Liebe Bündnisakteurinnen und -akteure, sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Familienfreundlichkeit zahlt sich aus – auch in herausfordernden Zeiten: Der aktuelle Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit zeigt, dass familienbewusste Angebote für Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor bleiben. Flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten und eine familienfreundliche Unternehmenskultur stärken die Mitarbeiterbindung und helfen bei der Fachkräftesicherung. Lesen Sie in diesem Newsletter, wie Unternehmen im Lahn-Dill-Kreis Vereinbarkeit erfolgreich leben und gestalten.
Beim diesjährigen Kindersommer-Miteinander stand die Aufführung „Dornröschen“ der Kinder im Mittelpunkt. Sie erinnerte daran, dass Mut, Freundschaft, Vergebung und Zusammenhalt Großes bewirken können. Genau dafür steht auch der Kindersommer, eine betrieblich organisierte Schulbetreuung in den Sommerferien. Mit 132 Kindern, vier abwechslungsreichen Ferienwochen und zehn engagierten Partnernunternehmen zeigt das Projekt Jahr für Jahr, wie gelebte Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Region gelingen.
Die Haus Elisabeth Caritas Dillenburg gGmbH ist Best Practice für Familienfreundlichkeit und zeigt, wie Vereinbarkeit auch in der Pflege gelingt. Flexible Dienst- und Teilzeitmodelle, eine Kita direkt im Haus, Unterstützung während der Elternzeit, finanzielle Hilfen bei der Kinderbetreuung sowie Angebote für pflegende Angehörige schaffen spürbare Entlastung. So werden Familien gestärkt und gleichzeitig Fachkräfte langfristig gebunden.
Das Bundesfamilienministerium zeichnete das Bündnis für Familie im Lahn-Dill-Kreis als Bündnis des Monats August aus. Seit über 20 Jahren setzt sich das von der IHK Lahn-Dill initiierte Netzwerk für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Mit praxisnahen Projekten wie dem Kindersommer, den AWO-Kindertagespflege-Nestern und den Best-Practice-Beispielen „UnternehmensWERT Familie!“ unterstützt das Bündnis Familien, stärkt Unternehmen und hilft, Fachkräfte in der Region zu sichern.
AWO Jung trifft Alt
Die AWO Lahn-Dill unterstützt pflegende Angehörige mit konkreten Angeboten: In Kooperation mit den Tagespflegeeinrichtungen in Herborn und Wetzlar können kurzfristig und flexibel Betreuungsplätze vermittelt werden. Zum Leistungsumfang gehören unter anderem Fahrdienste, ein umfangreiches Angebot an Beschäftigungen, pflegerische Unterstützung sowie ergänzende Angebote wie Therapien oder Friseurtermine.
Zusätzlich zum Pflegegeld bezuschusst die Pflegekasse den Besuch. Bereits mit geringen Eigenanteilen ist eine regelmäßige Betreuung möglich. Davon profitieren auch Unternehmen – durch geringere Fehlzeiten und eine stärkere Bindung ihrer Mitarbeitenden. Interessierte Unternehmen können Plätze für ihre Mitarbeitenden mit Pflegeaufgaben buchen.
Mit Hilde’s Heim an der Lahn entsteht in einer historischen Hofreite in Leun-Biskirchen ein innovatives Wohnkonzept für ältere Menschen. Neun barrierefreie Wohnungen verbinden eigenständiges Wohnen mit Gemeinschaft, Begegnung und bedarfsgerechter Unterstützung. Café und „Gud Stubb“ fördern das Miteinander. Das Projekt schließt die Lücke zwischen Alleinleben und Pflegeeinrichtung, entlastet Angehörige und erhält zugleich regionale Bausubstanz. Die Wohnungen sind bereits vergeben, ein weiteres Hilde’s Heim ist in Löhnberg geplant.
Petra Zugmann, Hilde`s Heim 01708165337, info@hildes-heim-biskirchen.de
Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2026
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind längst mehr als ein „Soft Skill“: Sie gehören für viele Unternehmen zur strategischen Personalpolitik. Das zeigt der aktuelle Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2026. Trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten halten 88 Prozent der Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen für wichtig. Besonders flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten und eine verlässliche Unternehmenskultur gewinnen weiter an Bedeutung. Für viele Beschäftigte, insbesondere jüngere Generationen, sind gute Vereinbarkeitsangebote heute ein entscheidender Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Der Monitor macht deutlich: Familienfreundlichkeit stärkt nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, sondern ist auch ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung.
Seit dem 1. August haben Kinder der ersten Klasse einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. In den kommenden Jahren wird dieser Anspruch schrittweise auf die Klassen zwei bis vier ausgeweitet, sodass er ab dem Schuljahr 2029/2030 für alle Grundschulkinder bis zur vierten Klasse gilt. Vorgesehen ist ein Betreuungsangebot von bis zu acht Stunden an fünf Werktagen inklusive Unterrichtszeit, das grundsätzlich auch in den Ferien zur Verfügung steht. Die Inanspruchnahme erfolgt freiwillig und liegt in der Entscheidung der Eltern.
Am 13. November 2026 lädt das Bundesnetzwerk der Lokalen Bündnisse für Familie zum diesjährigen Bündnisdialog nach Berlin ein. Die Teilnehmenden erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit fachlichen Impulsen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, praxisnahen Einblicken in erfolgreiche Projekte aus dem Bündnisnetzwerk sowie vielfältigen Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. Ein besonderer Höhepunkt ist die Siegelverleihung an neue Siegelbündnisse durch Bundesfamilienministerin Karin Prien.