Exkursion in den Schwarzwald (13.–15. April 2026)
Ein zentrales Learning der Exkursion ist, dass nachhaltige Tourismusentwicklung nur gemeinschaftlich gedacht und umgesetzt werden kann. Erfolgreiche Konzepte entstehen dabei weniger durch völlig neue Ansätze als vielmehr durch das konsequente Weiterentwickeln bestehender Stärken.
Exkursion des Tourismusausschusses der IHK Koblenz
Der Tourismusausschuss der IHK Koblenz war vom 13. bis 15. April 2026 im Schwarzwald, in Freiburg sowie im Kaiserstuhl unterwegs. Ziel der dreitägigen Exkursion war es, innovative touristische Konzepte kennenzulernen, sich mit regionalen Akteuren auszutauschen und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des Tourismus im Kammerbezirk der IHK Koblenz mitzunehmen.
Gleichzeitig zeigte sich bereits zu Beginn der Exkursion die große Stärke der eigenen Runde: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten vielfältige Erfahrungen aus ihren Betrieben ein, tauschten sich intensiv aus und diskutierten konkrete Lösungsansätze.
Viele der Themen werden bereits heute erfolgreich in den eigenen Unternehmen umgesetzt – ein deutliches Zeichen für die hohe Qualität und Innovationskraft der touristischen Betriebe in Rheinland-Pfalz. Die zahlreichen Ideen und Impulse aus der Gruppe bildeten damit eine wertvolle Grundlage für den weiteren Austausch.
Tag 1: Auftakt, Vernetzung und integrierte Angebote
Die Exkursion startete mit einer Fahrt mit der Höllentalbahn in Richtung Feldberg-Bärental – ein anschauliches Beispiel dafür, wie touristische Mobilität und Erlebnis miteinander verknüpft werden können. Die gute Erreichbarkeit touristischer Angebote erwies sich bereits hier als zentraler Erfolgsfaktor.
Mit dem Besuch von Wäldern: Genuss in Feldberg-Bärental stand ein Konzept im Mittelpunkt, das Handel, Gastronomie und touristisches Erlebnis konsequent miteinander verzahnt. Regionale Produkte werden hier nicht nur verkauft, sondern erlebbar gemacht – etwa durch Verkostungen, Geschichten zur Herkunft und eine hochwertige Inszenierung im Raum. Es wurde deutlich, wie durch Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette zusätzliche Umsätze generiert werden können.
Am Abend folgte ein Austausch mit dem Tourismusausschuss der IHK Südlicher Oberrhein. Diskutiert wurden aktuelle Herausforderungen u. A. die Verpackungssteuer der Stadt Freiburg sowie das Thema Mobilität. Besonders deutlich wurde: Netzwerke und regionale Zusammenarbeit sind entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Tag 2: Gesundheit, Qualität und Destinationsmanagement
Der zweite Tag begann mit einem Besuch im „Luisenhöhe – Gesundheitsresort Schwarzwald“ in Horben. Das Haus steht exemplarisch für einen strategisch ausgerichteten Gesundheitstourismus, der weit über klassische Wellnessangebote hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen ganzheitliche Konzepte aus Prävention, medizinischer Expertise und bewusster Auszeit. Für unsere Teilnehmenden wurde deutlich, wie wichtig Spezialisierung, klare Zielgruppenansprache und ein durchgängiges Qualitätsversprechen sind.
Anschließend ging es weiter zu „Die Halde“ in Oberried-Hofsgrund. Der familiengeführte Betrieb zeigt, wie sich Tradition und moderne Gastronomie erfolgreich verbinden lassen. Hochwertige, regional geprägte Küche, kombiniert mit einer authentischen Gastgeberkultur und einem starken Naturbezug, schafft ein unverwechselbares Profil.
Mit dem Konzept des Hotels Goldener Adler in Oberried wurde zudem ein praxisnaher Ansatz in der Beherbergung vorgestellt. Der Betrieb zeigt, wie sich traditionelle Strukturen mit modernen Elementen weiterentwickeln lassen.
Am Nachmittag stand der Besuch der Schwarzwald Tourismus GmbH in Freiburg auf dem Programm. Im Kompetenzzentrum Tourismus erhielten die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in die strategische Ausrichtung der Destination. Besonders praxisrelevant war die konsequente Markenführung des Schwarzwalds, die sich in allen Angeboten wiederfindet, von der Kommunikation bis zur Produktgestaltung. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich in eine starke Dachmarke einzubetten und gleichzeitig ein eigenständiges, wiedererkennbares Profil zu entwickeln. Themen wie digitale Sichtbarkeit, buchbare Erlebnisse und nachhaltige Mobilitätsangebote wurden als zentrale Bausteine einer erfolgreichen Tourismusstrategie hervorgehoben.
Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen im traditionsreichen Hotel und Restaurant Zum Roten Bären, wo sich ebenfalls zeigte, wie Geschichte und Authentizität als Markenkern genutzt werden können.
Tag 3: Kaiserstuhl und Ortenau – Regionalität und Wertschöpfung
Der dritte Tag führte die Teilnehmenden an den Kaiserstuhl. Erste Station war Köpfer’s Steinbuck in Vogtsburg. Hier wurde eindrucksvoll deutlich, wie Kulinarik, Landschaft und touristisches Erlebnis ineinandergreifen. Der Betrieb nutzt seine Lage für ein authentisches Gesamterlebnis.
Anschließend folgte der Besuch des Landgasthofs Adler zu Hochstetten in Breisach. Der Betrieb steht für eine bodenständige, zugleich qualitativ hochwertige Gastronomie mit starker regionaler Verwurzelung.
Den Abschluss bildete das Schwarzwaldweingut Andreas Männle in Durbach. Hier wurde deutlich, wie eng Landwirtschaft und Tourismus miteinander verbunden sind. Weinverkostungen, Führungen und Veranstaltungen schaffen zusätzliche Erlebnisse und eröffnen neue Einnahmequellen.
Fazit der Exkursion
Die gewonnenen Impulse bieten wertvolle Anknüpfungspunkte für den Kammerbezirk der IHK Koblenz – insbesondere im Hinblick auf eine stärkere Vernetzung regionaler Akteure, die gezielte Profilierung touristischer Angebote und die Weiterentwicklung authentischer Gästeerlebnisse.
Insgesamt hat die Exkursion gezeigt, dass bereits heute eine starke Basis vorhanden ist, auf der sich der Tourismus in der Region zukunftsfähig weiterentwickeln lässt – getragen von Engagement, Innovationskraft und dem Willen zur Zusammenarbeit.
Besonders prägend war der intensive Austausch unter den Teilnehmenden – sowohl in den fachlichen Diskussionen als auch beim gemeinsamen Abendessen. Dabei wurde deutlich: Die besten Ideen entstehen nicht in formellen Meetings, sondern im offenen Dialog. Dieser kollegiale Austausch hat zahlreiche neue Perspektiven eröffnet und konkrete Ansätze für die Praxis hervorgebracht.