Pressemitteilung vom 28.08.2026
Wirtschaft und Politik im Dialog über die Zukunft des Standorts
Rund 700 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Kammern kamen am 27. August auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz zum Sommerabend der Wirtschaft in der Rhein-Mosel-Halle zusammen. Bereits im Vorfeld hatte die IHK-Vollversammlung getagt. Mit Wirtschaftsminister Michael Ebling als Gast der Vollversammlung und Ministerpräsident Gordon Schnieder als Ehrengast des Sommerabends stand der Tag zugleich im Zeichen des Austauschs zwischen Wirtschaft und Politik.
Den Ton des Abends setzte IHK-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing gleich zu Beginn ihrer Rede.
Mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Erwartungen der Unternehmen sagte sie: „Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr: Was ist zu tun? Das wissen wir. Die entscheidende Frage lautet: Wann wird es endlich umgesetzt?“
Zwischen Anerkennung und Erwartungsdruck spannte die Präsidentin auch den gesamten Bogen ihrer Rede. Einer Wirtschaft, die in den vergangenen Jahren Pandemie, Energiekrise, Inflation und geopolitische Unsicherheiten bewältigt habe, zollte sie großen Respekt. Zugleich machte sie deutlich, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer beim Thema Standortpolitik zunehmend ungeduldig würden. Die notwendigen Maßnahmen seien seit Langem bekannt, betonte Szczesny-Oßing. Es gehe längst nicht mehr um neue Erkenntnisse, sondern um konsequentes Handeln. Zwar begrüße die Wirtschaft die angekündigten Reformen bei Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung. Vertrauen entstehe jedoch erst dort, wo politische Entscheidungen im Unternehmensalltag tatsächlich spürbar würden.
Als Beispiel nannte die Präsidentin die Umsetzung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität. Hier zeige sich, wie groß die Lücke zwischen politischen Beschlüssen und ihrer Wirkung vor Ort mitunter noch sei. Für die Region forderte sie deshalb klare Prioritäten bei Infrastrukturvorhaben, Investitionen in Wissenschaft und Forschung sowie bessere Rahmenbedingungen für Innovationen und Gründungen.
„Entscheidend ist die Umsetzung“, bekräftigte Szczesny-Oßing.
An Ministerpräsident Gordon Schnieder gerichtet betonte Szczesny-Oßing, dass die Wirtschaft keine Sonderbehandlung erwarte. Erwartet würden jedoch wettbewerbsfähige und investitionsfreundliche Bedingungen sowie eine starke Stimme für die Interessen des Wirtschaftsstandorts Rheinland-Pfalz. Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Investitionen müssten im Zentrum politischen Handelns stehen. Gemeinsames Ziel müsse ein erfolgreiches Rheinland-Pfalz sein, das Perspektiven für junge Menschen schaffe, Innovation ermögliche und Unternehmertum als Teil der Lösung verstehe.
Zum Abschluss des offiziellen Programms warb die Präsidentin zudem für die bevorstehende Wahl der IHK-Vollversammlung. Eine starke Interessenvertretung der Wirtschaft brauche eine starke Legitimation durch die Mitgliedsunternehmen. Sie rief die Unternehmerinnen und Unternehmer der Region daher dazu auf, sich an der IHK-Wahl im September zu beteiligen und damit die Stimme der regionalen Wirtschaft weiter zu stärken.
Vollversammlung befasst sich mit wirtschaftspolitischen Zukunftsthemen
Bereits im Vorfeld des Sommerabends tagte die IHK-Vollversammlung. Neben Berichten über Eindrücke und Erkenntnisse aus einer Delegationsfahrt des Jungen Unternehmernetzwerks nach Berlin zur Bundespolitik sowie einer Gremienreise nach Straßburg zur EU-Politik stand insbesondere der Besuch von Wirtschaftsminister Michael Ebling im Mittelpunkt. Der Minister stellte sich den Mitgliedern der Vollversammlung vor, gab Einblicke in die wirtschaftspolitischen Schwerpunkte der neuen Landesregierung und nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit den Unternehmerinnen und Unternehmern.
Daneben beschäftigte sich die Vollversammlung mit der Weiterentwicklung der IHK selbst und ihrer wirtschaftspolitischen Positionierung. So wurden die Ergebnisse des Projekts „Unkomplizierteste IHK“ vorgestellt sowie die tourismuspolitischen Leitlinien der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz und ein neues Positionspapier des IHK-Unternehmerinnenausschusses beraten. Diese Themen werden in den kommenden Monaten weiter in die Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft einfließen.