SIHK-Intervention erfolgreich – Stadt Hagen verwirft Umweltspurpläne

Erst die Pläne der Stadtverwaltung, dann deutlicher Widerspruch aus der Wirtschaft und schließlich die politische Absage: Die geplante Umweltspur auf dem Märkischen Ring war in diesem Herbst so schnell vom Tisch, wie das Thema überhaupt erst aufkam. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr hatte sich Ende September gegen den Vorschlag ausgesprochen, zwischen Badstraße und Zehlendorfer Straße die jeweils äußeren Fahrstreifen für Busse und Fahrräder zu reservieren. Vorausgegangen war eine intensive Debatte, in die sich die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) mit erheblichem Nachdruck eingeschaltet hatte.
Die Stadtverwaltung hatte die Umweltspur als temporäre Maßnahme für die Zeit des Rückbaus der Ebene II vorgeschlagen. Aus Sicht der SIHK wäre damit jedoch ausgerechnet während einer Phase erheblicher Verkehrsbelastungen eine weitere wichtige Verkehrsachse in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt worden. Mit dem Rückbau der Ebene II und der Baumaßnahme an der Badstraßenbrücke stehen ab Anfang 2027 jahrelange Großbaustellen mit erheblichen Auswirkungen auf den Hagener Verkehr bevor.
„In den kommenden Jahren muss es das gemeinsame Ziel aller Akteure sein, Hagen trotz der zahlreichen anstehenden Baustellen, Abriss- und Sanierungsmaßnahmen attraktiv erreichbar zu halten. Dafür kämpfen wir gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft seit Monaten. Ausgerechnet jetzt auf einer wichtigen Verkehrsachse Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr wegzunehmen, ist das falsche Signal. Als Oberzentrum muss Hagen aus der gesamten Region erreichbar bleiben – auch mit dem Auto. Statt die Erreichbarkeit der Innenstadt zu priorisieren, wird der Verkehr künstlich ausgebremst. Die geplante Maßnahme ist für die Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandortes ein echter Nackenschlag.“, hatte SIHK-Vizepräsident Marc Werner, zugleich Vorsitzender des Regionalbeirats Hagen, im Vorfeld der Entscheidung betont.
Auch die Geschäftsbereichsleiterin Unternehmen Beraten, Nina Felek, und der Teamleiter Standort und Infrastruktur, Stefan Nickel, bekräftigten in einem Schreiben an die Hagener Politik die Warnung der SIHK. Zusätzliche und vermeidbare Einschränkungen dürften die ohnehin angespannte Verkehrssituation während der bevorstehenden Baustellenjahre nicht weiter verschärfen.
Am Ende mit Erfolg: Der Stadtentwicklungsausschuss folgte den Bedenken und verwarf die Pläne für die Umweltspur. Für die SIHK ist die Entscheidung ein wichtiges Signal für die kommenden Baustellenjahre. Bei allen anstehenden Maßnahmen muss die Erreichbarkeit Hagens für Unternehmen, Beschäftigte, Kunden und Besucher im Mittelpunkt stehen. Gerade angesichts der Vielzahl paralleler Infrastrukturprojekte gilt es, leistungsfähige Verkehrsachsen zu erhalten und zusätzliche Engpässe zu vermeiden.