Das Digitale ist die Zukunft

Digitalministerin weiht mit Politikern und IHK-Vertretern Anschluss der Schulen an das Glasfasernetz ein

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Mit einem Affenzahn schießt ein kleines Döschen um die Ecke, verlangsamt die Fahrt und kommt schließlich vor Hessens Digitalministerin Professor Dr. Kristina Sinemus zum Stehen. Der Gast in den Gewerblichen Schulen in Dillenburg ist begeistert von der voll durchdigitalisierten Verarbeitungsstraße, die in Modellformat Pillendöschen befüllt und verschließt. Schülern und Berufsschülern „Chancen und Perspektiven neuer Technologien zu eröffnen und sie auf ein Leben und Arbeiten in der digitalisierten Welt vorzubereiten“ sei schließlich eins der Ziele, welches sie mit ihrer Politik verfolge, so die Politikerin. „Hier“, in den Gewerblichen Schulen, sei das für die Berufsschüler „erlebbar“.
Dass digitale Bildungsziele im Lahn-Dill-Kreis hervorragend umgesetzt werden, davon konnte sich die Ministerin im Beisein von lokalen Politikern und Vertretern der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill persönlich überzeugen: Auf Einladung von Landrat Wolfgang Schuster war Kristina Sinemus nach Dillenburg gekommen, um den Anschluss aller 93 Schulen im Lahn-Dill-Kreis an das Glasfasernetz einzuweihen. Der Lahn-Dill-Kreis gehört zu einem der ersten Kreise in Hessen und Deutschland, der es geschafft hat, alle seine Schulen an das Gigabit-Netz der Zukunft anzubinden. Seit 2013 sei die kommunale Arbeitsgemeinschaft Lahn-Dill-Breitband als Kooperation des Kreises und seiner Kommunen im Breitbandausbau unterwegs, so Schuster. Fast elf Millionen Euro kommunales Geld seien in die Gesamtinvestition von mehr als 60 Millionen Euro des Ausbaupartners Telekom geflossen. Die Anbindung der Schulen habe rund 2 Millionen Euro gekostet, so Schuster weiter. Daran hätten sich Bund und Land dankenswerterweise beteiligt.
„Unser Ziel ist es, die Infrastruktur im ländlichen Raum voranzubringen“, sagte Ministerin Sinemus in ihrer Rede. Durch Projekte wie den Breitbandausbau werde das Stadt-Land-Gefälle reduziert und die Region wirtschaftlich gestärkt, wandte sie sich an die regionale Wirtschaft. „Hier werden die ausgebildet, die danach – hoffentlich – in der Region bleiben.“ IHK-Präsident Eberhard Flammer stimmte dem zu: „Der Breitbandausbau - das ist Ausbildung, Investition und damit Zukunftssicherung“, so der Vertreter der heimischen Wirtschaft während der Feierlichkeiten.
„Wir wollen hier investieren, und wir wollen in die digitale Transformation investieren“, wandte sich die Landespolitikerin an den Schulleiter der Gewerblichen Schulen, Jonas Dormagen: „Sie investieren in gute Pädagogik, dafür benötigen Sie eine vernünftige Infrastruktur.“
Die Gewerblichen Schulen Dillenburg und die Ausbildung in der Region an Lahn und Dill können vom Breitbandausbau nur profitieren – neue Ideen ziehen schon Kreise. Wie das Modell der „Pillendosenstraße“, die nicht ohne Grund vom Schulleiter Jonas Dormagen „The Brain“ genannt wird. Hier können die Berufsschüler die Prozesse in einer vollautomatisierten Produktion schon einmal kennenlernen, bevor sie nach ihrer Ausbildung in die Wirtschaft entlassen werden. Denn, so sagt Digitalministerin Sinemus abschließend: „Das Digitale ist die Zukunft.“