Sommerempfang der IHK Lahn-Dill 2026: Gemeinsam durchstarten an Lahn und Dill

Bei sommerlichem Wetter begrüßte die Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill rund 350 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu ihrem diesjährigen Sommerempfang im Hessischen Landgestüt Dillenburg. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie die regionale Wirtschaft in Zeiten multipler Krisen handlungsfähig bleibt – und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.
In seiner Festrede betonte Dr. Felix Heusler, Präsident der IHK Lahn-Dill, die besondere Stärke der Region an Lahn und Dill, die zu den industriestärksten Räumen Hessens zählt: „Wir halten auch unter Druck zusammen und bleiben stark.“ Ein zentrales Thema des Abends war der dringend notwendige Abbau von Bürokratie. Dr. Heusler kritisierte praxisferne Regelungen und einen wachsenden Kontrollaufwand, der Innovationskraft und Investitionsbereitschaft hemme. Statt weiterer Detailvorschriften brauche es mehr Vertrauen in unternehmerische Verantwortung: „Der ehrbare Kaufmann ist der Grundsatz des Bürokratieabbaus“, so Dr. Heusler, „Denn er gibt seinen Handschlag und dieser zählt, egal, ob ihn ein Amt dabei überwacht oder nicht.“
Die bundesweite Einordnung ergänzte Dr. Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer:
„Deutschland braucht ein Update. Die Aufgaben bei Arbeitsmarkt, sozialen Sicherungssystemen und Standortqualität sind groß, und sie werden nicht kleiner, wenn wir sie aussitzen. Wir brauchen mutige Reformen und vor allem die Bereitschaft, gemeinsame Antworten auf gemeinsame Probleme zu finden. Deutschland muss wieder ein Land werden, in dem Unternehmertum leichtfällt und Investitionen in Infrastruktur, Energie und Digitalisierung nicht im Verfahren stecken bleiben. Unsere Stärke liegt in den Regionen, in den Familienunternehmen und Hidden Champions, die hier verwurzelt sind, sich über Generationen behauptet haben und mit Tempo und Ideen vorangehen. Auf dieses Potenzial müssen wir bauen und es endlich konsequent freisetzen.“
Im Anschluss stellte Moderatorin Claudia Schick die Frage an das Publikum: Sind wir an Lahn und Dill disruptiv genug? Sie diskutierte mit Dr. Melnikov, Prof. Dr. Sangam Chatterjee, Transferprofessor für Hochleistungsmaterialien am Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. André Presse, Professor für Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der PFH Private Hochschule Göttingen sowie Felix Kämpfer, Geschäftsführer der Stöckel Werkzeugmaschinen GmbH in Herborn Perspektiven für innovatives Handeln in der regionalen Wirtschaft.
Der Sommerempfang symbolisiert einen Kernauftrag der IHK Lahn-Dill: die Interessen der regionalen Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten und gleichzeitig den Dialog zwischen den Akteuren zu fördern. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei es entscheidend, Probleme klar zu benennen, aber ebenso konstruktive Lösungsansätze aufzuzeigen.
Schon am Vormittag traf Dr. Melnikov Vertreter der IHK Lahn-Dill, IHK Limburg und IHK Kassel-Marburg, um Mittelhessens Wirtschaft zu fokussieren. „Die enge Zusammenarbeit der Kammern im IHK-Verbund Mittelhessen und ihr abgestimmtes Handeln mit der DIHK sind entscheidend, um die Interessen unserer regionalen Wirtschaft wirksam zu vertreten“, sagt Dietmar Persch, Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill, „Nur gemeinsam schaffen wir die notwendige Schlagkraft – vor Ort, auf Landes- und auf Bundesebene.“ Im Anschluss besuchten Dr. Heusler und Dr. Melnikov das Wirtschaftsmuseum Villa Grün in Dillenburg und Dr. Melnikov trug sich in das goldene Buch der Stadt ein.