Energieversorgung sichern

Betriebliche Energieinfrastruktur schützen

Die Sicherheit der betriebliche Energieversorgung vor Angriffen ist aufgrund der zunehmenden Digitalisierung, Vernetzung und Dezentralisierung zu einer kritischen Herausforderung geworden. Zur Sicherheit sollten Unternehmen eigene Notfall- und Krisenmanagementsysteme etablieren.
Die vergangenen Monate haben deutlich gemacht, wie eng wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit miteinander verflochten sind. Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die dadurch veränderte Sicherheitslage in Europa haben gezeigt, dass die eigne Krisenvorsorge und Widerstandsfähigkeit für Unternehmen zur zentralen Herausforderung geworden ist. Unsere Energiesysteme sind hochgradig vernetzt, was sie zu einem primären Ziel für Cyberkriminelle und Sabotage macht. Für alle Unternehmen gilt es, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu vermeiden oder zu minimieren. Gefordert sind Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz und die Vorbereitung auf Störungen oder Ausfälle im operativen Geschäft.
  • Identifizieren Sie Betriebsbereiche, die besonders schützenswert sind. Legen Sie ein angemessenes Schutzniveau fest.
  • Entwerfen Sie Schutzkonzepte für besonders sensible Bereiche.
  • Führen Sie im gesamten Unternehmen, insbesondere in den Führungsebenen und für Ihre Mitarbeitenden in sensiblen Bereichen, Schulungsmaßnahmen durch.
  • Überprüfen Sie Ihre Risikostrategien regelmäßig.
Die Handelskammer Hamburg hat gemeinsam mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen Leitfaden entwickelt, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen zu ermutigen, ihre Krisenvorsorge systematisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Im Leitfaden werden zentrale Handlungsfelder für ein wirksames Risiko- und Krisenmanagement vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung der unternehmerischen Resilienz. Zu jedem Handlungsfeld finden sich begleitende Checklisten mit konkreten Maßnahmenvorschlägen. Die systematische Bearbeitung der Checklisten unterstützt Unternehmen dabei, ihre Vorsorgeschritte strukturiert zu planen, Fortschritte zu dokumentieren und Handlungsbedarfe gezielt zu erkennen.
Für die Energieversorgung gilt:
  • Prüfen Sie die Anschaffung von Notstromaggregaten
    Notstromaggregate sollten so dimensioniert sein, dass sie kritische Systeme und Prozesse für mindestens einige Stunden versorgen können, im besten Fall für 48 bis 72 Stunden. Dazu gehören in der Regel die IT-Infrastruktur, wichtige Fertigungslinien und kritische Kühlketten.
  • .Sichern Sie sensible Bereiche durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
    Die USV schützt empfindliche Elektronik vor den sofortigen Auswirkungen eines Stromausfalls und überbrückt die Zeit, bis der Notstromgenerator anspringt. Für kritische Datenzentren oder Serverräume sollte das USV-System ausreichend dimensioniert sein, um einen nahtlosen Betrieb zu ermöglichen.
  • Klären Sie Möglichkeiten einer Treibstoffversorgung
    Das kann die Lagerung von Treibstoff auf dem eigenen Gelände sein oder auch ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, vertragliche
    Vereinbarungen mit Treibstofflieferanten etc.
11.03.2026