150 Jahre IHK
150 Jahre im Dienst der regionalen Wirtschaft
- 1849: Der Handels- und Gewerbeverein in Hanau wird gegründet – trotz politischem Widerstand. Der Verein hat rund 170 Mitglieder.
- 1866: Preußen annektiert Kurhessen und schaff t die Provinz Hessen-Nassau. Die überfällige Modernisierung von Wirtschaft und Verwaltung beginnt.
- 1870 / 71: Am 24. Februar 1870 wird das preußische Handelskammergesetz verkündet. Es verpflichtet die Kammern, das „Gesamtinteresse“ der Gewerbetreibenden ihres Bezirks wahrzunehmen. Wahlberechtigt und beitragspflichtig sind alle ins Handelsregister eingetragenen Unternehmen. Am 19. Dezember genehmigt der preußische Minister für Handel und Gewerbe die Errichtung der Handelskammer in Hanau. Nach den Wahlen konstituiert sie sich am 27. April 1871. Die IHK ist anfangs nur für Stadt und Landkreis Hanau zuständig. Es werden Jahresberichte veröffentlicht.
- 1890: Die IHK wird um den Kreis Gelnhausen erweitert.
- 1894: Die Kreise Schlüchtern, Fulda und Hünfeld kommen hinzu, sodass die Kammer 768 Unternehmen zu betreuen hat. Die Zahl der Mitglieder in der Vollversammlung wird von elf auf 25 erhöht. Es wird ein hauptamtlicher Sekretär eingestellt, und es werden Räume gemietet.
- 1900: Ab 1. September erscheint die monatliche IHK-Zeitschrift.
- 1919 / 22: Nach dem Ersten Weltkrieg, die IHK ist in die Planwirtschaft eingebunden, bildet die IHK mit der Handelskammer Frankfurt zunächst eine Verwaltungsgemeinschaft.
- 1922 entsteht die Handelskammer Frankfurt a.M.-Hanau. In Hanau besteht eine Geschäftsstelle mit eigenem Präsidenten.
- 1933: Im April 1933, wenige Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, werden die IHKs fusioniert. Die IHK für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet betreibt in Hanau eine Bezirksstelle. Die Einführung des Führerprinzips setzt der demokratischen Verfassung der IHKs ein Ende. NSDAP-Gauleiter Sprenger hat die Macht, sein neu gebildeter Beirat nur beratende Funktion. Der Weg in die Kriegswirtschaft, einschließlich Zwangsarbeit, ist vorgezeichnet. Die IHKs sind in den Jahren nach 1933 Teil einer Maschinerie, die jüdische Mitbürger gezielt schikaniert und verarmen lässt.
- 1943: Mitten im Zweiten Weltkrieg wird die IHK Teil der Gauwirtschaftskammer Rhein-Main, die auch für die Handwerker zuständig ist.
- 1945 / 46: Mitte April 1945, kurz nach der Befreiung, wird die IHK für die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung neu eingerichtet. Als eine der wenigen funktionierenden Organisationen kommt ihr beim Wiederaufbau eine zentrale Bedeutung zu. Sie wirkt mit bei der Entnazifizierung der Wirtschaft, bei der Vergabe von Produktionsgenehmigungen, bei der Steuerung der Rohstoff - und Energieverteilung und stellt Tausende von Bescheinigungen aus. 1946 erlässt die Landesregierung eine Richtlinie, die die IHKs zu freien Vereinigungen von Gewerbetreibenden auf der Basis freiwilliger Mitgliedschaft erklären. Nur relativ wenige Mitgliedsunternehmen kehren der IHK den Rücken.
- 1956: Das IHK-Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie und Handelskammern tritt in Kraft. Es bildet bis heute die Rechtsgrundlage für alle deutschen IHKs.
- 2021: Am 12. August 2021 trat das Zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern (IHKG) in Kraft. Mit dem Gesetz werden die Kompetenzen des DIHK, der Dachorganisation der deutschen Industrie- und Handelskammern, an vielen Stellen konkretisiert.
