Konjunkturumfrage Chemnitz im Herbst 2026
Die Wirtschaft im Kammerbezirk Chemnitz zeigt im Herbst 2026 erste Stabilisierungstendenzen. Die aktuelle Geschäftslage wird etwas besser bewertet als noch im Frühjahr. Von einer nachhaltigen Erholung kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Die Unternehmen bewegen sich nach wie vor in einem Umfeld aus schwacher Nachfrage, hohen Kosten und großer Unsicherheit.
Besonders die mangelnde Nachfrage belastet viele Betriebe. Hinzu kommen hohe Arbeits-, Energie- und Kraftstoffkosten sowie bürokratische Anforderungen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beeinträchtigen. Entsprechend zurückhaltend fallen die Investitions- und Personalplanungen aus. Viele Unternehmen konzentrieren sich auf das Notwendige und verschieben wachstumsorientierte Vorhaben.
Auch die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben überwiegend pessimistisch. Zwar zeigen einzelne Indikatoren leichte Verbesserungen, ein selbsttragender Aufschwung ist jedoch nicht erkennbar. Die Unternehmen vermissen weiterhin verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und Impulse für Investitionen und Wachstum.
Umso wichtiger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Sachsens konsequent zu stärken. Erforderlich sind weniger Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung. Die Unternehmen sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Sie brauchen dafür jedoch politische Entscheidungen, die Wachstum ermöglichen statt bremsen.
Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage zeigen: Die regionale Wirtschaft verfügt weiterhin über starke unternehmerische Substanz. Damit daraus wieder Wachstum und Beschäftigung entstehen können, müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spürbar verbessert werden.
- Konjunkturelle Situation im Herbst 2026
Stabilisierung auf niedrigem NiveauDie regionale Wirtschaft zeigt im Herbst 2026 erste Stabilisierungstendenzen. Die aktuelle Geschäftslage wird besser eingeschätzt als im schwachen Frühjahr und auch besser als in der Vorjahresumfrage. Damit verbessert sich der Lagesaldo gegenüber dem Frühjahr um zehn Punkte und zum Vorjahr um vier Punkte und liegt damit deutlich über der Nulllinie.Der gemeinsame Geschäftsklimaindex von HWK und IHK, der gleichrangig sowohl die Einschätzungen zur aktuellen Lage als auch zu den Geschäftserwartungen abbildet, steigt nach einem schwachen Frühjahr erneut leicht auf aktuell 94 Punkte. Im Vorjahresvergleich zeigt sich, dass die Lagebewertungen nahezu konstant geblieben sind (aktuell 8 Punkte), sich die Erwartungen aber um 2 Zähler verbessert haben. Die Prognosen fallen demnach etwas besser aus als im Vorjahr, aber die pessimistischen Stimmen überwiegen weiterhin deutlich. Keiner der befragten Wirtschaftszweige (IHK und Handwerk) weist einen positiven Prognosesaldo auf. Die Unternehmen und Handwerksbetriebe sehen sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber, die sich deutlich in den pessimistischen Erwartungen für die kommenden Monate niederschlagen.Dies sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK und HWK Chemnitz, an der sich rund 1.200 Unternehmen mit mehr als 33.000 Mitarbeitern aus Industrie, Bau, Handwerk, Dienstleistungsgewerbe, Handel, Gastronomie- und Tourismus und Güterverkehr beteiligten.Die Lagebewertungen der Handwerksbetriebe haben sich im Vergleich zum Frühjahr positiventwickelt, stehen jedoch anhaltend pessimistischen Erwartungen gegenüber. Dadurch verbleibt der HWK-Geschäftsklimaindex bei 105 Punkten, nachdem er in der Vorjahresumfrage noch 98 Punkte betrug.Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt auf 90,2 Punkte und liegt damit deutlich über dem Wert der Vorumfrage sowie leicht über dem Vorjahresniveau. Die wirtschaftliche Dynamik bleibt jedoch schwach. Die Unternehmen bewegen sich weiterhin in einem Umfeld aus verhaltener Nachfrage, hohen Kosten und geringer Investitionsbereitschaft.Geschäftsklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz und der Handwerkskammer (HWK) Chemnitz
- Geschäftslage und Erwartungen
LageeinschätzungenDie Lageeinschätzungen fallen gegenüber dem Frühjahr etwas besser aus. Besonders Dienstleister und Teile des Gastgewerbes berichten von einer verbesserten Situation. Die Industrie bleibt dagegen deutlich belastet. Rückläufige Auftragseingänge, schwache Umsätze und eine geringe Auslastung vieler Betriebe verhindern eine breitere Erholung.Im Handwerk ist das Lagebarometer auf 28 Punkte angestiegen, nachdem es im Herbst 2025 noch 18 Punkte betragen hatte. Dies resultiert besonders aus den Angaben des Bereichs Ausbau.(Salden aus prozentualen Anteilen positiver und negativer Urteile)Entwicklung der GeschäftserwartungenDie Erwartungen bleiben überwiegend negativ. Lediglich zehn Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage innerhalb der nächsten zwölf Monate. 29 Prozent erwarten dagegen eine Verschlechterung. Der Erwartungssaldo verbessert sich zwar gegenüber dem Frühjahr, bleibt mit minus 19 Punkten jedoch deutlich negativ.Die zurückhaltenden Erwartungen spiegeln sich auch in den qualitativen Rückmeldungen wider. Viele Unternehmen berichten von fehlender Planungssicherheit und einer zunehmenden Unsicherheit über die zukünftigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Wiederholt werden hohe Arbeits- und Energiekosten, regulatorische Anforderungen sowie die schwache Nachfrage als Begrenzungsfaktoren für Investitionen und Wachstum genannt.Im Handwerk sind die Erwartungen uneinheitlich, haben sich aber kaum weg von der pessimistischen Vorjahresumfrage entwickelt. Immerhin 78 Prozent gehen von einer gleichbleibenden oder besseren Entwicklung aus, im Vorjahr waren das noch 79 Prozent.(Salden aus prozentualen Anteilen positiver und negativer Urteile)
- Investitionen & Personalplanungen
InvestitionenDie Investitionsbereitschaft geht weiter zurück. Der Investitionssaldo verringert sich erneut. Ersatzbeschaffungen dominieren weiterhin die Investitionsmotive deutlich vor Erweiterungsinvestitionen.Im Handwerk verbleiben die Investitionsplanungen auf dem sehr schwachen Niveau der Vorjahresumfrage.PersonalplanungenAuch die Beschäftigungsplanungen bleiben negativ. Acht Prozent der Unternehmen planen Personalaufbau, 26 Prozent erwarten einen Beschäftigungsabbau. Die Unternehmen reagieren damit auf die schwache Konjunktur und die anhaltende Kostenbelastung.Der Fachkräftemangel verliert im Risikoranking weiter an Bedeutung. Gleichzeitig gewinnen Arbeitskosten und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung für die Personalplanung an Gewicht. Im Handwerk entspricht der negative Saldo der Personalplanungen dem Verhältnis in der Gesamtwirtschaft.Die größten Risiken für die Unternehmen bleiben hohe Arbeitskosten, Energiepreise und Kraftstoffpreise. Ebenfalls von hoher Bedeutung sind die schwache Inlandsnachfrage und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.Die Freitextantworten verdeutlichen insbesondere die Bedeutung bürokratischer Belastungen. Zahlreiche Unternehmen verweisen auf steigende Dokumentations-, Melde- und Berichtspflichten sowie komplexe Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren. Ebenso häufig werden hohe Energie- und Kraftstoffpreise sowie steigende Arbeitskosten genannt. Viele Betriebe sehen darin inzwischen größere Belastungen als den Fachkräftemangel, dessen Bedeutung gegenüber früheren Umfragen weiter zurückgegangen ist.
Die wirtschaftliche Entwicklung in Südwestsachsen zeigt sich in den einzelnen Branchen unterschiedlich. Verschiedene wirtschaftliche Rahmenbedingungen und branchenspezifische Entwicklungen prägen die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen der Unternehmen. Ein Überblick über die Situation und die Perspektiven der regionalen Wirtschaft.
- Industrie
Branche bleibt unter DruckDer Lageindex des Verarbeitenden Gewerbes verbessert sich gegenüber dem Vorjahr auf -4 Saldenpunkte, bleibt damit aber weiterhin im negativen Bereich. Die Auftragslage ist nach wie vor schwach, die Kapazitätsauslastung vieler Unternehmen niedrig. Rückläufige Umsätze belasten die Ertragslage zusätzlich.Auch die Beschäftigung entwickelt sich weiter rückläufig. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage werden durch die amtliche Statistik bestätigt: In den Industriebetrieben mit 50 und mehr Beschäftigten der Region Chemnitz lag die Zahl der tätigen Personen von Januar bis Juli 2026 im Durchschnitt um rund 5.100 Personen bzw. 5,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders betroffen sind der Fahrzeug- und Maschinenbau, die weiterhin unter einer schwachen Nachfrage und strukturellen Herausforderungen leiden.Das Risikoranking unterstreicht die angespannte Situation. Die Inlandsnachfrage und die Arbeitskosten zählen inzwischen zu den wichtigsten Geschäftsrisiken. Gleichzeitig haben Fachkräfteengpässe im Vergleich zu früheren Jahren deutlich an Bedeutung verloren. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie steigende Arbeitskosten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich.In den Freitextantworten verweisen zahlreiche Unternehmen auf zunehmende Wettbewerbsnachteile gegenüber internationalen Standorten. Genannt werden vor allem hohe Energie- und Arbeitskosten, wachsende regulatorische Anforderungen sowie Unsicherheiten infolge von Handelskonflikten und möglichen Zollmaßnahmen.Die Geschäftserwartungen bleiben entsprechend verhalten. Zwar verbessert sich der Erwartungssaldo gegenüber dem Vorjahr, liegt mit -16 Punkten jedoch weiterhin deutlich im negativen Bereich. Nur wenige Unternehmen rechnen mit einer Belebung des Exportgeschäfts, während viele Betriebe weiterhin von rückläufigen Auslandsumsätzen ausgehen. Eine nachhaltige Erholung der Industrie ist damit derzeit nicht absehbar.
- Verkehr & Logistik
Keine Trendwende in SichtDie Geschäftslage in der Verkehrs- und Logistikbranche bleibt angespannt. Zwar fällt die Lagebewertung etwas besser aus als vor einem Jahr, der Anteil negativer Einschätzungen bleibt jedoch hoch. Besonders im Güterverkehr berichten viele Unternehmen von rückläufigen Umsätzen und einer schwachen Auftragslage. Aufgrund ihrer engen Verflechtung mit Industrie, Bau und Handel reagiert die Branche besonders sensibel auf die anhaltende Konjunkturschwäche.Zu den größten Geschäftsrisiken zählen weiterhin die Arbeitskosten und die Kraftstoffpreise. Die Unternehmen stehen seit Jahren unter erheblichem Kostendruck. In den Freitextantworten werden zudem hohe Lohnnebenkosten sowie zunehmende regulatorische Anforderungen als zentrale Belastungen genannt. Gleichzeitig wirkt sich die schwache Entwicklung wichtiger Kundenbranchen unmittelbar auf die Transportnachfrage aus.Auch strukturelle Herausforderungen bestehen fort. Der Fahrermangel bleibt ein zentrales Problem, während das Durchschnittsalter der Beschäftigten weiter steigt. Im Personenverkehr erhöhen hohe Personal- und Betriebskosten zusätzlich den wirtschaftlichen Druck.Die Personalerwartungen bleiben deutlich negativ. Viele Unternehmen rechnen mit einem weiteren Beschäftigungsabbau. Auch die Geschäftserwartungen fallen im Branchenvergleich besonders pessimistisch aus. Aufgrund geringer Auftragsbestände und hoher Kosten ist kurzfristig keine nachhaltige Verbesserung der Lage zu erwarten.
- Bauindustrie
Verhaltene StabilisierungDie Bauwirtschaft zeigt gegenüber dem Frühjahr leichte Stabilisierungstendenzen. Mit einem Geschäftslagesaldo von +6 Punkten bleibt die aktuelle Lage zwar positiv, hat sich gegenüber früheren Umfragen jedoch spürbar abgeschwächt. Auftragseingänge und Umsätze entwickeln sich weiterhin verhalten. Stützend wirkt die vergleichsweise hohe Auslastung vieler Betriebe, insbesondere im Bereich der Infrastrukturprojekte.Die Erwartungen an zusätzliche Impulse aus dem Sondervermögen und öffentlichen Investitionen bleiben zurückhaltend. Gleichzeitig belastet die anhaltende Schwäche im Wohnungsbau die Branche. Zwar zeigen die Baugenehmigungen in Sachsen erste Erholungstendenzen, das Niveau liegt jedoch weiterhin deutlich unter früheren Vergleichswerten.Zu den größten Herausforderungen zählen hohe Arbeits-, Energie- und Materialkosten sowie bürokratische Hürden. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen lagen die Baupreise im Mai 2026 um 5,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Darüber hinaus werden in den Freitextantworten langwierige Genehmigungs- und Förderverfahren häufig als Investitionshemmnis genannt.Die Beschäftigung entwickelt sich vergleichsweise stabil, zusätzliche Einstellungen sind jedoch nur selten geplant. Auch die Umsatz- und Geschäftserwartungen bleiben negativ. Eine nachhaltige Erholung hängt daher wesentlich von einer Belebung des Wohnungsbaus und einer Verstetigung öffentlicher Investitionen ab.
- Dienstleistungsgewerbe
Stabilisator der regionalen WirtschaftDie Dienstleistungswirtschaft bleibt die tragende Säule der regionalen Konjunktur. Mit einem Geschäftslagesaldo von +19 Punkten erreicht sie erneut den besten Wert aller Branchen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Vorsprung jedoch verringert. Während 34 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut bewerten, beurteilt mittlerweile rund jeder siebente Betrieb die Situation negativ.Die Umsatzentwicklung bleibt trotz des positiven Lagebildes verhalten. Viele Unternehmen berichten von einer nachlassenden Nachfrage. Auch die amtliche Statistik weist bei den unternehmensnahen Dienstleistungen zuletzt nur moderate reale Zuwächse aus, während die Beschäftigung leicht rückläufig war.Für die kommenden zwölf Monate bleiben die Erwartungen zurückhaltend. Nur wenige Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Die Inlandsnachfrage zählt weiterhin zu den wichtigsten Geschäftsrisiken. Da viele Dienstleister eng mit Industrie und Bauwirtschaft verbunden sind, reagieren sie sensibel auf deren anhaltende Schwäche.Diese Entwicklung zeigt sich zunehmend auch am Arbeitsmarkt. Zwar überwiegen Unternehmen mit stabilen Beschäftigtenzahlen, gleichzeitig berichten viele Betriebe von rückläufigen Belegschaften. Die Personalerwartungen bleiben leicht negativ, sodass kurzfristig kaum positive Beschäftigungsimpulse zu erwarten sind.
- Handel
Konsum bleibt die SchwachstelleDer Handel leidet weiterhin unter einer zurückhaltenden Konsumneigung und der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der Geschäftslagesaldo verbessert sich gegenüber dem Vorjahr leicht auf -22 Punkte, verbleibt jedoch deutlich im negativen Bereich. Nahezu neun von zehn Unternehmen beschreiben das Kaufverhalten ihrer Kunden weiterhin als zurückhaltend.Die Konsumstimmung hat sich zuletzt zwar etwas aufgehellt, von einer nachhaltigen Belebung kann jedoch nicht gesprochen werden. Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten führen weiterhin dazu, dass Verbraucher größere Ausgaben vermeiden.Der Großhandel spürt darüber hinaus die Schwäche von Industrie und Bauwirtschaft besonders deutlich. Die rückläufige Nachfrage belastet Umsatz- und Ertragsentwicklung. Gleichzeitig sehen sich die Unternehmen mit steigenden Beschaffungs- und Betriebskosten konfrontiert. Die Großhandelspreise lagen im August 2026 um 6,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, wobei insbesondere Energieprodukte und Vorleistungsgüter teurer wurden.Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben entsprechend verhalten. Zwar haben sich die Geschäftserwartungen leicht verbessert, eine nachhaltige Trendwende ist bislang jedoch nicht erkennbar.
- Gastgewerbe & Tourismus
Erholung mit FragezeichenDie Geschäftslage im Gastgewerbe und Tourismus hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Der Geschäftslagesaldo steigt auf +9 Punkte, allerdings zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Teilbranchen. Während Beherbergungsbetriebe und Reiseveranstalter von einer stabileren Nachfrage profitieren, bleibt die Situation vieler Gastronomiebetriebe angespannt.Ursachen sind neben der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit vor allem die sinkende Kaufkraft und ein verändertes Konsumverhalten. Viele Verbraucher gehen seltener auswärts essen, wählen preisgünstigere Angebote oder verzichten auf Zusatzkäufe. Gleichzeitig belasten hohe Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten die Betriebe.Die touristische Entwicklung fällt insgesamt positiv aus. Von Januar bis Juli 2026 stiegen die Gästezahlen in Sachsen gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent, die Zahl der Übernachtungen um 1,4 Prozent. Besonders Hotels garnis sowie Ferienwohnungen und Ferienhäuser verzeichneten Zuwächse. Innerhalb Südwestsachsens zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: Während Erzgebirge und Vogtland profitieren konnten, gingen Ankünfte und Übernachtungen in der Region Chemnitz-Zwickau zurück.Trotz guter Sommermonate und zusätzlicher Impulse, etwa durch die Kulturhauptstadt, bleibt die Umsatzentwicklung insgesamt durchwachsen. Die amtliche Statistik weist zwar nominale Zuwächse aus, real liegen die Umsätze jedoch weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Besonders die Gastronomie leidet unter Kaufzurückhaltung und steigenden Kosten.Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben entsprechend gedämpft. Nur rund jeder zehnte Betrieb rechnet mit steigenden Umsätzen. Der Prognosesaldo liegt bei -31 Punkten, die Beschäftigungserwartungen bei -10 Punkten. Arbeitskosten sowie Energie- und Rohstoffpreise zählen weiterhin zu den größten Geschäftsrisiken. Trotz einer verbesserten aktuellen Lage bleibt die Branche damit anfällig für eine schwache Konsumnachfrage und anhaltende Kostenbelastungen.
Herausgeber:
Industrie- und Handelskammer Chemnitz
Straße der Nationen 25
09111 Chemnitz
Handwerkskammer Chemnitz
Limbacher Straße 195
09116 Chemnitz
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