Warum Wirtschaftspolitik auch Standortpolitik ist

Wirtschaftspolitik umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes oder einer Region zu fördern. Dazu gehören beispielsweise Steuerpolitik, Investitionsförderung, Arbeitsmarktpolitik oder Innovationen. Wenn diese Maßnahmen darauf abzielen, den Standort eines Landes oder einer Region attraktiver für Unternehmen und Fachkräfte zu machen, dann spricht man auch von Standortpolitik.
Das Ziel ist oft, Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensqualität zu verbessern. Daher sind Wirtschaftspolitik und Standortpolitik eng miteinander verbunden, da die Entscheidungen in der Wirtschaftspolitik direkte Auswirkungen auf die Attraktivität eines Standorts haben können.

Wie es ist

Wie zufrieden sind die Unternehmen im Bezirk unserer Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) mit ihrem Wirtschaftsstandort? Wir wollten es genau wissen und haben 1.627 regionale Unternehmen befragt. Ein Ergebnis: Die Standortattraktivität für alle Landkreise im IHKLW-Bezirk und die Stadt Wolfsburg bewerten die Unternehmen in der Standortumfrage 2025 mit der Durchschnitts-Note 3,2.
Die Standortumfrage im Jahr 2025 ist bereits die vierte Befragung zur Standortzufriedenheit unseres IHKLW-Bezirks. Die Befragungsmethodik wurde bei der aktuellen Befragung nahezu unverändert beibehalten und ermöglicht es deshalb, Bezüge zur Veränderung der Faktoren im Zeitverlauf herzustellen.
Die Zufriedenheit ist in den meisten Bereichen zurückgegangen. Deutlich schlechter als 2020 fallen jetzt die Bewertungen hinsichtlich der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, medizinische Versorgung, das Niveau der Arbeits- und Personalkosten, sowie die Verfügbarkeit von attraktivem und bezahlbarem Wohnraum aus. Unzufriedener sind die Unternehmen auch mit dem Niveau des Gewerbesteuergebesatzes, sowie der Kommunalabgaben.

Wie es sein sollte

Es gilt, den Wirtschaftsstandort Nordostniedersachsen noch attraktiver für Unternehmen und Fachkräfte zu machen. Um herauszufinden, welche Themen für die Unternehmen
in unserer Region am dringlichsten sind und wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Standorte liegen, haben wir außer nach der Gesamtbeurteilung auch nach der Beurteilung verschiedener Standortfaktoren gefragt. Bei den Standortfaktoren der Themenfelder „Arbeitsmarkt und Bildung“, „Lebensqualität“, Standortkosten“, „Infrastruktur“ und „Wirtschaftspolitisches Umfeld“ sollten die Befragten angeben, welche Bedeutung die einzelnen Punkte für ihren Betrieb haben und wie zufrieden sie damit sind. Die Antwortmöglichkeiten „wichtig“ und „sehr wichtig“ wurden in der Auswertung ebenso zusammengefasst wie „wenig wichtig“ und „unwichtig“. Bei den Antwortmöglichkeiten zur Zufriedenheit wurde analog verfahren.

Was zu tun ist

Das Ergebnis der IHKLW-Standortumfrage 2025 ist deutlich: Bürokratiefolgekosten, die Höhe der Energiepreise, das langsame Tempo von überregionalen und örtlichen Bau-, Planungs- und Genehmigungsverfahren, ein mangelndes Verständnis für betriebliche Angelegenheiten seitens Politik und Verwaltung sowie die unzureichende Verfügbarkeit von Facharbeitern 2025 die wichtigsten Handlungsfelder im Bezirk der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Auch beim Angebot an digitalen Verwaltungsverfahren, sowie der Verfügbarkeit von attraktivem und bezahlbarem Wohnraum ist der Handlungsbedarf groß und weiter angestiegen. Die größte Steigerung im Handlungsbedarf ist im Vergleich zur den Umfrageergebnissen aus dem Jahr 2020 bei der medizinischen Versorgung und beim ÖPNV-Netz zu sehen.
Die Ergebnisse der aktuellen Standortumfrage unterstreichen, dass auch die Menschen in unserer Region, die in Politik und Verwaltung Verantwortung tragen, gefordert sind, die Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg, Wachstum und Wohlstand wirtschaftsfreundlicher zu gestalten, damit wieder mehr investiert wird. Denn: Die Rahmenbedingungen in unserer Region haben sich in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert, anstatt sich zu verbessern.

Was die IHKLW tut

Neben einem breiten Serviceangebot für die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Nordostniedersachsen bietet die IHKLW politische Interessenvertretung für die regionale Wirtschaft. In einer Grundsatzposition fordert die IHKLW eine neue Qualität in der politischen Gestaltung und adressiert konkrete Leitlinien für eine „Gute Politik“. Neben Grundsatzpositionen hat sie sich klar positioniert zu besonderen Themen wie z.B. Infrastruktur, Energieversorgung, Bildung und Mobilität.