Erneuerbare Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung

Unternehmen, die in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie Netze und Speicher investieren wollen, können hierfür einen KfW-Förderkredit beantragen. Bis zu 100 Prozent der Investitionskosten können damit finanziert werden. Es gibt zwei Programmteile: “ Erneuerbare Energien – Standard” und “Erneuerbare Energien – Premium”.

Erneuerbare Energien – Standard (KfW)

Förderart
  • Kreditförderung
Fördergegenstand
  • Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen, die die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 erfüllen, einschließlich der hierfür erforderlichen Planungs-, Projektierungs- und Installationsmaßnahmen
  • Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen zur reinen Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien (auch Solarthermie)
  • Wärme-/Kältenetze und Wärme-/Kältespeicher, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden
  • Maßnahmen zur Flexibilisierung von Stromnachfrage und -angebot sowie zur Digitalisierung der Energiewende
Antragsberechtigung
  • Vorhaben in Deutschland:
    - in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden, sowie öffentliche Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit
    - Einzelunternehmer, Freiberufler
    - Körperschaften des öffentlichen Rechts, kommunale Zweckverbände, Anstalten des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit
    - natürliche Personen, Vereine, Genossenschaften, rechtsfähige Stiftungen
    - Landwirte 
    - natürliche Personen, Vereine, Genossenschaften, rechtsfähige Stiftungen
  • Vorhaben im Ausland:
    - Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Einzelunternehmer oder Freiberufler mit Sitz in Deutschland
    - Tochtergesellschaften der o. g. deutschen Unternehmen mit Sitz im Ausland
    - Joint Ventures mit maßgeblicher deutscher Beteiligung im Ausland
Förderhöhe
  • Finanzierungsanteil: bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Kredithöchstbetrag: max. 50 Mio. Euro pro Vorhaben
  • Laufzeit: max. 30 Jahre bei max. 5 tilgungsfreien Anlaufjahren und Zinsbindung für die ersten 10 Jahre
Antragstellung
  • Antragstellung erfolgt vor Maßnahmenbeginn ausschließlich über Finanzierungspartner (Banken und Sparkassen)
Stand: Dezember 2021

Erneuerbare Energien – Premium (KfW)

Förderart
  • Kreditförderung
Fördergegenstand Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt: Errichtung und Erweiterung von
  • Solarkollektoranlagen (mit mehr als 40 m² Bruttokollektorfläche)
  • Biomasseanlagen zur Verbrennung fester Biomasse für thermische Nutzung sowie von KWK-Biomasseanlagen (mit mehr als 100 kW Nennwärmeleistung)
  • Wärme- oder Kältenetzen, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden
  • Wärmespeichern, sofern überwiegend aus erneuerbaren Energien gespeist (mit mehr als 10 m³)
  • effizienten Wärmepumpen (mit mehr als 100 kW Nennwärmeleistung)
  • Biogasleitungen für unaufbereitetes Biogas
  • Anlagen zur Erschließung und Nutzung der Tiefengeothermie
Antragsberechtigung
  • Unternehmen und freiberuflich Tätige
  • natürliche Personen, die erzeugten Strom und/oder erzeugte Wärme ausschließlich für privaten Eigenbedarf nutzen (keine Vermietung und keine Landwirtschaft)
  • Landwirte
  • gemeinnützige Antragsteller und Genossenschaften
  • Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Gemeindeverbände
Fördervoraussetzungen
  • Anlagen müssen der Wärme- oder Kältebereitstellung überwiegend innerhalb Deutschlands dienen und sind mind. 7 Jahre zweckentsprechend zu betreiben
  • Antragsteller muss Eigentümer/Pächter/Mieter des Grundstücks, Grundstückteils, Gebäudes oder Gebäudeteils, auf dem die geförderte Maßnahme durchgeführt wird, sein oder ein von diesen beauftragtes Energiedienstleistungsunternehmen (Contractor)
  • Pächter, Mieter, Contractoren benötigen schriftliche Erlaubnis des Eigentümers, die Anlage errichten und betreiben zu dürfen
Förderhöhe
  • Kreditförderung mit zusätzlichem Tilgungszuschuss
  • Finanzierungsanteil: bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten; beim Verwendungszweck Tiefengeothermie: max. in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Netto-Investitionskosten
  • Kredithöchstbetrag: in der Regel max. 25 Mio. Euro pro Vorhaben
  • Laufzeit: max. 20 Jahre bei max. 3 tilgungsfreien Anlaufjahren und Zinsbindung für die ersten 10 Jahre
  • Gewährung eines Tilgungszuschusses: 
    - Fördersätze differenziert je nach Art und Umfang des Vorhabens
    - Zusatzförderung KMU: Erhöhung des Förderbeitrages für KMU um 10 Prozent des gesamten Zuwendungsbetrages möglich
    - Zusatzförderung Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE): für Austausch besonders ineffizienter Wärmeerzeuger kann der Tilgungszuschuss um 30 Prozent erhöht werden
Antragstellung
  • Antragstellung erfolgt vor Maßnahmenbeginn ausschließlich über Finanzierungspartner (Banken und Sparkassen)
  • Antragstellung von kommunalen Gebietskörperschaften und Gemeindeverbänden erfolgt vor Maßnahmenbeginn direkt bei der KfW
Sonstiges
Gewährung der Beihilfen (Zuwendungen) erfolgt je nach Maßnahme auf Grundlage der AGVO oder als De-minimis-Beihilfe
Stand: Dezember 2021