Unternehmen sehen Chancen durch KI
„Die regionale Wirtschaft setzt zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) ein, um produktiver zu arbeiten, den Arbeitskräftemangel zu kompensieren und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW).
Laut einer Sonderumfrage bei 467 Unternehmen im IHKLW-Bezirk setzen bereits zwei Drittel der befragten Betriebe KI ein – häufig für Automatisierung, Prozessoptimierung oder zur Entscheidungsunterstützung. Die Unternehmen, die KI verwenden, nutzen diese vorrangig, um effizienter zu werden und um ihren Kunden bessere Produkte und Dienstleistungen anzubieten. 85 Prozent erwarten, dass KI ihr Unternehmen spürbar verändern wird und nur fünf Prozent erwarten keine Auswirkungen auf ihr Unternehmen.
Es zeigt sich, dass KI in vielen der befragten Betriebe bereits im Einsatz ist, insbesondere in der Industrie, im Handel und in der Finanzwirtschaft. Das hat Konsequenzen für die Beschäftigten und ihre Arbeitsplätze. 39 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich Tätigkeitsprofile deutlich verändern werden. Jeder dritte Betrieb berichtet von steigendem Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf der Belegschaft. KI-Kompetenzen sind zunehmend gefragt. Das bietet Chancen für Arbeitsuchende mit entsprechender Qualifikation. Acht Prozent der Unternehmen haben bereits Schwierigkeiten, Fachkräfte mit KI-Kompetenzen zu finden.
Nach Einschätzung der IHKLW wird KI dort erfolgreich sein, wo sie von Fachkräften begleitet wird. Wichtig sind dabei zum einen Fort- und Weiterbildungen aber auch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die den digitalen Transformationsprozess der Wirtschaft unterstützen. Damit Unternehmen KI erfolgreich einsetzen können, brauchen sie verständliche und praxistaugliche Regeln sowie Rechtssicherheit bei der Datennutzung.
Nach Einschätzung von vier Prozent der befragten Betriebe wird sich durch Unternehmenswachstum, neue Tätigkeiten und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten der Personalstand erhöhen. Dagegen erwarten 28 Prozent, dass ihr Personalbedarf durch Automatisierung und Wegfall von Tätigkeiten sinkt.
Vor allem Unternehmen aus Industrie und Handel rechnen mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Einzelne Dienstleistungsbranchen – insbesondere im IT- und Informationsbereich erwarten dagegen neue Beschäftigungsmöglichkeiten. „Möglich ist, dass KI Personalengpässe in bestimmten Bereichen abschwächt – etwa durch Automatisierung einfacher, immer wiederkehrender Arbeiten oder durch Unterstützung wissensintensiver Prozesse“, sagt Zeinert. „Wichtig ist, frühzeitig zu erkennen, wo neue Kompetenzen gefragt sind und wo Qualifizierungsbedarf besteht.“ KI könne die Produktivität steigern und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärken. Zugleich könnten einzelne Tätigkeiten entfallen und sich Anforderungen an Beschäftigte verändern. Deshalb appelliert IHK-Chef Zeinert an Unternehmen, ihre Mitarbeitenden frühzeitig einzubeziehen und gezielt zu qualifizieren. „Wer sich heute mit den Einsatzmöglichkeiten von KI auseinandersetzt, verbessert seine Chancen, auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben.“
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Lüneburg, 23. Oktober 2026
