Personalmangel wird zum Wachstumsrisiko

Wo werden Fachkräfte in den kommenden Jahren besonders knapp? Welche Branchen und Berufe stehen unter Druck – und was bedeutet das für die Personalplanung im eigenen Unternehmen? Antworten darauf gibt die kostenfreie Online-Veranstaltung „Fachkräfteausblick 2030“ der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) am 14. September von 11 bis 12.30 Uhr. Unternehmen erhalten einen konkreten Blick auf die künftige Fachkräftesituation in ihrer Region und erfahren, wie sie die Erkenntnisse für Personalplanung, Ausbildung, Weiterbildung und Fachkräftesicherung nutzen können.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der neue IHKLW-Fachkräfteausblick 2030. Diese regionale Arbeitsmarktstudie hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) im Auftrag der IHKLW erstellt. Sie zeigt, in welchen Branchen und Berufen sich Engpässe abzeichnen, wo der Wettbewerb um Mitarbeitende zunimmt und wie sich die Arbeitskräftelücke in den Regionen des IHK-Bezirks Lüneburg-Wolfsburg voraussichtlich entwickelt. Grundlage sind Daten der Agenturen für Arbeit, die regional ausgewertet und fortgeschrieben wurden.
IW-Projektleiter Alexander Burstedde stellt die wichtigsten Ergebnisse vor und zeigt, wie Unternehmen das neue Online-Tool auf unserer Website für ihre individuellen Fragestellungen nutzen können. Damit lassen sich Entwicklungen für einzelne Regionen, Branchen und Berufsgruppen genauer betrachten und Handlungsbedarfe frühzeitig erkennen.
Weitere Informationen und Anmeldung zur Online-Veranstaltung: www.ihklw-events.de/fachkraefteausblick2030
„Zukunft braucht Arbeit. Arbeit braucht Fachkräfte. Unser neuer Fachkräfteausblick 2030 zeigt, wie konkret dieser Satz für unsere Region ist: Wenn bis 2030 rechnerisch mehr als 17.000 Arbeitskräfte fehlen, wird aus einem Personalproblem ein Wachstums- und Wettbewerbsrisiko“, sagt IHKLW-Teamleiter Tobias Siewert: „Wir müssen deshalb alle Hebel gleichzeitig nutzen – Ausbildung und Weiterbildung stärken, vorhandene Erwerbspotenziale besser ausschöpfen und internationale Fachkräfte schneller für unsere Betriebe gewinnen. Denn ohne ausreichend Arbeitskräfte bleiben auch wirtschaftliche Chancen ungenutzt.“
Die zentralen Ergebnisse des Fachkräfteausblicks 2030 zeigen: Der demografische Wandel wird den regionalen Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren deutlich prägen. Bei einer Fortschreibung der bisherigen Trends dürfte die Beschäftigung zwischen 2024 und 2030 insgesamt nur noch um 0,3 Prozent wachsen. Gleichzeitig könnte die Arbeitskräftelücke – also die Zahl der offenen Stellen, für die keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung stehen – von rund 10.100 im Jahr 2024 auf rund 17.300 im Jahr 2030 steigen. Das wäre ein Plus von 71 Prozent.
Besonders angespannt entwickelt sich die Situation bei Fachkräften mit Berufsausbildung. Ihre Zahl könnte bis 2030 um 4,5 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig dürfte die Arbeitskräftelücke in dieser Gruppe auf rund 10.900 Personen anwachsen. Hintergrund ist vor allem der demografische Wandel: Viele beruflich qualifizierte Beschäftigte der Babyboomer-Generation gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, während weniger entsprechend qualifizierte Nachwuchskräfte nachrücken. Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung ist, verdeutlicht eine weitere Berechnung des Gutachtens: Ohne die Arbeitskräftelücke könnte die Wertschöpfung im IHKLW-Bezirk im Jahr 2030 um rund 1,9 Milliarden Euro beziehungsweise 3,8 Prozent höher liegen.
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Lüneburg, 2. September