Demografische Entwicklung
IHK-Fach- und Arbeitskräftemonitor
Bis 2035 könnten im Bezirk der IHK Lahn-Dill mehr als 10.000 Stellen unbesetzt bleiben. Der neue IHK-Fach- und Arbeitskräftemonitor zeigt, wie stark die demografische Entwicklung den regionalen Arbeitsmarkt verändern kann.
Die Suche nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört für viele Unternehmen bereits heute zum Alltag. Der neue IHK-Fach- und Arbeitskräftemonitor zeigt, dass sich diese Herausforderung in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Bis 2035 werden rund 30.290 Beschäftigte altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Dem stehen voraussichtlich lediglich 25.730 neue Arbeitskräfte gegenüber. Selbst bei vollständiger Ausschöpfung aller verfügbaren Potenziale könnten nur rund 28.570 Personen als zusätzliche Beschäftigte gewonnen werden.
Die Folgen werden auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Während aktuell rund 2.900 Stellen unbesetzt bleiben, könnte diese Zahl bis 2035 auf über 10.300 steigen. Damit würde sich die Fachkräftelücke innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdreifachen. Auch der Anteil unbesetzter Stellen an allen Arbeitsplätzen wächst von heute rund 1,6 Prozent auf 5,8 Prozent.
Der größte Bedarf entfällt laut den Monitor-Ergebnissen auf beruflich qualifizierte Fachkräfte – sie machen mit rund 57 Prozent den Großteil des erwarteten Besetzungsbedarfs aus, was den wachsenden Anspruch an Qualifikation und Weiterbildung unterstreicht.
„Fachkräftesicherung ist und bleibt eine der zentralen Zukunftsaufgaben für unsere Region“, betont Alexander Cunz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill. „Der demografische Wandel wird den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren prägen. Wir müssen die Ausbildung und Berufsorientierung weiter stärken, vorhandene Potenziale aktivieren und qualifizierte Fachkräfte für die Region gewinnen und halten.“
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu sichern, sind Wirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert. Neben der beruflichen Aus- und Weiterbildung gewinnen die Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Beschäftigten, die Gewinnung internationaler Fachkräfte sowie eine frühzeitige Berufsorientierung weiter an Bedeutung. Der IHK-Fach- und Arbeitskräftemonitor liefert Unternehmen dabei wichtige Informationen, um Personal- und Ausbildungsstrategien frühzeitig auf die künftigen Herausforderungen auszurichten.
Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt, wie sich Beschäftigung und Fachkräftebedarf bis zum Jahr 2035 voraussichtlich entwickeln. Der Monitor stellt dabei zwei mögliche Entwicklungen gegenüber:
- Basisprojektion: Sie zeigt die voraussichtliche Entwicklung unter den aktuellen Rahmenbedingungen und berücksichtigt bestehende Fach- und Arbeitskräfteengpässe.
- Entwicklung ohne Engpässe: Dieses Szenario zeigt, welche zusätzlichen Beschäftigungspotenziale entstehen könnten, wenn ausreichend Fach- und Arbeitskräfte zur Verfügung stünden.
Der Vergleich macht sichtbar, in welchen Bereichen der Fach- und Arbeitskräftemangel die wirtschaftliche Entwicklung besonders stark beeinflussen könnte.
Der aktuelle IHK-Fach- und Arbeitskräftemonitor steht Ihnen hier kostenlos zur Verfügung.