07.07.2026

IHK Dresden und Registergericht im Austausch: Schnellere Gründungen und aktuelle Entwicklungen im Registerrecht

Wie können Unternehmensgründungen einfacher und schneller werden? Welche aktuellen Entwicklungen gibt es im Registerrecht? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Austauschs zwischen der IHK Dresden und dem Registergericht Dresden am 2. Juli 2026. Gemeinsam wurden rechtliche Entwicklungen und praktische Erfahrungen diskutiert, um Unternehmen künftig noch besser unterstützen zu können.

Schnellere Unternehmensgründungen durch Digitalisierung

Die Digitalisierung von Unternehmensgründungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bund und Europäische Union verfolgen das Ziel, Gründungsprozesse weiter zu vereinfachen. Diskutiert wurden unter anderem die geplante 24-Stunden-Gründung sowie das europäische Vorhaben einer „EU Inc.“ (28. Regime). Beide Ansätze sollen dazu beitragen, Gründungen schneller, digitaler und grenzüberschreitend einfacher zu ermöglichen.
Für Unternehmen bedeutet dies: Gründungsverfahren könnten künftig deutlich effizienter ablaufen. Gleichzeitig ergeben sich neue Anforderungen an Registergerichte und weitere beteiligte Stellen.
Die Gründungsberatung der IHK Dresden unterstützt Gründerinnen und Gründer bei allen Fragen rund um die Unternehmensgründung.

Neue Gesellschaftsform: Was ist die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen?

Ein weiterer Schwerpunkt war die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV). Dieses derzeit diskutierte Konzept sieht vor, dass das Vermögen eines Unternehmens dauerhaft dem Unternehmenszweck dient und nicht frei an Gesellschafter ausgeschüttet werden kann.
Im Austausch wurden mögliche Einsatzfelder sowie Erfahrungen aus dem Genossenschaftsregister erörtert. Auch wenn bislang noch keine gesetzliche Regelung besteht, verfolgt die IHK Dresden die Entwicklung aufmerksam und bringt ihre Praxiserfahrungen in die Diskussion ein.
Einen Überblick über verschiedene Rechtsformen von Unternehmen (PDF-Datei · 165 KB) bietet die IHK Dresden auf ihrer Website.

Welche Aufgaben hat das Registergericht?

Das Registergericht prüft Anmeldungen zum Handelsregister und entscheidet über Eintragungen. Im gemeinsamen Austausch standen unter anderem folgende Fragen im Fokus:
  • Welche Angaben prüft das Registergericht bei Firmenänderungen und Sitzverlegungen?
  • Welche Folgen können unzutreffende oder nicht erreichbare Geschäftsanschriften haben?
  • Wann können Registergerichte Zwangsmaßnahmen ergreifen?
Eine korrekte Registereintragung schafft Rechtssicherheit und ist für Unternehmen von großer Bedeutung.

Amtslöschung: Was bedeutet sie für Unternehmen?

Ein weiterer Diskussionspunkt waren Amtslöschungen. Darunter versteht man die Löschung einer Gesellschaft durch das Registergericht unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen.
Im Mittelpunkt standen unter anderem folgende Fragen:
  • Wie wird mit Gesellschaften umgegangen, die vermögenslos und gleichzeitig insolvenzreif sind?
  • Welche Auswirkungen kann eine Amtslöschung auf Geschäftsführer haben?
  • Wie werden Verfahren behandelt, die mangels Insolvenzmasse eingestellt wurden?
Gerade diese Themen zeigen, dass es in der Praxis noch offene Fragestellungen gibt, die einen engen Austausch zwischen Registergericht und IHK erforderlich machen.

Wann wird ein Notgeschäftsführer bestellt?

Die Teilnehmenden tauschten sich außerdem über die Bestellung eines Notgeschäftsführers aus. Ein Notgeschäftsführer wird durch das Gericht eingesetzt, wenn eine GmbH keinen handlungsfähigen Geschäftsführer mehr hat und wichtige Entscheidungen nicht mehr getroffen werden können.
Nach Einschätzung des Registergerichts nehmen entsprechende Anträge derzeit zu.

Warum der regelmäßige Austausch wichtig ist:

Der regelmäßige Dialog zwischen der IHK Dresden und dem Registergericht stärkt die Rechtssicherheit und verbessert die Rahmenbedingungen für Unternehmen. Neue gesetzliche Entwicklungen können frühzeitig bewertet, praktische Erfahrungen ausgetauscht und offene Fragestellungen gemeinsam diskutiert werden.
Die IHK Dresden bringt dabei die Perspektive der regionalen Wirtschaft ein und setzt sich dafür ein, Unternehmensgründungen zu erleichtern, Verwaltungsverfahren zu modernisieren und praxisgerechte Lösungen für Unternehmen zu fördern.