Was ist zu tun?

Brexit: Informationen für Unternehmen

Ein Brexit Deal ist in letzter Minute ausgehandelt worden. Unabhängig vom Handelsabkommen wird das Vereinigte Königreich wie ein Drittland behandelt. Das bedeutet, dass Unternehmen, die in das Vereinigte Königreich liefern Zollanmeldungen und andere Formalitäten zu erledigen haben.

Aktuelle wichtige Informationen

  • Die britische Regierung hat am 28. April 2022 die erneute Verschiebung von noch ausstehenden Zollmaßnahmen bei der Einfuhr bekannt gegeben. Statt wie bisher geplant zum 1. Juli 2022 sollen die bislang noch nicht umgesetzten Maßnahmen jetzt erst Ende 2023 in Kraft treten wie folgende Aufstellung zeigt:
    Datum bisher
    Datum neu
    Maßnahme
    1.7.2022
    Ende 2023
    Sicherheitserklärungen (ESumA) für sämtliche Einfuhren
    1.7.2022
    Ende 2023
    Bescheinigungs- und Warenkontrollen für:
    • alle verbleibenden regulierten tierischen Nebenprodukte
    • alle regulierten Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
    • sämtliches Fleisch und Fleischerzeugnisse
    • alle übrigen risikobehafteten Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs

    1.7.2022
    Ende 2023
    Verlagerung der Einfuhrkontrollen von Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen mit hoher Priorität vom Bestimmungsort auf ausgewiesene Grenzkontrollstellen (Border Control Posts, BCP)
    1.7.2022
    Ende 2023
    Einfuhrkontrollen von lebenden Tieren an ausgewiesenen Grenzkontrollstellen (Border Control Post, BCP)
    1.9.2022
    Ende 2023
    Bescheinigungen und Warenkontrollen für alle Molkereiprodukte
    1.11.2022
    Ende 2023
    Bescheinigungen und Warenkontrollen für alle übrigen regulierten Produkte tierischen Ursprungs, einschließlich zusammengesetzter Produkte und Fischprodukte.
  • Vollständige Zollerklärungen und -kontrollen werden dagegen, wie bereits angekündigt, am 1. Januar 2022 eingeführt.
  • Die geltenden Anforderungen an Lebensmitteleinfuhren nach Großbritannien werden im Detail auf den Seiten der Germany Trade und Invest erläutert.
  • UKCA-Kennzeichnung: Anwendungfrist bis 1. Januar 2023 verlängert. Die Vorgaben zur UKCA-Kennzeichnung traten am 1. Januar 2021 in Kraft. Bisher war der 1. Januar 2022 Stichtag für die Umstellung von CE- auf das UKCA-Zeichen für den Warenvertrieb in UK.  Am 24. August 2021 wurde entschieden, dass die CE-Kennzeichnung noch bis  Anfang 2023 verwendet werden kann. Ausgenommen sind Medizinprodukte. Die offizielle Informationen der britischen Regierung sowie die Liste der betroffenen Waren finden Sie hier.
  • Brexit/TCA EU-UK: Vorsicht bei der Verwendung der „Gewissheit des Einführers“ als Präferenznachweis bei Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich. Der Zoll weist erneut auf die richtige Verwendung von Präferenznachweisen im Rahmen des EU-UK-Handels- und Kooperationsabkommens (Trade and Cooperation Agreement = TCA) sowie die diesbezüglichen Codierungen in Zollanmeldungen hin. Bei Falschcodierungen drohen erhebliche Nacherhebungen von Zöllen.
  • Der Zoll erinnert an die Erfordernis der  EORI-Nummer (Economic Operators´ Registration and Identification number) bei Einfuhr aus dem Vereinigten Königreich.
    Seit dem 1. Januar sind alle Wareninfuhren aus dem VK zollrechtlich abzufertigen. Voraussetzung für eine Zollanmeldung sind unter anderem eine Warenbeschreibung und die Angabe der EORI-Nr. des Empfängers.
  • Die britische Regierung hat einen Leitfaden für Speditionsunternehmen und gewerbliche Fahrer veröffentlicht, die Waren zwischen Großbritannien (England, Schottland und Wales) und der Europäischen Union befördern.

Informationsangebote

Der deutsche Zoll stellt Unternehmen umfassende Informationen für den zukünftigen Warenhandel mit dem Vereinigten Königreich zur Verfügung. Hier finden Sie Informationen des deutschen Zoll zum Handels- und Kooperationsabkommen.
Die Europäische Kommission hat über das Europe-Direct-Kontaktzentrum einen zentralen Service für alle Fragen im Zusammenhang mit den künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich eingerichtet. Über diese Kontaktstelle können Sie Ihre Fragen per Telefon oder per E-Mail stellen, in allen 24 EU-Sprachen.
Die Zentrale Auskunft der Zollverwaltung steht Unternehmen telefonisch sowie per E-Mail zur Beantwortung von allgemeinen Anfragen zum Brexit Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Großbritannien veröffentlicht Zolltarif

Die britische Regierung hat ihre Zolltarife veröffentlicht, die ab dem 1. Januar 2021 für alle Staaten gelten, die keine Freihandelsabkommen mit dem UK haben. In den meisten Bereichen orientiert sich das UK dabei an den EU-Zöllen. Hier finden Sie The UK Global Tariff" der britischen Regierung.

Exportkontrolle

Ab dem 1. Januar 2021 gilt das Vereinigte Königreich auch in exportkontrollrechtlicher Hinsicht als Drittland. Aus exportkontrollrechtlicher Sicht hat dies zur Folge, dass Lieferungen in das Vereinigte Königreich inklusive Nordirland als Ausfuhren, und nicht mehr als Verbringungen, anzusehen wären. Entsprechend entstehen neue Genehmigungsplichten.

Kompetenzzentrum Großbritannien

Das Kompetenzzentrum Großbritannien der IHK Pfalz wird von Herrn Frank Panizza betreut.

Weiterführende Links

  • Der DIHK informiert monatlich in seinen “Brexit-News” rund um das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU
  • Brexit-Special Webseite der Germany Trade and Invest (GTAI) finden Sie hier.
  • Trader Support Service (TSS) der britischen Regierung bietet Unternehmen Hilfe, um bei Zollformalitäten zu unterstützen. Die GTAI bietet zu dem Service Informationen.
Stand: Januar 2022