Fachkräfte und Bildung
Ausbildung und duales Studium fördern
Trotz formaler Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung (nach DQR) dominiert gesellschaftlich das Leitbild des Studiums. Viele Eltern, Lehrkräfte und Schüler unterschätzen die Karrierechancen der dualen Berufsausbildung. Unternehmen verlieren dadurch jedes Jahr viele potenzielle Fachkräfte. Eine echte Gleichstellung beider Bildungswege ist nicht nur bildungspolitisch geboten, sondern auch wirtschaftlich notwendig, um nicht zuletzt dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen.
SITUATION
Der Fachkräftemangel in der Region Lahn-Dill nimmt zu. Viele Betriebe haben große Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. Gleichzeitig bevorzugen viele Schulabgänger ein Studium oder nehmen eine bezahlte, einfache Tätigkeit auf, ohne sich über die Karrieremöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit einer dualen Berufsausbildung oder eines dualen Studiums bewusst zu sein. Fehlende Praxiserfahrung und unzureichende berufliche Orientierung verstärken diesen Trend.
AUFGABEN
Die IHK Lahn-Dill setzt sich für die Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie des dualen Studiums ein – insbesondere im Bereich der Technik. Ziel ist es, das Bewusstsein und die Wertschätzung für diese Karrierewege zu verbessern, Bewerberzahlen für die Ausbildung zu erhöhen und Unternehmen bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze zu unterstützen.
MASSNAHMEN
- Frühzeitige Berufsorientierung verbessern: Verbindliche, kontinuierliche Praxistage für Schüler über einen längeren Zeitraum sowie gezielte Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrkräfte.
- Duale Ausbildung sichtbarer machen: Nachhaltige Kampagnen in Social Media, auf Außenwerbeflächen und in der Presse zur Aufklärung über Karrierechancen, Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit.
- Betriebe und Bewerber gezielter zusammenbringen: Online-Matching-Plattformen, Azubi-Speed-Datings, kontinuierliche Praktikumstage und Bildungsmessen in unterschiedlichen Formaten.
- Attraktivität des dualen Studiums steigern: Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen vertiefen, um insbesondere technische Studiengänge bekannter zu machen.
- Vernetzung von Unternehmen und Akteuren weiter ausbauen: Intensivierung der Zusammenarbeit mit Schulen, Arbeitsagenturen, Handwerk und Verbänden zur Stärkung der Berufsausbildung.
ERGEBNISSE
Mehr Schüler entscheiden sich bewusst für eine duale Berufsausbildung oder ein duales Studium. Unternehmen finden ausreichend viele qualifizierte Bewerber. Der Wirtschaftsstandort Lahn-Dill wird durch gut ausgebildete, leistungsorientierte und verlässliche Fachkräfte nachhaltig gestärkt.
Die Wirtschaft fragt
Wie kann die Politik dazu beitragen, dass duale Berufsausbildung und duales Studium als mindestens gleichwertige Alternativen zum klassischen Hochschulstudium anerkannt werden?
Wie kann die Politik dazu beitragen, dass duale Berufsausbildung und duales Studium als mindestens gleichwertige Alternativen zum klassischen Hochschulstudium anerkannt werden?