Protest gegen Verpackungsbürokratie

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) ruft Unternehmen aus der Region auf, sich an der bundesweiten Aktion der IHK-Organisation „Stop the Clock“ zur neuen EU-Verpackungsverordnung zu beteiligen.
Die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle – auf Englisch Packaging and Packaging Waste Regulation, kurz PPWR – soll Abfälle reduzieren und die Regeln in der Europäischen Union vereinheitlichen. Aus Sicht der IHKLW führen einzelne Vorgaben jedoch zu unverhältnismäßigem bürokratischen Aufwand. Unternehmen können ihre Erfahrungen und Bedenken mit einem vorbereiteten Musteranschreiben an EU-Kommissarin Jessika Roswall richten und ihre Beteiligung zusätzlich mit einem eigenen „Stop the Clock“-Foto in den sozialen Medien sichtbar machen. Die IHKLW empfiehlt, das Schreiben möglichst noch im September zu versenden. Vorlagen und weitere Informationen gibt es unter www.ihklw.de/stoptheclock.
„Weniger Verpackungsabfälle und einheitliche Regeln in Europa sind richtige Ziele. Die Vorgaben müssen aber in der Praxis funktionieren”, sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. „Wenn sich Unternehmen für Direktlieferungen an Endabnehmer in mehreren EU-Mitgliedstaaten jeweils registrieren und dort Bevollmächtigte bestellen müssen, entsteht trotz europäischer Harmonisierung neue Bürokratie. Diese besonders belastenden Pflichten müssen ausgesetzt und praxistauglich überarbeitet werden.“
Die PPWR gilt seit dem 12. August, zahlreiche Einzelpflichten treten gestaffelt in Kraft. Vorgesehen sind unter anderem nationale Herstellerregister sowie zusätzliche Pflichten im grenzüberschreitenden Direktvertrieb. Unternehmen, die Endabnehmer in anderen EU-Mitgliedstaaten direkt beliefern, müssen sich nach der derzeitigen Regelung in den betreffenden Staaten registrieren und dort Bevollmächtigte bestellen. Auch kleinere Unternehmen mit nur geringem grenzüberschreitenden Liefervolumen können dadurch mit erheblichem organisatorischem Aufwand und zusätzlichen Kosten konfrontiert werden.
Die IHK-Organisation fordert deshalb, Mehrfachmeldungen zu vermeiden und Registrierung und Berichterstattung über eine zentrale europäische Stelle zu bündeln. „Der europäische Binnenmarkt muss Geschäfte einfacher machen, nicht komplizierter“, sagt Zeinert. „Wenn neue Regeln gerade kleinere Unternehmen davon abhalten, Kunden in anderen EU-Ländern zu beliefern, läuft etwas grundsätzlich falsch.“
Unternehmen können das vorbereitete Schreiben unter www.ihklw.de/stoptheclock abrufen. Wer seine Beteiligung auch in den sozialen Medien sichtbar machen möchte, kann die IHKLW auf LinkedIn unter @ihk-lueneburg oder auf Instagram unter @ihk_lueneburgwolfsburg taggen.
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Lüneburg, 22. September 2026