Infrastruktur und Digitalisierung
Verkehrsinfrastruktur sichern
Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, verlässliche Lieferketten und Fachkräfteerreichbarkeit. Im ländlich geprägten Raum an Lahn und Dill sind Unternehmen, Beschäftigte und Bevölkerung in hohem Maß auf robuste Verkehrswege sowie praxistaugliche ÖPNV- und Radverkehrsangebote angewiesen.
SITUATION
Defizite in der Verkehrsinfrastruktur belasten die Standortqualität und die betriebliche Planbarkeit. Pendler- und Wirtschaftsverkehre sind im ländlichen Raum stark auf den motorisierten Individualverkehr angewiesen; zugleich sind ÖPNV sowie ergänzende Angebotsformen nicht flächendeckend ausreichend.
Bei zentralen Straßenverbindungen bestehen Engpässe bzw. fehlende Ausbauten (u. a. A 45, B 49 sowie B 253/B 62 mit Ortsdurchfahrten und fehlenden Umfahrungen).
Auch auf der Schiene bestehen Leistungsdefizite: Die Ruhr-Sieg-Strecke ist für den Schienengüterverkehr nur eingeschränkt nutzbar (u. a. fehlende KV-Tunnelprofile), die Verladestelle Breidenstein ist nur begrenzt nutzbar, und die Achse Frankfurt–Gießen–Marburg–Kassel erreicht nicht die erforderliche Leistungsfähigkeit.
AUFGABEN
Die IHK Lahn-Dill setzt sich für stabile und dauerhafte Investitionen in eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ein. Ziel ist es, Mobilität im Raum an Lahn und Dill zu sichern, Engpässe bei Straße und Schiene zügig zu beseitigen, Wirtschaftsstandorte besser anzubinden und verlässliche Alternativen im Pendlerverkehr zu stärken.
MASSNAHMEN
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Pendler- und Wirtschaftsverkehre im ländlichen Raum absichern: ÖPNV-Angebote im Raum an Lahn und Dill so weiterentwickeln, dass Arbeits- und Ausbildungsstandorte zuverlässig erreichbar sind – insbesondere durch bedarfsgerechte Taktung, abgestimmte Linienführungen und ergänzende On-Demand-Verkehre. Ziel ist eine tragfähige Alternative für Pendler, wo individuelle Mobilität allein nicht ausreicht, sowie eine bessere Anbindung von Gewerbegebieten und Unternehmensstandorten.
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Straßeninfrastruktur als Rückgrat der regionalen Wirtschaft leistungsfähig machen: Zentrale Straßenachsen mit hoher Bedeutung für Wirtschafts- und Pendlerverkehre prioritär ausbauen und fertigstellen. Dazu zählen insbesondere der durchgängige sechsspurige Ausbau der A 45 (inkl. Ersatzneubauten), der vierspurige Ausbau der B 49 (inkl. der vom Bund entschiedenen Tunnellösung bei Dalheim) sowie die B 253/B 62 mit notwendigen Ortsumgehungen und Kapazitätserweiterungen. Ziel ist die dauerhafte Sicherung von Leistungsfähigkeit, Umleitungsfähigkeit und Planbarkeit für Unternehmen.
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Schieneninfrastruktur für Güter- und Wirtschaftsverkehre ertüchtigen: Die Schiene als leistungsfähige Alternative zum Straßengüterverkehr gezielt stärken, indem auf der Ruhr-Sieg-Strecke das KV-Profil P/C 400 hergestellt und die Leistungsfähigkeit durch Blockverdichtung erhöht wird. Ergänzend ist die Realisierung des Railports Breidenstein als regionaler Umschlagpunkt voranzubringen. Die Achse Frankfurt–Gießen–Marburg–Kassel ist durch betriebliche und infrastrukturelle Maßnahmen so zu ertüchtigen, dass sie zuverlässig für Personen- und Güterverkehre nutzbar ist.
ERGEBNISSE
Leistungsfähige Verkehrsnetze und eine bessere Anbindung von Gewerbegebieten erhöhen die Standortattraktivität und die betriebliche Planbarkeit. Logistik- und Pendelzeiten werden reduziert, Lieferketten stabilisiert und die Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen verbessert – ein zentraler Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Die Wirtschaft fragt
Wie stellt die Politik sicher, dass die für den Raum an Lahn und Dill zentralen Vorhaben bei Straße, Schiene und ÖPNV priorisiert, ausreichend finanziert und beschleunigt umgesetzt werden, um die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts dauerhaft zu sichern?
Wie stellt die Politik sicher, dass die für den Raum an Lahn und Dill zentralen Vorhaben bei Straße, Schiene und ÖPNV priorisiert, ausreichend finanziert und beschleunigt umgesetzt werden, um die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts dauerhaft zu sichern?