Krieg und Sanktionen

IHK-Vollversammlung rechnet mit erheblichen Folgen für die regionale Wirtschaft

Der Krieg in der Ukraine und seine massiven Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft waren Thema in der Sitzung der IHK-Vollversammlung am 8. März. „Wir sind alle bestürzt und entsetzt über den Angriff Russlands auf die Ukraine. Nichts rechtfertigt diesen sinnlosen Krieg mit vielen Opfern und großem menschlichen Leid. Deshalb gibt es in breiten Kreisen der regionalen Wirtschaft auch großes Verständnis dafür, dass die Politik mit harten und wirksamen Sanktionen gegen Russland reagiert“, sagte Matthias Martiné, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt.

Pressemitteilung vom 9. März 2022

Er geht davon aus, „dass die ökonomischen Auswirkungen des Krieges auch die südhessische Wirtschaft in ihrer Breite“ treffen werden. Auch wenn die wirtschaftlichen Folgen im Detail noch schwer absehbar sind, sei klar, „dass sie erheblich sein werden“, so Martiné. Denn es drohe eine neuerliche massive Störung der Lieferketten und ein weiterer deutlicher Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten, unter denen die Unternehmen heute schon stark leiden. „Auch der Mittelstand ohne direkte Wirtschaftsbeziehungen zu Russland oder in die Ukraine wird von diesen Effekten betroffen sein. Die hohen Preise für Energie und Rohstoffe waren bereits bei unserer IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn das am meisten genannte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, sagte der IHK-Präsident. Er erneuert seine Forderung an die Politik, dem Beispiel etlicher europäischer Länder zu folgen und die in den Energiepreisen enthaltenen Steuern und staatlichen Abgaben zumindest temporär spürbar zu senken.
Die Handelsbeziehungen zu Russland und der Ukraine machen in der Region weniger als zwei Prozent aus. „In einigen wenigen Härtefällen können dennoch in Südhessen ansässige Unternehmen in ihrer Existenz bedroht sein. Ihnen und allen betroffenen Unternehmen versucht die IHK mit ihrem Beratungsangebot so gut es geht zu helfen“, sagte Martiné. Zudem habe die Bundesregierung Hilfen für die durch Sanktionen gegen Russland direkt oder indirekt betroffenen Unternehmen angekündigt.

Viele Unternehmen helfen bei Versorgung mit Hilfsgütern

Als einen Lichtblick sieht Martiné die enorme Hilfsbereitschaft, die in ganz Deutschland, so auch in Südhessen für die vielen geflüchteten Ukrainer herrscht. Viele Unternehmen aus der Region Darmstadt Rhein Main Neckar helfen bereits bei der Versorgung mit Hilfsgütern und versuchen, bei der Aufnahme von Geflüchteten zu unterstützen. Von Firmen bereitgestellte Busse transportierten Versorgungsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze und bringen Geflüchtete auf dem Rückweg mit.

Rasche Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen

Die IHK Darmstadt will gemeinsam mit den anderen IHKs in Deutschland sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) Flüchtlingen aus der Ukraine eine rasche Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen. „Zunächst geht es um Aufnahme und Unterbringung Geflüchteter, schon bald wird aber auch die Frage nach Ausbildung und Beschäftigung relevant werden“, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführer Robert Lippmann. „Angesichts der zu erwartenden hohen Zahl an Vertriebenen begrüßen wir die Entscheidung auf EU-Ebene ausdrücklich, den Betroffenen nicht nur einen schnellen Zugang zu einem Aufenthaltstitel, sondern auch einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewähren. Die damit mögliche Integration in den regionalen Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Schritt und schafft Perspektiven für viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Dafür brauchen wir jetzt eine möglichst unbürokratische Umsetzung.
Die  IHK Darmstadt hat Informationen zusammengefasst, wie Unternehmen und ihre Mitarbeitenden helfen können. Auch eine Übersicht über die Sanktionen wird stetig aktualisiert. In Social Media finden Sie weitere IHinweise unter den Hashtags #WirtschaftHilft und #UnternehmenVerantwortung.
Patrick Körber
Geschäftsbereichsleiter, Pressesprecher
Bereich: Kommunikation und Marketing