Stimme der Wirtschaft und Gestalterin der Zukunft

Handelskammer Hamburg leistet wertvollen Beitrag zum Gemeinwohl

Die Handelskammer Hamburg hat als erste Industrie- und Handelskammer (IHK) Deutschlands ihren Gemeinwohlbe­trag in Zusammenarbeit mit der Handelshochschule Leipzig ermitteln lassen. Dies geschah in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Timo Meynhardt von der Handelshochschule Leipzig.
Die Handelskammer Hamburg wird von Stakeholdern insbesondere als kraftvolle Stimme der Wirt­schaft wahrgenommen, die Unternehmen Hilfe zur Selbst­hilfe bietet und Lebenschancen und Erfolg jedes Einzelnen sowie die Entwicklung des Standortes fördert. Für die Zukunft wird eine gesamtgesellschaftliche Ausrichtung von ihr erwartet, bei der die Wirtschaft noch stärker als Teil der Gesellschaft gesehen werden soll. Um die Wirtschaft und damit auch die Lebensfähigkeit Hamburgs zu stärken, soll sie als ein modernes, ehrbares Vorbild nach außen auftreten. Mit einem Gesamtergebnis von 3,89 von maximal 6 Punkten (im Vergleich zum GemeinwohlAtlas Deutschland) erreicht die Handelskammer Hamburg einen guten Wert. Zur Ermitt­lung des Gemeinwohls wurden strukturierte Interviews mit Vertretern aus allen Bereichen der Gesellschaft in Hamburg durchgeführt und deren Aussagen in einem Gemeinwohl­profil zusammengeführt.
Download: Langfassung (PDF-Datei · 4426 KB) sowie Kurzfassung (PDF-Datei · 2140 KB) der Studie zum Gemeinwohlbeitrag der Handelskammer Hamburg.

Veranstaltungsrückblick

Die Zukunft können wir nur sichern und gestalten, wenn jeder Verantwortung für das Gemeinwohl übernimmt. Vor rund 500 Gästen in der Handelskammer Hamburg setzen am 8. Juni 2022 Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, Dr. Wladimir Klitschko (digital zugeschaltet) und Tatjana Kiel von der Initiative #WeAreAllUkrainians sowie Handelskammer-Präses Norbert Aust ein gemeinsames Zeichen für Solidarität, Zukunft und Gemeinwohl. Die klaren Botschaften sowie schöne Eindrücke der Veranstaltung, finden Sie im Video.
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Mit der Bestimmung unseres Gemeinwohlbeitrags können wir unser Leitbild schärfen und uns als modernes, ehrbares Vorbild neu aufzustellen. Es hilft uns aber auch, unsere Rolle im Zusammenspiel mit der Politik und anderen Stakeholdern klarer zu definieren und verbesserte Angebote für unsere Mitglieder zu entwickeln.”
Prof. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg

Warum ist die Bestimmung des Gemeinwohls wichtig?

Organisationen wie die Handelskammer Hamburg sind Orte der sozialen Interaktion und gesellschaftlicher Teilhabe im breitesten Sinne. Jede Organisation prägt ihr gesellschaftliches Umfeld. Der Beitrag, den Organisati­onen für das Gemeinwesen leisten (..Public Value"), ist nicht auf Profitabilität oder ökonomische Kennzahlen beschränkt. Er umfasst sämtliche Werte, die eine Organisation für die Gesellschaft erzeugt. Nach dem Public Value-Konzept handelt eine Organisation immer dann sinnvoll, wenn ihr Verhalten mit den Werten und Einstel­lungen der Gesellschaft übereinstimmt. Ohne Kenntnis der eigenen Wirkung ist es schwierig, die eigene Rolle zu bestimmen und das Handeln effektiv und verantwortungsvoll auszurichten.

Public-Value-Bestimmung der Handelskammer Hamburg

Die gesamte Ausrichtung der Handelskammer Hamburg, wie die gesamtwirtschaftliche Interessenvertretung, der Dialog mit den Mitgliedsunternehmen, die unkomplizierte Umsetzung hoheitlicher Aufgaben sowie das Verhalten der Repräsentanten prägen die öffentliche Wahrnehmung und tragen dazu bei, Bedürfnisse verschiedenster Personen und Gruppen zu erfüllen oder gar zu formen und zu verändern. In dieser Untersuchung geht es daher um die Kernaufgaben und Grundfunktionen der Handelskammer Hamburg und die Effekte, die sich für die Gesellschaft ergeben, wie zum Beispiel der Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Hamburger Unternehmen, zur Innovati­onsfähigkeit des Standortes Hamburg oder zum gesellschaftspolitischen Diskurs.
“Die Handelskammer Hamburg ist Vorreiterin bei der Frage, wie die Kammern in Deutschland ihre Rolle zukunftsorientiert weiterentwickeln. Das entstandene Gemeinwohlprofil verdeutlicht: Es wurde viel erreicht und es wird viel erwartet. Im Kern geht es um eine aktive Rolle, die Lebensfähigkeit von Hamburg zu stärken. Eine große Aufgabe, für die die Handelskammer Hamburg gut gerüstet ist.”
Prof. Dr. Timo Meynhardt, Handelshochschule Leipzig

Ziel: “Mit der Wirtschaft die Lebensfähigkeit von Hamburg stärken”

Aus der Befragung von 30 Persönlichkeiten aus allen Teilen der Gesellschaft konnten sieben Gemeinwohl­beiträge (Public Values) herausgearbeitet werden, die mit der Handelskammer Hamburg in Verbindung gebracht werden.
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Dies sind im Einzelnen:
  1. Als modernes, ehrbares Vorbild auftreten: Von der Handelskammer wird erwartet, dass sie ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt, Vielfalt, Transparenz und Einbindung lebt und die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft stärkt.
  2. Gesellschaft der Zukunft mitgestalten: Die Handelskammer soll die Zukunft gesamtgesellschaftlich denken und wichtige Impulse für die Wirtschaft bieten.
  3. Vernetzung pflegen und nutzen: Der Diskurs mit Politik und Verwaltung soll intensiviert und der wertschätzende Dialog mit anderen gesellschaftlichen Akteuren gesucht werden. Der Wert der Wissenschaft für die Wirtschaft muss herausgestellt werden.
  4. Standort räumlich und strukturell weiterdenken: Die internationale Vernetzung soll gezielt gefördert werden und Hamburg soll sich im norddeutschen Wirtschaftsraum Kontext entwickeln. Auch die nachhaltige Mitentwicklung von Strukturen wird erwartet.
  5. Lebenschancen und Erfolg ermöglichen: Die Aus- und Weiterbildung muss weiterhin im Fokus stehen.
  6. Kompetente Hilfe zur Selbsthilfe leisten: Mitgliedsunternehmen sollen noch mehr zum Mitmachen animiert werden. Die Handelskammer soll Partner bei der Unternehmensentwicklung sein und ein transparentes Leistungsspektrum gestalten.
  7. Stimme der Wirtschaft verantwortungsbewusst und kraftvoll einbringen: Die Handelskammer soll ihren Erwartungen gerecht werden und gebündelt die Interessen der Wirtschaft vertreten. Partikularinteressen müssen ausgehalten und ausgeglichen werden.
Die grünen Balken in der Abbildung zeigen an, dass die Handelskammer nach Einschätzung der Befragten den jeweiligen Gemeinwohlbeitrag bereits leistet, gelbe Balken sind ein Indiz dafür, dass hier von der Handelskammer noch mehr erwartet wird, und die Länge der blauen Balken zeigt den notwendigen Veränderungsimpuls an.

Benchmarking mit anderen Institutionen und Unternehmen

Im GemeinwohlAtlas wird der Gemeinwohlbeitrag von Unternehmen und Organisationen verglichen. Im Vergleich zum GemeinwohlAltas Deutschland 2019 erreicht die Handelskammer Hamburg ein durchschnittliches Ergebnis.
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Mithilfe des Leipziger Modells konnten wir unseren Gemeinwohlbeitrag ermitteln und Spannungsfelder erkennen. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, unsere Rolle als kraftvolle Stimme der Wirtschaft zum Wohle unserer Stadt als Ganzes neu zu definieren. Wir freuen uns über das positive Feedback und das Vertrauen, das uns von Stakeholdern, Mitgliedern und Mitarbeitenden geschenkt wird und das auch in dieser Studie zum Ausdruck kommt.”
Astrid Nissen-Schmidt, Vizepräses der Handelskammer Hamburg
Wir freuen uns sehr, dass unsere Stakeholder uns einen guten Gemeinwohlbeitrag attestieren. Besonders spannend finde ich, dass von uns auch erwartet wird, über den Tellerrand der Wirtschaft hinaus die Transformation der Gesellschaft der Zukunft aktiv mitzugestalten. Genau das haben wir mit unserer Standortstrategie ‚Hamburg 2040‘ begonnen. Das Ergebnis der Gemeinwohlbefragung bestärkt uns darin, diesen Weg selbstbewusst weiter zu verfolgen.”
Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg

Methodische Vorgehensweise

Der Gemeinwohlbeitrag der Handelskammer Hamburg gibt die Perspektive relevanter Partner der Handelskammer Hamburg wieder. Für die Studie wurden 30 strukturierte Interviews mit  Vertreter:innen aus Unternehmen, Politik und Verwaltung, aus Wissenschaft und Medien, Vereinen und Verbänden, Kunst, Kultur und Kirche geführt.
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In einem umfangreichen, komplexen Fragenkatalog wurden der aktuelle Gemeinwohlbeitrag der Handelskammer Hamburg erfragt und Anregungen für die künftige Positionierung ermittelt. Zu jedem Thema wurden die Befragten um eine positive und negative Aussage gebeten. Die 360 Einzelbeiträge der Befragungen wurden strukturiert und zu sieben Gemeinwohlbeiträgen verdichtet.
Die Methode wurde von Prof. Timo Meynhardt von der Handelshochschule Leipzig entwickelt, der die repräsentative Studie in Zusammenarbeit mit Timm Richter von der NEO Culture GmbH geleitet hat.