Bahnbrechende Innovationen fördern - Sprunginnovationsagentur

Kleine und mittlere Unternehmen, die bahnbrechende Innovationen und Geschäftsmodelle entwickeln wollen, bekommen Unterstützung – von der „Agentur für Sprunginnovationen“. Eine Sprunginnovation ist eine Innovation, die unser Leben nachhaltig zum Besseren verändert. Sie kann einen komplett neuen Markt erschaffen, einen existierenden Markt so grundlegend verändern, dass ein völlig neues Ökosystem entsteht, oder aber ein massives technologisches, soziales oder ökologisches Problem lösen. Die Bandbreite deutscher Sprunginnovationen reicht von Radio und Fernsehen über Aspirin, Elektronenmikroskop und Automobil bis zu den Sozialgesetzen, die 1883 von Otto von Bismarck eingeführt wurden.
Die Agentur wurde am 16. Dezember 2019 als "SprinD GmbH" in Leipzig gegründet, Alleingesellschafter ist der Bund. Ziel ist es Deutschland im internationalen Innovations- und Technologiewettbewerb zu stärken. Der Agentur stehen für die nächsten zehn Jahre rund eine Milliarde Euro zur Verfügung. In den ersten drei Jahren sind zehn Innovationswettbewerbe geplant, zudem sollen zehn Spitzenprojekte konkret gestartet werden.
Die Agentur soll ein flexibles und schnelles staatliches Förderinstrument sein. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begründete die Einrichtung unter anderem damit, dass in Deutschland zwar zahlreiche wegweisende Erfindungen entstanden, jedoch in anderen Ländern in marktfähige Produkte umgesetzt worden seien. Die Agentur verfolge deshalb den Anspruch, Innovatoren "von der Idee zum Markterfolg" zu begleiten. Sie wird themenoffen und in einer von Risikobereitschaft, Flexibilität und Fehlertoleranz geprägten Kultur wirken. Die Themenfindung soll durch einen Bewertungsprozess in der Agentur stattfinden.

Vorschlag neuer Projekte

SprinD ist bei der Wahl der Themenfelder offen, solange sie zivilen Zwecken dienen. Die Projekte werden in einem Mehraugenprinzip von einem Expertengremium ausgewählt. Jede Projekteinreichung wird den Expert*innen vorgestellt und von diesen eingeschätzt. Dafür werden alle eingereichten Dokumente berücksichtigt sowie eine sorgfältige Recherche vorgenommen. Stellt sich heraus, dass die Idee nicht ins Tätigkeitsfeld von SprinD passt, werden sie informiert. Passt die Idee, verfolgt die Agentur diese gemeinsam mit ihnen weiter. Dabei stehen ihnen erfahrene SPRIND-Innovationsmanager*innen zur Seite. Danach blickt das Entscheidungsgremium erneut auf ihre Idee. Kommt es zu dem Schluss, dass das Projekt realisierbares Sprunginnovationspotential aufweist, wird es dem SPRIND-Aufsichtsrat vorgelegt. Dieser legt final fest, ob und in welcher Form eine Kooperation zu Stande kommt.

Unterstützung durch SprinD

Die Agentur hat kein Förderprogramm und damit auch keine Förderrichtlinien. Stattdessen werden Kooperationen individuell ausgestaltet:
  • FINANZIERUNG - für die jeweilige Kooperation wird das passende Finanzierungswerkszeug gesucht, z.B. die Vergabe eines Validierungsauftrages oder auch die Gründung einer Projekt-GmbH.
  • RAT UND TAT - Für die Weiterentwicklung einer Idee werden technologische und unternehmerische Expertise eingebracht. Die Expert*innen sind selbst erfolgreiche Gründer*innen und Unternehmer*innen.
  • BUSINESS SERVICES – Die wenigsten Gründer sind vom Start weg in allen Disziplinen gut aufgestellt. Daher unterstützt SprinD – falls notwendig – bei all dem, was ein Business braucht, z.B. bei der Buchhaltung, beim Controlling, der Rechtsberatung, dem Produktmanagement oder beim Marketing.
  • TEAMBUILDING – Bei Bedarf wird den Innovator*innen bei der Zusammenstellung von Teams geholfen.
  • NETZWERK-AUSBAU – Es wird ein exzellentes Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft bereitgestellt.
  • ZUSAMMENARBEIT NACH MASS – Den Kern macht das persönliche Miteinander aus, die individuelle Gestaltung der Kooperation.

Aktuelle laufende Projekte:

Wettbewerbe

Mit insgesamt drei Innovationswettbewerben testet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein neues Instrument zur Förderung von Sprunginnovationen. Folgende Wettbewerbe gingen an den Start: „Energieeffizientes KI-System“, „Organersatz aus dem Labor“ und „Weltspeicher“.
Weitere Informationen unter www.sprind.org