IHK-Regionalgeschäftsstelle Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis
IHK fordert zügigen Abschluss des Gewerbegebiets „Ober dem Beulköpfchen“
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz begrüßt die Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrens „Ober dem Beulköpfchen“ in Montabaur, verbindet dies aber zugleich mit einem klaren Appell: Nach inzwischen rund zehn Jahren Planungs- und Genehmigungszeit muss das Verfahren zeitnah zum Abschluss gebracht werden.
„Wenn ein Gewerbegebiet über ein Jahrzehnt benötigt, um Baureife zu erlangen, zeigt das beispielhaft die Herausforderungen bei der Flächenentwicklung in Deutschland. Unsere Unternehmen können nicht unbegrenzt warten. Sie brauchen Entwicklungsperspektiven, wenn sie investieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen wollen“, erklärt Richard Hover, Regionalgeschäftsführer der IHK Koblenz in Montabaur.
Der Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet wurde bereits 2016 gefasst. Seither wurde das Verfahren mehrfach fortgeschrieben und an die verschiedenen fachlichen Anforderungen angepasst. Aus Sicht der IHK ist es nun entscheidend, die letzten Verfahrensschritte erfolgreich abzuschließen und die dringend benötigten Gewerbeflächen tatsächlich verfügbar zu machen.
Wie groß der Bedarf ist, zeigt eine Gewerbeflächenumfrage der IHK Koblenz aus dem Jahr 2024 im Westerwaldkreis. 35 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, zusätzliche Gewerbeflächen zu benötigen. Gleichzeitig berichteten 63 Prozent, dass derzeit keine geeigneten Flächen verfügbar seien. Zahlreiche Betriebe sehen sich dadurch in ihren Entwicklungs- und Investitionsmöglichkeiten eingeschränkt. Einige erwägen sogar, Wachstumsvorhaben an andere Standorte zu verlagern.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Der Flächenmangel ist längst kein Zukunftsproblem mehr, sondern bereits heute ein Standortnachteil. Jeder verlorene Betrieb, jede unterbliebene Investition und jeder abgewanderte Arbeitsplatz schwächt die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region“, so Hover weiter.
Nach Auffassung der IHK zählt der Standort Montabaur aufgrund seiner hervorragenden Verkehrsanbindung und seiner zentralen Lage im Wirtschaftsraum zwischen Rhein-Main und Bonn/Köln zu den wichtigsten Gewerbestandorten im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die geplante Erweiterung der Gewerbeflächen sei daher nicht nur für die Stadt Montabaur selbst, sondern für den gesamten Westerwald von erheblicher Bedeutung.
Die IHK Koblenz unterstützt das Vorhaben deshalb weiterhin ausdrücklich und fordert, die Voraussetzungen für einen zeitnahen Satzungsbeschluss sowie eine schnelle Erschließung der Flächen zu schaffen.
Richard Hover: „Wir diskutieren seit zehn Jahren über diese Flächen. Die Unternehmen brauchen jetzt keine weiteren Diskussionen mehr, sondern verfügbare Gewerbeflächen. Nur so können Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze in der Region gehalten werden.“