IHK-Vollversammlung

Industriestandort braucht bessere Rahmenbedingungen

Die Industrie stellt eine der wichtigsten Branchen der Wirtschaft in Südhessen dar. Aber die Rahmenbedingungen für die Betriebe werden immer schwieriger. In den jetzt verabschiedeten „Industriepolitischen Positionen“ benennt die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, was sich ändern muss, damit der Industriestandort Südhessen zukunftssicher bleibt.

Pressemeldung vom 1. Dezember 2021

Technologieorientierte und innovationsstarke Branchen wie Informationstechnologie, Chemie, Pharma, Automatisierung und Automotive sind stark in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar vertreten. Die Region profitiert erheblich von diesem produktiven Kern. Auch in der Pandemie erwies sich die innovative und stark aufgestellte Industrie als Stabilitätsanker. 25 Prozent der Beschäftigten in Südhessen arbeiten in der Industrie, rechnet man die industrienahen Dienstleister noch dazu, sind es sogar 35 Prozent, das bedeutet etwa 185.000 Arbeitsplätze.
„Das Netzwerk Industrie in Südhessen steht für eine Bruttowertschöpfung von 14 Milliarden Euro. Die Industrie schafft Wohlstand, aber das ist kein Selbstläufer“, sagt Christian Jöst, Vizepräsident der IHK Darmstadt und neu gewählter Vorsitzender des Ausschusses Industrie, Forschung und Innovation der IHK. „Neben aktuellen Problemen wie den Engpässen bei dringend benötigten Vorprodukten und den hohen Energiepreisen sind es seit Jahren schlechter werdende Rahmenbedingungen, die den Industriestandort gefährden“, stellt der Geschäftsführer der Jöst Abrasives GmbH in Wald-Michelbach fest. Planungsprozesse werden immer komplizierter und Flächen für Erweiterungen oder Neubau werden immer mehr zur Mangelware. Jöst mahnt: „Wollen wir in der Industrie den Green Deal schaffen, müssen wir bei Genehmigungen schneller werden und vor allem brauchen wir Flächen. In Gewerbegebieten aus den sechziger Jahren wird die Produktion der Zukunft schwierig.“
Die Industrie schafft Wohlstand, aber das ist kein Selbstläufer.

Christian Jöst

In dem nun von der IHK-Vollversammlung verabschiedeten Papier „Industrie schafft Wohlstand – Industriepolitische Positionen der IHK Darmstadt“ steht zusammengefasst, wo den südhessischen Betrieben der Schuh drückt und wo die Politik aktiv werden muss, damit die Industrie weiter wie bislang zur Wertschöpfung beitragen kann. „Klimaschutz, Digitalisierung und der Fachkräftemangel sind die drängendsten Herausforderungen. Dafür benötigen die Unternehmen optimale Standortbedingungen“, fordert der IHK-Vizepräsident.

Fünf zentrale Themenblöcke herausgearbeitet

In ihren „Industriepolitischen Positionen“ hat die IHK fünf Themenblöcke herausgearbeitet, die von entscheidender Bedeutung für die künftige Entwicklung der Unternehmen sind. Zu jedem Thema sind in dem Papier Forderungen formuliert, mit denen die IHK im nächsten Jahr in Gespräche mit der Politik auf lokaler, regionaler und landesweiter Ebene gehen wird.

Beteiligungsprozess zum Positionspapier

Dem Positionspapier „Industrie schafft Wohlstand – Industriepolitische Positionen der IHK Darmstadt“ vorausgegangen ist ein umfangreicher Beteiligungsprozess, bei dem die IHK-Mitgliedsbetriebe die Möglichkeit hatten, an der Ausgestaltung mitzuwirken. Etwa über die Teilnahme an fünf Umfragen zu zentralen Themen wie Umwelt und Energie, Fachkräfte oder Innovationen. Die Ergebnisse der Umfragen zeigen, wie sich die Rahmenbedingungen für die Industrie und industrienahe Dienstleister weiterentwickeln müssen, damit die Region als Standort attraktiv bleibt.
Die Wirtschaftsinitiative PERFORM hat gemeinsam mit Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion in einer Umfrage Industrieunternehmen zu ihren Erwartungen an die nächste Bundesregierung befragt. Die Ergebnisse lesen Sie hier.

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Dr.Daniel Theobald
Dr. Daniel Theobald
Geschäftsbereichsleiter
Bereich: Unternehmen und Standort