Gründungszuschuss

Die Ich-AGs waren gestern – der Gründungszuschuss zur Förderung von Existenzgründungen ist mittlerweile keine Pflichtleistung der Arbeitsagenturen mehr, sondern nur noch eine Ermessensleistung. Das bedeutet: Empfängern von Arbeitslosengeld kann ein Zuschuss zur Existenzgründung gewährt werden, wenn keine Aussicht auf Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis besteht. Wer einen Restanspruch zur Arbeitslosenunterstützung (ALG I) von mindestens 150 Tagen hat, kann bei der Arbeitsagentur einen Antrag auf Gründungszuschuss stellen. Es empfiehlt sich jedoch in jedem Fall ein Gespräch mit dem zuständigen Fallmanager, der einschätzen kann, ob ein Antrag Aussicht auf Bewilligung hat.
Die Leistungen des Gründungszuschusses umfassen
  • einen monatlichen Zuschuss in Höhe des zu erwartenden Arbeitslosengeldes für die Dauer von sechs Monaten und
  • zusätzlich einen Pauschalbetrag von 300 Euro monatlich, der höchstens 15 Monate gewährt werden kann.
Die Arbeitsagenturen unterstützen nur Gründungen, die eine Erfolgsaussicht erkennen lassen. Mittelfristig sollen Gründer mit ihrer Selbstständigkeit ihren Lebensunterhalt erwirtschaften können. Um ein Konzept zu beurteilen, bittet die Arbeitsagentur die Antragsteller, eine Stellungnahme zur Tragfähigkeit der Gründung bei einer fachkundigen Stelle einzuholen.
Fachkundige Stellen sind:
  • Industrie- und Handelskammern
  • Handwerkskammern
  • Berufsständische Kammern
  • Fachverbände
  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer
  • Unternehmensberater
  • Kreditinstitute
Fragen Sie Ihren Fallmanager, ob Sie die fachkundige Stelle frei wählen dürfen.
Die IHK Lüneburg-Wolfsburg erhebt für die Stellungnahme eine Aufwandsentschädigung von 95 Euro.
Ein IHK-Gründungsberater prüft,
  • ob der Gründer ausreichende fachliche, branchenspezifische, kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse mitbringt,
  • ob eventuelle Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden,
  • ob das Leistungsangebot konkurrenzfähig erscheint,
  • ob Umsätze, Betriebsergebnis und Kapitalbedarf realistisch eingeschätzt sind,
  • ob eine Scheinselbstständigkeit ausgeschlossen werden kann, und
  • ob das mittelfristig zu erwartende Einkommen ausreicht, um die Lebenshaltung zu sichern.
Möchten Sie eine Stellungnahme zur Tragfähigkeit Ihrer Gründung bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg einholen, senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Stellungnahme zum Gründungszuschuss“ an sabine.schlueter@ihklw.de, der Sie Ihren Businessplan mit Lebenslauf und Finanzierungsplan sowie Ihre Antragsunterlagen für den Gründungszuschuss in Kopie anhängen. Unsere Gründungsberaterin setzt sich mit Ihnen zum weiteren Vorgehen in Verbindung.
Die Stellungnahme der fachkundigen Stelle reichen Sie mit Ihren ausgefüllten Antragsunterlagen bei Ihrer Agentur für Arbeit ein. Ihr Fallmanager prüft, ob Ihre Liquiditätsplanung eine anfängliche Bedürftigkeit zur Unterstützung erkennen lässt und entscheidet Ihren Antrag.
Unsere Empfehlung
Orientieren Sie sich bei der Erstellung Ihres Konzepts an unserer IHK-Businessplan-Anleitung mit Finanzierungsplan-Tabelle.