Herbst die Erwartungen und bremste jedweden Optimismus ein.
Nach wie vor lasteten verschiedene Risiken und ein unsicheres wirtschaftspolitisches Umfeld auf der konjunkturellen Entwicklung. Dies bremste vor allem die Investitionsbereitschaft unserer regional ansässigen Unternehmen deutlich ein. Mit den geopolitischen Spannungen, insbesondere durch die Kriegswirren in der Ukraine und im Nahost-Konflikt sowie die zunehmend schwierigen Handelsbeziehungen zu den wichtigen Handelspartnern USA und China, findet die Nennung der weltwirtschaftlichen Bürden scheinbar kein Ende. Dies trifft die deutsche, stark exportorientierte, Wirtschaft mit besonderer Härte. Unsere export- starke und industriedominierte Wirtschaft, insbesondere die energieintensiven Industriezweige, suchen nach Unterstützung hinsichtlich der Festigung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Im Fokus stehen die hohen Energiepreise und der konjunkturelle Aufschwung in anderen großen Volkswirtschaften.
Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten im Bezirk der IHK Lahn-Dill setzten im Jahr 2024 etwa 8,7 Mrd. Euro um. Somit lagen die Umsätze um 5,2 % unter dem Vorjahresniveau. Die Umsatzzahlen der heimischen Industrie lagen damit etwas über dem hessischen Durchschnitt: Der Gesamtumsatz auf Hessenebene gab im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent nach und betrug 121,6 Milliarden Euro. Bundesweit gaben die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2024 um 3,8 Prozent, auf 2.149 Milliarden Euro, nach. Die Inlandsnachfrage lag 2024 um etwa 9,2 % unter dem Vorjahresergebnis und erreichte ein Volumen von rund 4,8 Mrd. Euro (Hessen: -5,4 %, Bund: -4,8 %). Die Umsätze mit ausländischen Geschäftspartnern nahmen um 0,3 % zu und erreichten wiederum rund 3,9 Mrd. Euro (Hessen: -6,1 %, Bund: -2,8 %). Die Exportquote, der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, lag bei 45,0 %.
Die Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe des IHK-Bezirks hielt im Jahr 2024 nahezu das Niveau des Vorjahres. 32.527 Menschen waren 2024 in der Industrie an Lahn und Dill beschäftigt und damit 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Hessenebene lag der Jahresdurchschnitt mit 344.431 Beschäftigten um 1,4 % unter dem Vorjahresniveau, auf Bundesebene mit 5,6 Millionen Beschäftigten 0,4 % unter dem Vorjahreswert.
Insgesamt waren zum 30.06.2024 im IHK-Bezirk sozialversicherungspflichtig beschäftigt 121.236 Mitarbeiter zu verzeichnen (gerundet -0,4 % Veränderung zum Vorjahr). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen im IHK-Bezirk Lahn-Dill belief sich im Dezember 2024 auf 5,6 % und lag damit weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt (6,0 %).
Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote entwickelte sich von 2013 bis 2019 sehr positiv, bis im Jahr 2020 ein Anstieg stattfand. Nach diesem Anstieg reduzierte sich die Arbeitslosigkeit in der Kammerregion Lahn-Dill. Im Jahr 2021 wies der Wert 4,8 % auf und lag damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Jahr 2018. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote konnte sich im Jahr 2022 weiter verbessern und einen Wert von 4,5 % erreichen. Nach der Steigerung auf eine Arbeitslosenquote von 5,4 % im Jahr 2023 stieg diese im Jahr 2024 auf 5,7 %. Der vergleichbare Hessenwert im Jahr 2024 betrug 5,5 % und auf Bundesebene 6,0 %.
Das Jahr 2024 war im Bereich der Aus- und Weiterbildung einerseits durch die verschiedenen, parallelen Krisen bestimmt sowie zusätzlich durch den Mangel an geeigneten Interessenten für die duale Ausbildung sowie die berufliche Weiterbildung.
So sank die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zum 31.12.2024 leicht ab, auf 1.118 (Vorjahr: 1.163 ). Die Gesamtzahl der registrierten Auszubildenden lag bei 3.121 (Vorjahr: 3.081). Damit blieb die Zahl der Neueintragungen 2024 erneut hinter dem Wert von 2019 zurück.
Hierfür gab es auch 2024 unverändert drei Hauptursachen: Die weit verbreitete Verunsicherung unter den Jugendlichen und ihrer Eltern, auf Grund der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskrieges sowie der nun zusätzlich hohen Inflation, zweitens die Corona-bedingt ausgefallenen Angebote zur Berufsorientierung und abgesagte Betriebspraktika in den Jahren 2020 und 2021 sowie drittens die weiterhin rückläufige Zahl an Schulabgängern – auf Grund der demographischen Entwicklung – von der inzwischen auch die Hochschulen deutlich betroffen sind. Seit Mitte 2024 verstärkte sich zusätzlich die konjunkturelle Eintrübung, insbesondere in der bei uns stark vertretenen Industrie - ganz besonders im Bereich Automotive. So dass bei einigen Betrieben ein deutlicher Auftragsrückgang auf einen Anstieg von Verrentungen langjähriger Fachkräfte traf, bei gleichzeitig weniger Bewerbungen für die Ausbildung. Im Ergebnis erfolgte in diesen Fällen eine Anpassung an die schwache Auftragslage durch mehr Renteneintritte und die Aufnahme von weniger neuen Azubis in die Ausbildung. Diese Entwicklung aber wird sich in wenigen Jahren massiv in unserer Region bemerkbar machen, wenn die Konjunktur und die Aufträge - erwartbar - wieder ansteigen werden und uns die jetzt teils vorzeitig verrenteten Fachkräfte und die nicht ausgebildeten Nachwuchskräfte schmerzlich fehlen werden.
Erfreulich war dagegen das große Interesse von Eltern, Schülern und Lehrkräften an den drei in der Region durchgeführten Bildungsmessen. Auch die Betriebe boten wieder mehr Orientierungs- und Berufswahlpraktika an, beispielsweise im Rahmen der landesweiten Initiative "Praktikumswochen", organisiert von Seiten der Betriebe, der Schulen, der IHKs, des Handwerks sowie der Landesregierung.
Im Bereich der Weiterbildung konnten wir und andere Anbieter Interessenten und Teilnehmern von Seminaren und Lehrgängen in der Region mit nochmals mehr Flexibilität und unterschiedlichsten Bildungsangeboten begegnen und eine große Bandbreite an Qualifizierungsoptionen bieten. Leider führten die oben beschriebenen, realen Rahmenbedingungen sowie die allgemein gedrückte Grundstimmung auch hier zu einer ausgeprägten Zurückhaltung, insbesondere von Seiten der Betriebe.
Gleichwohl wurden auch 2024 viele Lehrgänge und Prüfungen für angehende Ausbilder von der IHK Lahn-Dill erfolgreich durchgeführt. Insbesondere die Zahl der erfolgreich abgelegten Ausbilder-Prüfungen erreichte mit über 230 einen seit über 25 Jahren nicht erreichten Höchststand.
Ein großer Erfolg war auch 2024 wieder die Ehrung der über 50 regionalen Ausbildungsbesten, darunter erneut 6 Landesbeste und auch wieder ein Bundesbester.
Zur regionalen Konkretisierung des gesetzlich bestimmten Aufgabenspektrums (§ 1 IHKG) hat die 2019 gewählte Vollversammlung die Leitziele „bündeln, bilden, beraten“ definiert, die den Rahmen für das operative Geschäft der IHK vorgeben. Übergeordnetes Ziel der IHK-Arbeit ist es demnach, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Wirtschaftsregion zu stärken. 2022 wurden folgende Schwerpunktthemen durch die Vollversammlung beschlossen und auch in 2024 vom Hauptamt umgesetzt:
  1. Cybersicherheit
  2. Klimaschutz durch Technologie
  3. Fachkräftenachwuchs
Um eine langfristige Wirkung zu erzielen, werden die Schwerpunktthemen bewusst über einen mehrjährigen Zeitraum verfolgt und nicht jährlich verändert. Einen besonderen Stellenwert nimmt nach dem Präsidentenwechsel im Jahr 2022 und dem Wechsel in der Hauptgeschäftsführung zum 01. Januar 2023 die Neuausrichtung der IHK nach außen und innen ein. Die IHK soll nach Vorstellungen der Vollversammlung mehr Gehör bei relevanten Zielgruppen (z.B. in der Politik / bei Unternehmen) finden und im Sinne der Wirtschaft Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen. Dafür muss die IHK für die Zielgruppen relevant sein.
Weiter umgesetzt wurden exemplarisch die folgenden wesentlichen Punkte:
  1. die IHK Lahn-Dill über unterschiedliche Kommunikationskanäle als Sprachrohr der regionalen Wirtschaft etablieren und
  2. die Reichweite erhöhen, indem bei der Zielgruppe „Mitgliedsunternehmen“ auch die Zielgruppe „Belegschaft“ ins Visier genommen wird (bei über 21.000 Mitgliedsunternehmen sind das geschätzt 75.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kammerbezirk).
  3. die IHK als relevanten Partner im Netzwerk positionieren
  4. die Wirtschaft erklären.
Um die Funktionsweise der Wirtschaft in der Öffentlichkeit zu erklären, stehen inzwischen unterschiedliche Kommunikationskanäle zur Verfügung, die zum Teil einem Relaunch unterzogen, oder komplett neu eingeführt wurden:
  • Magazin LahnDill Wirtschaft
  • Social Media - Homepage
  • Firmenbesuche
  • Pressemitteilungen und –anfragen
Nach größeren Sparmaßnahmen sowie der Reduzierung der Personalkapazitäten in Vorjahren, konzentrierten sich die Aktivitäten der IHK im Wesentlichen auf die gesetzlichen Kernaufgaben.
Die Themen Pandemiebekämpfung und ihre Folgen, die Digitalisierung, die Herausforderungen des Klimawandels sowie der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und dessen Folgen sowie eine volatile geopolitische Lage haben massive Auswirkungen auf den Transformationsprozess der Wirtschaft. Bei diesen Themen geht es um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Wirtschaft. Dafür sind für die Zukunft schnelle Gegenmaßnahmen zu treffen.
Ergänzend zu den Themenschwerpunkten war die IHK Lahn-Dill mit einem großen Bündel weiterer aufeinander abgestimmter Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaft aktiv. Für viele Unternehmen war die IHK auch im Jahr 2024 kompetenter Ansprechpartner, Berater und Helfer. Die vielfältigen Aktivitäten wurden offensiv über verschiedene Kanäle kommuniziert, und selbst während der Vollversammlungssitzungen wurden aktuelle Informationen an die Mitglieder der Vollversammlungen verschickt. Gerade kleinen Mitgliedsunternehmen konnten individuelle Beratungsleistungen angeboten werden. Hinzu kam der regelmäßige Austausch mit der Politik sowie den regionalen Institutionen, wie z.B. Regierungspräsidium und andere, um die Interessen der Unternehmen zu vertreten und um bürokratische Prozesse zu beschleunigen.
Das Programm für Vortrags- und Informationsveranstaltungen musste aufgrund der reduzierten Mitarbeiterzahl zum Teil drastisch reduziert werden. Diese Entwicklung konnte in 2024 wieder umgekehrt werden. Es gilt aber dies weiterhin im Blick zu halten und in den Folgejahren auch vor dem Hintergrund der anstehenden altersbedingten Fluktuation wieder auszugleichen, um die IHK vollumfänglich arbeitsfähig zu machen.
Das Jahr 2024 wurde ausgeglichen geplant. Durch höhere Einnahmen im Bereich der IHK Beiträge (+1.111 T€), sowie geringere Ausgaben, insbesondere auch im Bereich der Personalaufwendungen (- 406 T€) und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (- 1.211 T€) konnte ein positives Jahresergebnis in Höhe von 616 T€ erzielt werden. Unter Berücksichtigung der Rücklagenentnahmen und -einstellungen beläuft sich das Ergebnis auf 5.470 T€.

II Vermögens- Finanz-, Ertragsentwicklung und -lage

Die Bilanzsumme erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um 608 T€ auf 17.151 T€.
Das Sachanlagevermögen erhöhte sich um 225 T€, da die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen (488 T€) die Abschreibungen (282 T€) und Abgänge (1 T€) überkompensieren konnten.
Das Umlaufvermögen wird mit 4.050 T€ insbesondere durch gestiegene Forderungen (+ 255 T€) über dem Vorjahreswert ausgewiesen. Die Finanzmittel sind leicht gegenüber dem Vorjahr gesunken (- 26 T€).
Die Abnahme der flüssigen Mittel um 26 T€ ergibt sich aus der Cash-Flow-Rechnung.
Die Eigenkapitalquote beträgt 42,2%.
Unter Berücksichtigung der erfolgten Entnahme aus der Pensionszinsausgleichsrücklage von 82 T€, der Entnahme aus der Ausgleichsrücklage in Höhe von 368 T€ und des Ergebnisvortrages aus 2023 von 4.403 T€ beträgt das Ergebnis 5.470 T€.
Die Rückstellungen (8.869 T€) haben um 4,6 % oder 329 T€ gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Diese entfallen überwiegend auf Pensionsrückstellungen gemäß zu Grunde liegender versicherungsmathematischer Berechnung. In diesem Posten ist gem. Saldierungsgebot nach HGB ein bestandsmindernder Betrag von 1.346 T€ berücksichtigt.
Die Verbindlichkeiten haben um 59 % zugenommen. Zum Jahresende sind keine größeren Lieferungen und Leistungen mehr erfolgt. Die Verbindlichkeiten sind aufgrund der zum Jahresende eingegangenen Eingangsrechnungen im Folgejahr gestiegen.
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten haben sich um 222 T€ erhöht. Grund hierfür war im Wesentlichen der geänderte Gebührentarif und der damit geänderte Fakturierungszeitpunkt.
Wesentliche Anschaffungen betreffen den Erwerb neuer Möbel für den Saal in Dillenburg (64 T€), die Installation einer Photovoltaikanlage in der Geschäftsstelle Dillenburg (43 T€), den Einbau einer Klimaanlage (33 T€) sowie einer Wärmepumpe am Standort Wetzlar (184 T€) und die Installation einer E-Tankstelle/Wallbox (19 T).
Die Ausgleichsrücklage und die anderen zweckgebundenen Rücklagen sowie die Rückstellungen sind vollständig durch das Finanzanlagevermögen und kurzfristig liquidierbares Umlaufvermögen gedeckt.
Geldanlagen erfolgten grundsätzlich nur im Rahmen der von der IHK-Vollversammlung beschlossenen Richtlinie für Finanzanlagen. Die Anlage der Mittel wird so vorgenommen, dass die Liquidität jederzeit sichergestellt ist. Eine ordentliche Kassenwirtschaft ohne Inanspruchnahme von Krediten wird somit ermöglicht. Die konservative Finanzanlagestrategie wurde beibehalten.
Eine Risikoinventur wird zusammen mit den Wirtschaftsplänen umfassend und transparent an die Vollversammlung kommuniziert und zur Beschlussfassung vorgelegt.
Das Ergebnis 2024 beläuft sich auf 5.470 T€. Ein Nachtragswirtschaftsplan wurde für 2024 nicht aufgestellt.
Das im Vergleich zur Planung um rd. 2.719 T€ bessere Jahresergebnis ist im Wesentlichen durch folgende Sachverhalte begründet:
  • die überplanmäßigen Erträge im Bereich Beitrag von 1.111 T€ (18,5%) resultieren zur Hälfte aus Vorjahresabrechnungen und zur anderen Hälfte aus höheren Vorauszahlungen
  • die unterplanmäßigen Gebühren von – 38 T€ sind auf die geringeren Gebühren für Berufsausbildung zurückzuführen
  • die Erträge aus Entgelten weichen nur geringfügig von den geplanten Erträgen ab (- 9 T€)
  • der unterplanmäßiger Betriebsaufwand von rd. 1.872 T€ (20 %) entfällt größtenteils auf den sonstigen betrieblichen Aufwand (- 1.211 T€). Gründe hierfür sind geringere Aufwendungen bei den IT- Dienstleistungen (- 329 T€), geringere Aufwendungen für Marketing und Werbungskosten (-103 T€), unterplanmäßiger Aufwand für Instandhaltungskosten Gebäude (- 277 T€).
Neben dem unterplanmäßigen sonstigen betrieblichen Aufwand liegt ein unterplanmäßiger Aufwand bei den Gehältern von rd. 406 T€ (11,9 %) vor.
Gegenüber dem Vorjahr liegen die IHK-Beiträge mit rd. 678 T € über den Vorjahreswerten. Wesentlich begründet durch Endabrechnungen für Vorjahre ( 418 T€). Darüber hinaus gibt es keien Abweichungen bei den Gebührenerträgen und lediglich leichte Abweichungen bei den Entgelten (44 T€). Diese sind im Wesentlichen auf Erstattungen anderer Kammern für die Überstellung von Auszubildenden sowie auf höhere Einnahmen bei den Seminarentgelten zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen aufgrund geringerer Veränderungen bei den Rückstellungen unter Plan (- 387 T€). Insgesamt liegen die Betriebserträge 334 T€ über den Erträgen des Vorjahres.
Der Betriebsaufwand liegt rund 790 T€ über den Vorjahreswerten. Dies ist im Wesentlichen zurückzuführen auf höhere Aufwendungen für Roh- Hilfs-, und Betriebsstoffe (58 T€), hier im Besonderen auf die Prüfungsaufgaben (35 T€). Darüber hinaus lag der Personalaufwand rd. 397 T Euro über dem Vorjahr. Der größte Anteil entfällt auf höhere Gehaltszahlungen (158 T€) sowie höhere Veränderungen im Bereich der Rückstellungen für Pensionen (204 T€).
Der sonstige betriebliche Aufwand lag in 2024 um 347 T€ über dem Vorjahreswert. Wesentlicher Auslöser waren hier gestiegene Ausgaben für EDV-Dienstleistungen (140 T€), höhere Kosten für Telekommunikation und Netze (35 T€), gestiegene Kosten für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit (35 T€) sowie gestiegene Kosten für die Instandhaltung und Wartungsverträge (70 T€).
Das Betriebsergebnis ist positiv in Höhe von 528 T€.
Das Finanzergebnis fällt mit 95 T€ besser als geplant aus. Dem Zinsaufwand aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen (180 T€) stehen Erträge aus Finanzanlagen (109 T€) sowie sonstige Zinsen (165 T€) gegenüber.
Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses und der Steuern von 7 T€ wird das Jahresergebnis mit 616 T€ ausgewiesen.
Aus dem Jahresüberschuss (616 T€), dem Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (4.403 T€) und den Rücklagenentnahmen (451 T€) folgt ein positives Ergebnis in Höhe von 5.470 T€.

III Personalbericht

Die Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill beschäftigt zum Bilanzstichtag 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 6 befristet und 21 in Teilzeit. Das entspricht 48,2 Vollzeit-Äquivalenten. Die IHK bildet am Bilanzstichtag 4 Mitarbeiter/-innen aus.
Die IHK Lahn-Dill ist nicht tarifgebunden. Sie orientiert sich bei den Gehaltserhöhungen an den Tarifabschlüssen des TVöD (Bund). Seit dem Jahr 2012 besteht eine von der Vollversammlung beschlossene Verfahrensrichtlinie zur Gehaltsstruktur und -festsetzung, auch der Führungskräfte, die vom Präsidium regelmäßig überprüft wird.
Der Personalaufwand 2024 beträgt insgesamt 3.910 T€. Davon entfallen auf Gehälter (inkl. Ausbildungsvergütungen) rd. 3.010 T€, auf Sozialabgaben 900 T€. Im Jahr 2024 erfolgte eine Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 204 T€.
In 2024 wurde das Weiterbildungsbudget mit rd. 43 T€ unterplanmäßig in Anspruch genommen. Die Beschäftigten werden jedoch gezielt für bestehende und neue Aufgaben qualifiziert und geschult. Mitarbeitergespräche mit Leistungs-Feedback und Zielvereinbarungen zu Projekten sowie zur persönlichen Weiterentwicklung werden jährlich geführt. Es besteht ein definierter Prozess zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter.
Im IHK-Transparenzportal unter http://www.ihk.de/zahlen-und-fakten können weiterführende Informationen abgerufen werden, auch mit bundesweiten IHK-Vergleichszahlen.

IV Prognosebericht

Im Erfolgsplan 2025 werden nur leicht sinkende Beitragseinnahmen gegenüber dem Vorjahresplan erwartet (- 48 T€). Diese ergeben sich sowohl aus geringeren Vorauszahlungen (- 178T€) als auch aus höheren Endabrechnungen für Vorjahre (- 130 T€).
Die Gebühren werden ebenfalls steigend (+ 99 T€) gegenüber dem Vorjahresplan erwartet. Grund hierfür sind im Wesentlichen steigende Ausbildungszahlen, als auch steigende Teilnehmerzahlen an Weiterbildungsprüfungen und Unterrichtungen.
Die Personalaufwendungen sind mit 4.613 T€ um ca. 8 % über dem Vorjahresplan angesetzt. Grund hierfür ist im Wesentlichen die Tariferhöhung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie die Erhöhung der Personalkapazitäten im Rahmen des vorgelegten Personalentwicklungskonzeptes.
Der sonstige betriebliche Aufwand wird steigen. Im Wesentlichen ist dies aufgrund steigender Kosten im Bereich Leasinggebühren (+ 47 T€), höhere Marketing- und Bewirtungskosten (+ 48 T€), sowie Instandhaltungsaufwendungen für die Liegenschaften (+250 T€) begründet.
Im Finanzplan vorgesehene Investitionen betreffen im Wesentlichen den Bau von zwei E Ladesäulen (30 T€) in Dillenburg und Wetzlar, die Installation einer Zaunanlage in Dillenburg (15 T€), die Errichtung eines Lagerraums in Dillenburg (20 T€), Fahrradstellplätze mit Lademöglichkeit (15 T€) sowie den Einbau einer neueren energieeffizienteren Heizungsanlage in der Geschäftsstelle in Dillenburg (245 T€).
Das Jahresergebnis 2025 wurde mit 2.469 T€ negativ geplant. Zum aktuellen Zeitpunkt wird davon ausgegangen, dass das Jahresergebnis erreicht wird, da die Erträge sich derzeit planmäßig entwickeln. Im Bereich der Beiträge wird von einer leichten Planüberschreitung ausgegangen, wodurch eventuelle überplanmäßige Sanierungsaufwendungen für Gebäude ausgeglichen werden können.

V Chancen- und Risikobericht

Ein strukturelles Finanzrisiko resultiert aus dem Umstand, dass unverändert weniger als 1 % der Beitragszahler rd. 40% des Beitragsaufkommens aufbringen. Veränderungen in einzelnen Unternehmen können damit unmittelbar die Ertragssituation der IHK beeinflussen.
Die IHK Lahn-Dill prüft Ertragschancen durch die Ausweitung des Informations- und Weiterbildungsangebots.
Um auch in Zukunft alle hoheitlichen Aufgaben sowie die Interessenvertretung der heimischen Wirtschaft sowohl qualitativ als auch quantitativ abbilden zu können, muss die IHK sich zukunftsorientiert aufstellen. Hierzu ist neben zusätzlich zu schaffenden Stellen auch die Weiterbildung des bereits vorhandenen Personals zwingend erforderlich. Um dem Risiko des Fachkräftemangels begegnen zu können, wird die IHK ein entsprechendes Personalentwicklungskonzept erarbeiten und vakante Stellen aufgrund rentenbedingter Abgänge bereits frühzeitig durch neues Personal besetzen. Dies wird im Ergebnis einen Stellenaufbau mit sich bringen.
Als weitere zentrale Zukunftsaufgabe wird die Digitalisierung der IHK-Organisation auf Bundesebene und die dafür zu schaffenden Rahmenbedingungen in der IHK gesehen. Die hiermit verbundenen Kostensteigerungen sowie erforderlichen Personalkapazitäten müssen in den kommenden Jahren durch höher geplante Aufwendungen abgebildet werden. Die erfolgreiche Digitalisierung ist für die IHK-Organisation eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Leistungserbringung in der Zukunft. Insofern liegt darin natürlich auch eine große Chance für die IHK-Organisation und damit auch die einzelnen IHKs. Um diese Chance zu nutzen, müssen wir allerdings die infrastrukturellen Rahmenbedingungen schaffen, die mit dem von uns benannten Kosten- und Ressourcenaufwand verbunden sind.
Die Cyberattacke auf die IHK-GfI hat gezeigt, wie real das Risiko von gezielten und ungezielten Angriffen auf die IT-Infrastruktur der IHK-Organisation ist. Dementsprechend muss ein hoher eigener Sicherheitsstandard stets das sein, wonach die IHK Lahn-Dill strebt. Regelmäßige Sicherheitsupdates, IT-Prüfungen und Schulungen für Mitarbeitende für deren Sensibilisierung auf diesem Gebiet sind geeignete Maßnahmen, um einen solchen Standard zu gewährleisten und das Risiko eines Cyberangriffs zu senken. Die IHK wird sich zur Absicherung in 2025 gemäß der NIS2-Richtlinie und entsprechenden ISO-Standards zertifizieren lassen.
Als finanzielles Einzelrisiko sind weiterhin die aktuellen Auswirkungen der angespannten geopolitischen Situation sowie des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine auf Beiträge, Gebühren und Entgelte sowie den korrespondierenden Aufwendungen zu nennen. Bei den Beiträgen liegt das Risiko für das Geschäftsjahr 2025 in steigenden Zahlungsausfällen sowie in sinkenden Gewerbesteuervorauszahlungen. Durch die großen Unsicherheiten im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnten Unternehmen Fortbildungen und Ausbildungen zurückfahren. Damit besteht das Risiko, dass entsprechend weniger Dienstleistungen nachgefragt werden.

VI Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Beendigung des Geschäftsjahres 2024, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der IHK haben, sind nicht eingetreten.
Dillenburg, 28. August 2025
Dr. Felix Heusler
Präsident
Dietmar Persch
Hauptgeschfätsführer
Quellen:
1 Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill / Hessen
2 Hessisches Statistisches Landesamt
3 Bundesagentur für Arbeit / Statistik

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