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Nr. 5106846
Online-Magazin

Zukunftsmut: Ideen für mehr Nachhaltigkeit

Von der Chancengleichheit am Arbeitsplatz über ressourcenschonende, umweltfreundliche Produktion, neue Geschäftsideen, die Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen präsentieren, bis hin zu Sponsoring von Sportvereinen, Kultureinrichtungen und mehr: Unternehmerische Verantwortung hat viele Facetten. In dieser Artikelserie stellen wir Ihnen Good-Practices in Sachen ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit aus der Region Rhein-Main-Neckar und darüber hinaus vor, die beweisen, warum wir auch in Zeiten multipler Krisen mehr Optimismus wagen sollten.
Unternehmensporträt
Maria Farruggio-Eiselt und Miriam Garcia mit Akku-Scheren vor einer Hecke © IHK Darmstadt / Markus Schmidt

Ein Hidden Champion ist Ikra aus Münster. Seit bald 50 Jahren produziert das Familienunternehmen Gartengeräte vor allem als Eigenmarken für große Baumärkte, die sie unter ihrem Namen verkaufen. Das riesige Ersatzteilangebot, umweltfreundliche Verpackungen und der soziale Umgang mit der Belegschaft zeigen, dass bei Ikra Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle spielt.

Unternehmen Verantwortung
Der Neubau von Kopp Schleiftechnik © IHK Darmstadt/Thomas Neu

Die Zeit drängt. Um die Klimaziele der nächsten Jahre und Jahrzehnte nicht zu reißen, ist rasches Handeln gefragt. Südhessische Unternehmen zeigen, wie weit sie bei der Transformation hin zu klimaneutralem Wirtschaften sind – und wo die Grenzen liegen.

Sozialer Treffpunkt
Thomas Winter, Inhaber der Langfeldsmühle © IHK Darmstadt / Klaus Mai

Die Lebensmittel kommen aus der Region, der Strom wird aus Wasser und Sonne produziert, ein denkmalgeschütztes Gebäude erstrahlt in neuem Glanz und wird zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Ort: Thomas Winter zeigt mit der Langfeldsmühle in Hergershausen, an welchen Stellschrauben Gastronomen drehen können, um zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen. Dabei hatte er ursprünglich gar nicht vor, ein Gasthaus zu eröffnen.

Kunst- und Biowerkstoffe
Torsten Schmitt, Geschäftsführer der Cortec GmbH © IHK Darmstadt / Arndt Falter

Bei Hemden, Hosen oder Pullovern ist das Thema Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren zunehmend ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Doch auch Kleiderbügel sind in der Textilbranche gerade mit Blick auf die CO2-Bilanz ein beträchtlicher Faktor. Die Firma Cortec aus Wald-Michelbach produziert Kleiderbügel, die neben recyceltem Kunststoff einen beträchtlichen Teil eines nachwachsenden, regionalen Rohstoffs enthalten: Gras aus dem Odenwald.

Im Einklang mit der Natur
Geschäftsführer Marco Röhrig am Steinbruch der Röhrig Granit GmbH in Heppenheim-Sonderbach © IHK Darmstadt / Thomas Neu

Genug Wohnraum, intakte Straßen, Brücken und gut ausgebaute Bahnstrecken: All das sind grundlegende Faktoren für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung einer Region. Das Unternehmen Röhrig Granit in Heppenheim liefert für die Bauindustrie wichtige Gesteinsrohstoffe – zum größten Teil in die Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Kurze Transportwege wirken sich positiv auf die Klimabilanz aus. Aber auch bei Themen wie Artenschutz oder Soziales setzt sich das Familienunternehmen für Nachhaltigkeit ein.

Future Farming
Porträt von Dr. Michael Müller, im Hintergrund Regale mit Erdbeerpflanzen. © IHK Darmstadt/Thomas Neu

Hitze und Trockenheit, eine sich verschärfende Wasserknappheit und die weltweit explodierende Nachfrage nach Nahrungsmitteln stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Hydroponik kann dazu beitragen, die Versorgung mit lokal produzierten Nahrungsmitteln dauerhaft zu sichern. Das Start-up Pflanzentheke aus Lorsch bietet ein System zum vertikalen Anbau von Gemüse außerhalb der Erde. Das spart beträchtliche Mengen an Wasser und Dünger. Und auf der gleichen Fläche kann deutlich mehr Ertrag erzielt werden.

Autofrei und Spaß dabei
Inhaber Jürgen Fuchs © IHK Darmstadt / Klaus Mai

Steigende Spritpreise, verstopfte Innenstädte und die immer stärker spürbaren Folgen des Klimawandels rücken das Thema Mobilitätswende zunehmend in den Fokus. Weil der größte Teil der Autofahrten auf Entfernungen unter zehn Kilometern entfällt, sind E-Bikes eine umweltfreundliche Alternative zum Pkw. Wegen des großen Potenzials hat Jürgen Fuchs bereits vor rund zehn Jahren in seinem Fahrradgeschäft in Groß-Gerau auf die batterieunterstützten Zweiräder umgesattelt. Doch das Thema Nachhaltigkeit spielt für Ihn nicht nur beim Angebot eine wichtige Rolle.

Nachhaltige Wasserenthärtung
Aqon Water Solutions in Bensheim © IHK Darmstadt / Thomas Neu

Rund 40 Prozent der Haushalte in Deutschland liegen in Regionen, in denen das Wasser einen hohen Kalkgehalt hat. Der Kalk lagert sich ab, verstopft Leitungen und mindert die Effizienz von Heizungen oder Waschmaschinen. Eine umweltfreundliche Alternative zu Wasserenthärtungsanlagen auf Salzbasis bietet das Bensheimer Unternehmen Aqon. Und es beschreitet einen Vertriebsweg, der in der Branche eher ungewöhnlich ist.

Regional und nachhaltig Einkaufen
Tante Erna - der Unverpackt-Laden in Mörfelden © IHK Darmstadt/Markus Schmidt

Regionale und saisonale Produkte anbieten sowie Verpackungsmüll und Lebensmittelabfälle so gut es geht vermeiden – das steckt hinter dem Konzept der sogenannten Unverpackt-Läden. Doch die massiv gestiegenen Preise sind eine existenzielle Herausforderung für viele dieser Geschäfte. Dabei ist deren Sortiment nicht zwangsläufig teurer als beim Discounter. Das sagt auch Sylvia Landau-Hahn, die seit 2020 mit viel Hingabe das Geschäft Tante Erna Unverpackt in Mörfelden-Walldorf betreibt.

Wetterinfos, Saatgut, Kapital und mehr
© IHK Darmstadt/Markus Schmidt

Als Junge wollte Kizito Odhiambo Ingenieur werden und Autos bauen. Heute unterstützt sein Agrar-Fin-Tech-Start-up Agribora von Darmstadt aus Kleinbauern in Kenia. Seine Mission sieht der Jungunternehmer nicht allein darin, die Situation in seiner Heimat zu verbessen und dazu beizutragen, dass sich die Menschen dort in absehbarer Zeit selbst ernähren können. Er möchte Kenia und Deutschland enger zusammenbringen.

Berufliche Orientierung mal anders
Emanuele Monaco © IHK Darmstadt / Klaus Mai

Mit Bestseller-Autor Benedict Wells kreative Schreibtechniken ausprobieren, Ideen für eigene Songs mit HipHop-Produzent Brenk Sinatra entwickeln oder von erfolgreichen Jungunternehmern Impulse für erste Geschäftsideen erhalten – das ist Teil des Konzepts von Teech. Das Darmstädter Start-up der Brüder Emanuele und Joel Monaco bringt auf seiner Plattform vor allem Jugendliche mit Mentoren zusammen, die ihnen einen Einblick ins Berufsleben verschaffen und so Anregungen für ihren weiteren Karriereweg geben.

Geschlossener Kreislauf
Wetropa Mörfelden © IHK Darmstadt / Markus Schmidt

Kreislaufwirtschaft ist ein entscheidender Hebel, um den CO2-Ausstoß zu senken und das Wirtschaftswachstum vom Verbrauch nicht erneuerbarer Rohstoffe zu entkoppeln. Während Recycling von Papier und Pappe heute fest etabliert ist, gibt es bei Kunststoff Nachholbedarf. Das Unternehmen Wetropa aus Mörfelden geht das Thema mit Schaumstoffverpackungen an, die in einem geschlossenen Kreislauf nahezu vollständig wiederverwertet werden können.

UNTERNEHMERTUM IST VERANTWORTUNG
Ceres - rethink outside the box © IHK Darmstadt / Markus Schmidt

Luftpolsterkissen aus Kunststoff sind vor allem im Versandhandel noch die Regel. Eine nachhaltige Alternative entwickelt das Darmstädter Start-up Ceres – und greift dabei auf einen Reststoff zurück, der sonst als Nebenprodukt aus der Landwirtschaft zu einem beträchtlichen Teil verrottet oder verbrannt wird: Stroh.

UNTERNEHMERTUM IST VERANTWORTUNG
Biovox Darmstadt - Functionalized Bioplastic Compounds © IHK Darmstadt / Markus Schmidt

Das Gesundheitswesen hat in Deutschland einen Anteil von 5,2 Prozent am Klimagasausstoß. Ein Grund dafür ist die Verwendung von Einwegkunststoff auf fossiler Basis. Mit den biobasierten Kunststoffen des Darmstädter Unternehmens Biovox lässt sich der CO2-Fußabdruck deutlich reduzieren – davon sind die Gründer überzeugt. Bis zur Marktreife in der Medizintechnik ist es für diese Produkte jedoch ein langer und manchmal auch steiniger Weg.

UNTERNEHMERTUM IST VERANTWORTUNG
Probenda Pfungstadt © IHK Darmstadt / Markus Schmidt

Für die Fütterung von Haus- und Nutztieren wird enorm viel Eiweiß benötigt. Weil es davon in Europa nicht genug gibt, wird dieses in großen Mengen importiert. Das Pfungstädter Unternehmen Probenda gewinnt hochwertiges tierisches Protein aus den Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Das Vielversprechende daran: Das Insekt kann problemlos gezüchtet werden, denn es stellt keine großen Ansprüche.

Unternehmertum ist Verantwortung
Porträtfoto Herr Simon Krech © IHK Darmstadt / Klaus Mai

Effizienter arbeiten, Ausfälle vermeiden und Ressourcen schonen – dazu muss man auch die Kräfte kennen, die tatsächlich in Maschinen wirken. Das Darmstädter Start-up Core Sensing hat dafür einen intelligenten Sensor entwickelt.

Unternehmertum ist Verantwortung
Unternehmensporträt "magnotherm solutions" © Klaus Mai / IHK Darmstadt

Bisher sind viele Kühlsysteme schädlich für die Umwelt und das Klima. Das Deep-Tech-Start-up Magnotherm aus Darmstadt hat hierfür eine Lösung entwickelt, die weder problematische Gase freisetzt noch  zur Klimaerwärmung beiträgt – und die hohes Marktpotenzial verspricht.

#WirtschaftHilft
Das Team vom Bau © Markus Schmidt / IHK Darmstadt

Die IHK Darmstadt hilft: Rund 30 Mitarbeiter und weitere freiwillige Helfer haben vor Kurzem eine Werkswohnung auf dem IHK-Gelände renoviert. Die Wohnung wurde ursprünglich für den Hausmeister geschaffen, seit vielen Jahren diente sie zuletzt als Lagerfläche. Nun lebt eine ukrainische Flüchtlingsfamilie darin.

Unternehmertum ist Verantwortung
Unternehmensporträt "Revoltech" © Klaus Mai / IHK Darmstadt

Nach einem Praktikum in der Modeindustrie beschließt Lucas Fuhrmann zusammen mit zwei Freunden, eine rein pflanzliche Lederalternative zu entwickeln. Mit dem innovativen Material „Lovr“ will das Trio nichts Geringeres, als die Textilindustrie zu revolutionieren.

Unternehmertum ist Verantwortung
Leuchtturm008_Kopp1 © KOPP Schleiftechnik GmbH

Seit über einem halben Jahrhundert arbeitet die Firma Kopp Schleiftechnik im Odenwald Verschleißwerkzeug auf. Meist müssen nur Millimeterbruchteile abgetragen werden, um abgenutzte Bohrer oder Fräsen wieder voll funktionsfähig zu machen. So sinkt nicht nur Ressourcenverbrauch, sondern die Kunden sparen auch eine Menge Geld.

Diversität fördern
Junger Mann an der Registrierkasse eines Ladengeschäftes © Vinocentral

Das Vinocentral am Darmstädter Hauptbahnhof beschäftigt zwei Menschen mit Beeinträchtigung. Dafür hat es 2020 den Hessischen Landespreis erhalten. Inklusion ist für die beiden Macher ein wichtiger Teil im Gesamtkonzept ihrer unternehmerischen Verantwortung.

Unternehmertum ist Verantwortung
Leuchtturm006_TaxiKraemer3a © Klaus Mai

Der Verkehrssektor ist eines der größten Sorgenkinder, wenn es um Klimaschutz geht. Das liegt auch daran, dass für die Anschaffung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben das nötige Kleingeld vorhanden sein muss. Thomas Krämer scheut die Kosten nicht: Er setzt seit Anfang 2019 in seiner Taxiflotte zunehmend auf Elektromobilität.

Unternehmertum ist Verantwortung
Männliche Person fährt mit einem elektrischen Lastenroller © Stefan Wildhirt

Wenn Gründergeist auf Innovationsfreude trifft, entstehen Erfindungen wie der elektrische Lastenroller SurbX. Das urbane Transportdreirad verbindet zweckmäßiges Design mit Fahrfreude. Obendrein ist er dank seines austauschbaren Multiuse-Akkus besonders nachhaltig, sagt das Unternehmerpaar Monika und Matthias Reck aus Ober-Ramstadt.

Essen zum Mitnehmen
Koch schliesst eine mit Speisen gefüllte Pfandbox © Arndt Falter

Der Odenwälder Gastronom Thomas Treusch suchte nach einem geeigneten Pfandsystem für seine Speisen zum Mitnehmen, die er mit Beginn des ersten Corona-Lockdowns wie viele andere Gastronomiebetriebe auch verstärkt anbot. Weil er nicht fündig wurde, baute er ein eigenes auf. Die Anfänge sind vielversprechend. Und die Nachfrage dürfte weiter steigen – vor allem wegen des Einweg-Plastik-Verbots, das im Juli 2021 in Kraft tritt.

Unternehmertum ist Verantwortung
Jürgen Ludwig stehend vor dem Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer © Thomas Neu

Manche Dinge haben in der Biotonne nichts verloren. Doch auch sogenannte Störstoffe kann man wiederverwenden, ist Jürgen Ludwig, Geschäftsführer des Entsorgerbetriebs Havlog in Heppenheim überzeugt.

Unternehmertum ist Verantwortung
Tobias Lochen mit E-Cargo-Bike vor Wohngebäuden © Klaus Mai

Ein E-Cargo-Bike ist schon praktisch, wenn man mal einen größeren Einkauf mit dem Fahrrad tätigen möchte oder einen Wochenendausflug plant. Doch nicht für jeden lohnt es sich, ein eigenes Lastenrad anzuschaffen. Das Start-up Sigo aus Darmstadt bietet hierfür mit seinem Sharing-Modell eine Alternative.

Unternehmertum ist Verantwortung
Claudia Lässig sitzend auf einer Besuchercouch in einem Büro © Wolfgang Stahr

Es begann mit stilvollen Wickeltaschen, die das Frausein und nicht das Muttersein betonen sollten. Heute ist der Erstausstatter und Kinderbekleidungshersteller Lässig aus Babenhausen international erfolgreich. Der Kern der Marke: schöne und funktionale Produkte zu entwickeln, die man mit gutem Gewissen tragen kann. Nachhaltigkeit geht Lässig dabei nie dogmatisch, sondern immer pragmatisch an.

Matthias Voigt
Bereich: Kommunikation und Marketing
Themen: IHK-Magazin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit