Darmstadt und Südhessen brauchen funktionierende Verkehrsinfrastruktur
Der Neubau der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt soll sich auf unbestimmte Zeit verzögern. Dr. Daniel Theobald, Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort der IHK Darmstadt, kommentiert die Entwicklungen.
Dr. Daniel Theobald, IHK-Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort
„Die Ankündigung, dass sich der Neubau der Rheinstraßenbrücke auf unbestimmte Zeit verschieben soll, ist für Darmstadt und Südhessen ein herber Rückschlag. Die Situation ist kompliziert: Auf der einen Seite steht das Ziel, den Bahnverkehr auf einer der wichtigsten Schienenachsen – mit Strahlkraft weit über Darmstadt hinaus – möglichst wenig zu beeinträchtigen. Auf der anderen Seite stehen die Interessen rund um Darmstadt, wo Berufspendlerinnen und -pendler schon seit Jahren mit den Einschränkungen rund um die Brücke leben müssen. Die nun abgesagten Sperrzeiten standen bislang in engem Zusammenhang mit den geplanten Sanierungsmaßnahmen auf der Main-Neckar-Bahn, um die Einschränkungen zu minimieren. Wenn sich nun einseitig etwas an diesem Plan ändert, darf das nicht zu einem Stillstand führen.
Unternehmen sowie Pendlerinnen und Pendler brauchen Klarheit darüber, wie es weitergeht.Dr. Daniel Theobald
Insofern lohnt der Blick in die Nachbarschaft auf ein anderes prominentes Brückenprojekt: die Zeller Brücke an der B 45 bei Bad König im Odenwaldkreis. Natürlich unterscheiden sich die beiden Fälle, allein schon, weil die dortige Bahnstrecke viel weniger befahren wird. Trotzdem fällt es schwer zu verstehen, warum sich die positiven Erfahrungen rund um das von Staatsminister Mansoori ausgerufene Odenwaldtempo nicht auch in Darmstadt machen lassen. Bestimmt wäre das nicht nur mein ausdrücklicher Wunsch. Zumindest aber kann man vom Ersatzneubau der Zeller Brücke lernen, worauf es im Dilemma um die Rheinstraßenbrücke nun ankommt: Es gilt, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um einen belastbaren Zeitplan zu erarbeiten. Unternehmen sowie Pendlerinnen und Pendler brauchen Klarheit darüber, wie es weitergeht. Planungssicherheit ist die Grundlage für Akzeptanz. Und diese Akzeptanz der Betroffenen wird es umso mehr brauchen, sollte auch die Straßenbahn von heute auf morgen nicht mehr über die Brücke fahren dürfen.
Dass gar keine Züge mehr unter der Brücke fahren dürfen und Darmstadt vom Schienenverkehr abgeschnitten ist, darf jedoch auf keinen Fall passieren. Darmstadt ist das wirtschaftliche Zentrum Südhessens und steht für Forschung und Technologie auf höchstem Niveau – Stadt und Region brauchen eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur.“
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Julia van Lottum
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Kommunikation und Marketing
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