Brandenburger Touristiker im Aufwind
Die Geschäftslage der Tourismuswirtschaft in Brandenburg hat sich im Herbst 2026 verbessert. Unternehmen bewerten sie positiver als im Vorjahr. Auch die Umsätze entwickeln sich erfreulich. Gleichzeitig blicken die Touristiker mit Zurückhaltung auf die kommenden zwölf Monate. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKs) Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg unter Brandenburger Tourismusbetrieben.
„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Brandenburger Tourismuswirtschaft trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen insgesamt positiv entwickelt. Die verbesserte Geschäftslage und die stabile Investitionsbereitschaft sind Signale in die richtige Richtung. Gleichzeitig müssen Betriebe bei den weiterhin hohen Kosten schnell entlastet und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, erklärt Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam für die Brandenburger IHKs.
Den ausführlichen Bericht mit allen Grafiken finden Sie im Artikel Tourismusumfrage
Geschäftslage: Deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr
Der Geschäftslagesaldo erreicht im Herbst 2026 plus 16 Punkte und damit den höchsten Wert seit Herbst 2024 (Vorjahr: plus 9 Punkte). Auch die Umsatzentwicklung fällt positiver aus: 29 Prozent der Unternehmen berichten von steigenden Umsätzen, im Vorjahr waren es 15 Prozent. Besonders gut beurteilen die Beherbergungsbetriebe ihre Situation. 45 Prozent bewerten ihre Geschäftslage als gut, lediglich acht Prozent als schlecht. Auch die Gastronomie holt auf: Der Geschäftslagesaldo verbesserte sich deutlich von minus 24 auf minus 3 Punkte.
Erwartungen: Unternehmen bleiben vorsichtig
Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind überwiegend zurückhaltend. Der Erwartungssaldo liegt bei minus 28 Punkten. 59 Prozent der Unternehmen rechnen mit gleichbleibender Geschäftsentwicklung, 34 Prozent erwarten eine Verschlechterung und sechs Prozent eine Verbesserung. Im Vergleich zu den Jahren 2022 bis 2024 zeigt sich ein optimistischerer Ausblick, wenngleich die aktuellen Erwartungen verhaltener sind als 2025. Im Gastgewerbe planen 51 Prozent der Betriebe höhere Preise.
Investitionen: Betriebe bleiben aktiv
Die Investitionsbereitschaft der Brandenburger Tourismuswirtschaft bleibt im Vergleich zum Frühsommer stabil. 53 Prozent der Unternehmen planen Investitionen. 19 Prozent wollen ihre Investitionsausgaben erhöhen, lediglich sieben Prozent planen geringere Ausgaben. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Ersatzbedarf, den 74 Prozent der investierenden Unternehmen nennen. Zugleich gewinnen Investitionen in den Umweltschutz an Bedeutung: 29 Prozent geben dieses Motiv an, ein Plus von 7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Auch Kapazitätserweiterungen spielen mit 36 Prozent eine wichtige Rolle.
Risiken: Hohe Kosten bleiben größte Herausforderung
Die größten Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung sind die Energie- und Rohstoffpreise (83 Prozent), Arbeitskosten (80 Prozent), die aktuelle Wirtschaftspolitik (64 Prozent) und die Inlandsnachfrage (39 Prozent).
Personal: Fachkräftesituation entspannt sich etwas
Die Beschäftigungserwartungen der Branche bleiben zurückhaltend. Der Beschäftigungssaldo liegt bei minus 21 Punkten und hat sich gegenüber dem Vorjahr (minus 24 Punkte) nur leicht verbessert. Mit nur noch 35 Prozent ist der Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko für Unternehmen im Ranking stark gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit 2022; im Vorjahr waren es noch 55 Prozent. Dennoch können 30 Prozent der Betriebe offene Stellen längerfristig nicht besetzen (im Vorjahr 38 Prozent). Gefragt sind Einsteiger und Fachkräfte gleichermaßen. 53 Prozent haben keinen Personalbedarf.
Die Konjunkturumfrage wurde vom 14. September bis 2. Oktober 2026 durchgeführt.
Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.