Forschung für mehr Wachstum

Wie Forschung schneller in die betriebliche Praxis kommt, hat die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) am Donnerstag, 25. Juni, bei ihrer Sitzung im Hotel Courtyard by Marriott Wolfsburg diskutiert.
Einen wichtigen Impuls gab Prof. Dr.-Ing. Markus Henke, Vizepräsident der Technischen Universität Braunschweig für Forschung und Internationales. Er stellte aktuelle Entwicklungen am Standort Wolfsburg vor – insbesondere die Open Hybrid LabFactory und den WeCampusWOB.
„Der Impuls von Professor Henke hat deutlich gemacht, welche wirtschaftliche Bedeutung der direkte Austausch zwischen Wissenschaft und Unternehmen für unsere Region hat“, sagt IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann. „Unsere Betriebe stehen mitten in der Transformation. Sie brauchen Forschungspartner, mit denen sie neue Technologien schneller in marktfähige Anwendungen, tragfähige Geschäftsmodelle und industrielle Wertschöpfung übersetzen können. Wolfsburg hat mit der Open Hybrid LabFactory und dem WeCampusWOB die Chance, genau das zu zeigen: wie aus wissenschaftlichen Ideen konkrete Lösungen für Unternehmen entstehen. Dieses Tempo und diese Praxisnähe brauchen wir, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.“
Für Henke steht die Region vor zentralen Herausforderungen: Die Automobilproduktion müsse künftig stärker ganzheitlich und zirkulär gedacht werden, zugleich wachse der internationale Wettbewerb im Bereich der Elektromobilität. Darin liege aber auch eine große Chance für Unternehmen der Region. „In jeder Krise steckt die Chance, sich zu verbessern, Prozesse anzupassen und neue Wege zu gehen“, sagt Henke. „Am WeCampusWOB denken wir automobile Kreislaufwirtschaft gemeinsam mit unseren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ganzheitlich. Entscheidend ist, dass wir uns besser kennen, Vertrauen aufbauen und organisationsbezogene Hürden überwinden – damit Forschung schneller in marktfähige Lösungen und industrielle Anwendung kommt.“
Der WeCampusWOB – ein Gemeinschaftsprojekt von Technischer Universität Braunschweig, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fraunhofer, Volkswagen, der Open Hybrid LabFactory und der Stadt Wolfsburg – verzahnt Forschung, Lehre und Transfer. Ziel ist es, Systemlösungen für zirkuläre Wertschöpfung in der Automobilindustrie zu entwickeln, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Wolfsburg zu stärken und ein agiles Umfeld für Start-ups sowie die lokale Wirtschaft zu schaffen.
Konkrete Anknüpfungspunkte für Unternehmen sieht Henke unter anderem bei nachhaltiger Mobilität, kreislauforientierter Fahrzeugproduktion, neuen Materialien, elektrischen Antrieben, Robotik, Weiterbildung und Fachkräftesicherung. Entscheidend sei, dass Wissenschaft und Wirtschaft stärker in den Austausch kommen und Vertrauen aufbauen. Nur so könnten Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Lösungen und industrielle Anwendungen überführt werden.
„Die technologische Wettbewerbsfähigkeit lässt sich nur stärken, wenn Forschung und unternehmerische Praxis zusammenkommen“, sagt Kirschenmann. „Der WeCampusWOB kann dafür ein wichtiger Beschleuniger sein – wenn Unternehmen aus der Region ihn aktiv nutzen und ihre Erfahrungen, Bedarfe und Ideen einbringen.“
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Lüneburg, 26. Juni 2026