Steuerliche Forschungsförderung

Forschende Unternehmen können seit dem 1. April 2021 für ihre Leistungen beim Finanzamt einen Antrag auf Forschungszulage (FZul) stellen. Dies ist rückwirkend für 4 Jahre (ab dem 1. Januar 2020) möglich.
Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.
Förderart
  • Zulage
Fördergegenstand
  • Forschung und Entwicklung (FuE) mit Beginn nach dem 1. Januar 2020:
    • eigenbetriebliche Forschung und Entwicklung (FuE)
    • Auftragsforschung
    • Eigenleistung Einzelunternehmer
  • Technologieoffen
  • Grundlagenforschung, industrielle Forschung, experimentelle Entwicklung (bis TR-Level 8)
Antragsberechtigte
  • alle Unternehmen, unabhängig von Branche, Größe und Rechtsform, mit Sitz in Deutschland
  • Rechtsanspruch auf Förderung, wenn Bedingungen im Rahmen des FZulG im Sinne des Einkommens- und Körperschaftssteuergesetzes erfüllt sind
  • ausgeschlossen: nicht steuerpflichtige oder von der Steuer befreite Unternehmen
Förderhöhe
  • Förderung einzelbetrieblicher Projekte als auch Verbundvorhaben: Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der Lohnkosten der forschenden Mitarbeiter (max. 4 Mio. Euro förderfähig bis 30. Juni 2026, danach max. 2 Mio. Euro)
  • Auftragsforschung: Zuschuss  in Höhe von 15 Prozent der Auftragssumme (hier auch Materialkosten, Dienstreisen etc. möglich)
  • Unternehmerlohn bei Einzelunternehmern: 30 Euro je nachgewiesene Arbeitsstunde, max. 40-Stunden-Woche
Antragstellung
  • zweistufige Antragstellung:
    • digitale Beantragung der FuE-Bescheinigung bei der Bescheinigungsstelle (BSFZ), dafür ELSTER-Zertifikat notwendig
    • Antrag auf Forschungszulage beim jeweiligen Finanzamt (innerhalb der Steuererklärung)
  • Forschungszulage wird nicht gesondert ausgezahlt, sondern mit der nächsten Einkommens- beziehungsweise Körperschaftsteuer verrechnet
  • ergibt die Steuerklärung einen Verlust, wird die Forschungszulage ausgezahlt
  • Förderbetrag wird nicht mit Ertragssteuer belastet
Sonstiges
  • keine Antragstellung vor Vorhabenbeginn notwendig
  • Wirtschaftsjahrbezogene Förderung
  • rückwirkende Antragsstellung im Zeitraum von 4 Jahren möglich
  • für Forschungspersonal kein akademischer Grad notwendig
Stand: Juni 2022