Unterzentren im Wettbewerb

Wie wirtschaftsfreundlich sind Südhessens Unterzentren?

Die IHK Darmstadt hat erstmals alle 27 Unterzentren der Region unter die Lupe genommen und die Ergebnisse in einer Studie zusammengestellt. Ziel ist ein gemeinsames Verständnis wirtschaftsfreundlicher Kommunalpolitik.

Pressemeldung vom 10. Dezember 2021

Raunheim ist spitze, dicht gefolgt von Kelsterbach – mit einigem Abstand folgen Groß-Zimmern, Roßdorf und Babenhausen. „Wichtiger als die Platzierung sind uns die Ergebnisse und Unterschiede bei einzelnen Indikatoren. Auf dieser Basis möchten wir mit den Kommunen eine konstruktive Diskussion über die künftige Entwicklung und eine aktive wirtschaftsfreundliche Standortpolitik führen“, erläutert Robert Lippmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar, den Ansatz des ersten „Unterzentrenrankings“. Die IHK hofft, dass sich auf einer soliden Faktengrundlage die Standortbedingungen für ihre Unternehmen verbessern lassen. „Südhessen ist einer der erfolgreichsten Wirtschaftsräume Europas. Damit das so bleibt, müssen alle Akteure am Ball bleiben und sich immer wieder aktiv mit der Qualität der Standortbedingungen auseinandersetzen“, sagt Lippmann.

30 ökonomische und strukturelle Indikatoren

Die vergleichende Analyse von Kommunen ist bei der IHK Darmstadt inzwischen Routine. Bislang wurden aber lediglich die südhessischen Mittelzentren unter die Lupe genommen, in den letzten 15 Jahren vier Mal. „Die vergleichende Betrachtung hat einen konkreten Mehrwert: Viele Städte haben aus diesem Anlass einen noch intensiveren Dialog mit der IHK gesucht und ihre kommunale Planung deutlicher mit den Interessen der Wirtschaft vor Ort verzahnt“, meint Lippmann mit Blick auf die zurückliegenden Analysen.
Überall dort, wo Unternehmen ihr zuhause haben, lohnt die Auseinandersetzung mit den Standortbedingungen.

Robert Lippmann

Mit der Betrachtung der 27 südhessischen Unterzentren betritt die IHK jetzt Neuland. „Uns ist natürlich bewusst, dass die Kommunen bei einigen Punkten keinen eigenen politischen Handlungsspielraum haben. Bei vielen Dingen können sie aber sehr wohl selbst an den Stellschrauben drehen“, so Lippmann. „Überall dort, wo Unternehmen ihr zuhause haben, lohnt die Auseinandersetzung mit den Standortbedingungen.“

Veranstaltungen in der Region geplant

Die IHK Darmstadt stellte am 9. Dezember 2021 Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern der untersuchten Kommunen das Ranking vor und wird es in den kommenden Wochen in regionalen Formaten präsentieren. Den einzelnen Kommunen steht die IHK darüber hinaus für die Diskussion ihrer Ergebnisse und der zu ziehenden Schlussfolgerungen zur Verfügung.

Hintergrund zur Analyse

Was ist ein Unterzentrum?

Die Einstufung als „Unterzentrum“ nimmt die Landesregierung vor. Dabei spielen beispielsweise die Einwohnerzahl, das Einzugsgebiet und die infrastrukturelle Ausstattung eine wichtige Rolle. Insofern sind die untersuchten Städte formal vergleichbar, was Ausstattung mit Kultur-, Sport-, Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen angeht. Im Bezirk der IHK Darmstadt sind laut Landesentwicklungsplan des Landes Hessen 27 Städte als Unterzentren klassifiziert. Die Unterzentren werden in der Raumplanung beziehungsweise im dreistufigen System der Zentralen Orte nach Oberzentren und Mittelzentren zu den Grundzentren (Unter- und Kleinzentren) gezählt.

Die Indikatoren

Die IHK untersuchte 27 Kommunen der Region nach 30 ökonomischen und strukturellen Indikatoren. Wie attraktiv sind die Unterzentren für die Wirtschaft? Wie sieht es mit Arbeitsplätzen, dem Einzelhandelsangebot und der Ausstattung mit verfügbaren Gewerbeflächen aus? Wo ist das größte Potenzial für Innovationen? Befinden sich die Standortbedingungen für die Wirtschaft auf einem ähnlichen Niveau? Auf diese Fragen gibt das „Unterzentrenranking“ der IHK Darmstadt eine Antwort. In die Untersuchung einbezogen wurde auch die Versorgung mit schnellem Internet in Gewerbe- und Wohngebieten. Insgesamt trägt die Untersuchung dazu bei, positive und negative Standortfaktoren zu erkennen, um so Schwachstellen beheben zu können.

Kontakt

Dr.Peter Kühnl
Dr. Peter Kühnl
Bereich: Unternehmen und Standort
Themen: Wirtschaftspolitik, Konjunktur, Statistik