Azubi-Umfrage 2026

Praxisnähe und Zukunftschancen überzeugen Ostthüringer Auszubildende

Die Auswertung der diesjährigen Befragung von 5.314 Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr (2025/2026) der Industrie- und Handelskammern aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt spannende Einblicke in die Sichtweisen und Lebenswelten junger Menschen in der Ausbildung.
Die Ergebnisse der aktuellen Azubi-Umfrage zeigen: Die duale Ausbildung bietet jungen Menschen attraktive Perspektiven. Von den rund 1.500 befragten Jugendlichen in Thüringen würden 85 Prozent ihre Ausbildung im eigenen Unternehmen weiterempfehlen – ein starkes Signal für die Ausbildungsqualität im Freistaat.
Besonders wichtig für die Entscheidung zugunsten einer Ausbildung sind der hohe Praxisbezug und die guten Zukunftsaussichten. 95 Prozent der Befragten sehen im direkten Praxisbezug einen wesentlichen Mehrwert der Ausbildung. Ebenso erwarten 93 Prozent gute Übernahme- und Karrierechancen nach der Ausbildung. Für 80 Prozent der Jugendlichen ist die Ausbildung zudem der Weg in ihren Wunschberuf.
Kreisdiagramm zur Frage „Ist das Ihr Wunschberuf?“ mit Mehrheitsanteil „Ja“.
Bei der Berufsorientierung spielen praktische Erfahrungen und persönliche Kontakte die größte Rolle. 61 Prozent der Auszubildenden nannten Praktika als wichtigste Orientierungshilfe. Auch Eltern, Freunde und Bekannte beeinflussen die Berufswahl maßgeblich: Für die Hälfte der Befragten war das persönliche Umfeld ein wichtiger Wegweiser.
Diagramm zu hilfreichen Angeboten bei der Berufswahl.
Diagramm zu Wegen der Aufmerksamkeit auf Ausbildungsbetriebe.
Der Ausbildungsmarkt zeigt sich weiterhin aufnahmefähig. Über ein Drittel der Jugendlichen erhielt bereits nach einer einzigen Bewerbung eine Zusage für einen Ausbildungsplatz. Viele bewerben sich zudem frühzeitig und erhalten zeitnah Rückmeldungen von den Unternehmen. Die Umfrage macht aber auch auf Herausforderungen aufmerksam. So gaben 27 Prozent der Auszubildenden an, vor Beginn ihrer Ausbildung zunächst ungelernt gearbeitet zu haben. 20 Prozent waren länger als sechs Monate in einer solchen Tätigkeit beschäftigt, 28 Prozent sogar länger als ein Jahr. Am häufigsten diente diese Beschäftigung der Überbrückung bis zum Ausbildungsstart (28 Prozent). Daneben spielten persönliche Gründe und Unsicherheiten bei der Berufswahl eine wichtige Rolle.
Zudem bleibt die Mobilität ein zentrales Thema: Während 37 Prozent der Befragten ihre Berufsschule in weniger als 30 Minuten erreichen und weitere 32 Prozent zwischen 30 und 60 Minuten unterwegs sind, benötigt knapp ein Drittel mehr als eine Stunde für den Weg zur Berufsschule. Das zeigt: Lange Wege und schlechte Verkehrsanbindungen können Ausbildung unnötig erschweren.
Künstliche Intelligenz gewinnt auch in der Ausbildung an Bedeutung. Rund 62 Prozent der Auszubildenden nutzen KI-Anwendungen in ihrer Freizeit. 41 Prozent setzen KI in der Berufsschule ein und etwa 19 Prozent im Ausbildungsbetrieb.