Stagnation verfestigt sich – Unsicherheit bleibt hoch

Zu Beginn des Jahres 2026 verfestigt sich bei den Unternehmen im IHK‑Bezirk die bereits seit längerem andauernde Seitwärtsbewegung. Tragfähige Wachstumsimpulse sind weiterhin nicht erkennbar. Angesichts schwacher Nachfrage, steigender Kosten und anhaltend hoher politischer Unsicherheit setzt sich die strukturelle Wachstumsschwäche der regionalen Wirtschaft fort.
Das IHK‑Geschäftsklima verharrt nahe der Nulllinie und verdeutlicht, dass eine konjunkturelle Trendwende weiterhin ausbleibt. Zusätzliche Sorgen bereiten vielen Unternehmen der neue Konflikt im Nahen Osten. Die gestiegenen Preise für Kraftstoff, Energie und Rohstoffe belasten einen großen Teil der Unternehmen und verschärfen den ohnehin hohen Kostendruck. In der Folge werde die aktuelle Geschäftslage erneut schlechter bewertet. Da neben den Kosten auch die Unsicherheit zugenommen habe, fällt der Blick nach vorn entsprechend zurückhaltend aus: Trotz kleiner saisonaler Aufhellungen bleiben die Erwartungen insgesamt pessimistisch. Investitionsabsichten und Beschäftigungspläne werden daher vielfach auf das Notwendigste beschränkt.
In der Industrie verschärft sich der Kostendruck weiter, während die Hoffnung auf eine nachhaltige Besserung gering bleibt. Die leichte Verbesserung des Geschäftsklimas gegenüber dem Vorquartal auf ‑1,7 Punkte ist saisonal bedingt und kann nicht über den anhaltenden Seitwärtstrend hinwegtäuschen. Auftragseingänge und Gesamtumsätze gehen erneut zurück, der Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten bleibt niedrig. Gleichzeitig verschlechtert sich die Gewinnsituation spürbar. Die Unternehmen stehen damit weiterhin unter einer doppelten Belastung: Schwache Nachfrage trifft auf deutlich steigende Kosten – insbesondere bei Energie und Löhnen –, die nur begrenzt weitergegeben werden können. Zusätzliche Belastungen entstehen durch geopolitische Spannungen und unsichere außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Das Baugewerbe startet schwierig in das Jahr. Witterungsbedingt verschobene Baumaßnahmen führen zu einem deutlichen Rückgang der aktuellen Geschäftslage. Gleichzeitig steigen Auftragsbestand und Geschäftserwartungen, was die Hoffnung nährt, dass ausgefallene Umsätze im kommenden Quartal nachgeholt werden können. Dennoch sinkt das Geschäftsklima auf 1,2 Punkte. Dies unterstreicht die schwierige Lage einer Branche, die zwischen gestiegenen Zinsen, hohen Kosten und nachlassender Nachfrage anhaltend unter Druck steht. Eine grundlegende Trendumkehr bei den seit längerem rückläufigen Auftragseingängen ist weiterhin nicht erkennbar. Die angekündigten zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ zeigen bislang keine messbare Wirkung.
Im Dienstleistungsgewerbe trübt sich die Geschäftslage wieder ein. Der anhaltende Kostendruck sorgt seit längerem für Unsicherheit bei der Bewertung der aktuellen Situation. Im ersten Quartal 2026 sinkt das Geschäftsklima auf 2,6 Punkte. Auch beim jüngsten Kostenanstieg bleibt unklar, inwieweit dieser über Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden kann oder ob negative Effekte auf Aufträge und Umsätze drohen. Damit gerät die im Branchenvergleich bislang noch robuste Entwicklung zunehmend unter Druck. Insbesondere steigende Arbeitskosten haben sich zu einem wesentlichen Belastungsfaktor entwickelt. Trotz einer leichten Aufhellung setzt sich saisonbereinigt die Beschäftigungszurückhaltung fort.
Im Handel hellt sich das Geschäftsklima nach der sehr düsteren Stimmung im Vorquartal wieder etwas auf und erreicht 0,8 Punkte. Die aktuelle Geschäftslage kehrt damit auf das Niveau des Vorjahresquartals zurück. Trotz anhaltender Kosten- und Strukturprobleme setzen die Unternehmen vorsichtig auf ein Nachlassen der Konsumzurückhaltung. Die Stimmungsaufhellung bleibt jedoch fragil. Angesichts einer erneut anziehenden Inflation erscheinen die erwarteten Umsatzzuwächse unsicher. Bei den Beschäftigungs- und Investitionsabsichten signalisieren neutrale Salden weiterhin Zurückhaltung.
Im Verkehrsgewerbe nimmt der Kostendruck weiter zu, während sich die konjunkturelle Entwicklung der Branche im Leerlauf befindet. Das Geschäftsklima stagniert bei 3,6 Punkten, eine Erholung ist nicht in Sicht. Die im Zuge des Iran‑Krieges gestiegenen Kraftstoffpreise treffen auf eine ohnehin angespannte Ertragslage, da auch andere Kosten – etwa für Personal, Versicherungen und Ersatzteile – weiter zulegen. Zusätzlich bleiben die Auftragseingänge saisonbedingt niedrig. Die Investitionstätigkeit konzentriert sich daher zunehmend auf Rationalisierungsmaßnahmen zur Kostendämpfung.