PM 19 | 29.05.2026
Recipharm wird Komplettstandort
Eine hochautomatisierte Verpackungslinie hat das Zwickauer Recipharm-Werk vor wenigen Tagen in Betrieb genommen: Durch die Produktionserweiterung kann der Auftragshersteller fester Arzneimittel bis zu 10 Millionen Packungen jährlich direkt an Kunden ausliefern.
Werkleiterin Tina Stölzel verdeutlicht:
„Vom Einkauf bis zum Fertigprodukt bilden wir jetzt die gesamte Wertschöpfungskette ab.“
Werkleiterin Tina Stölzel
Rund 60 verschiedene Arzneimittel produziert das Zwickauer Werk im 3-Schicht-System, darunter das Präparat „Ferro“ gegen Eisenmangel, das Herzmedikament Pentalong® sowie innovative Arzneimittel gegen Epilepsie und Krebs. Seit 2020 zur schwedischen Recipharm-Gruppe zugehörig, fertigen 240 Mitarbeiter jährlich rund zwei Milliarden Tabletten für Vertriebsregionen in Europa, Asien und Amerika.
Die Verpackung von Tabletten, Kapseln, Pellets erfolgte bisher am 500 Kilometer entfernten Recipharm-Standort Monheim am Rhein. Von dort stammt die nach Zwickau umgesetzte Verpackungslinie; eine zweite folgt bis Jahresende. Während sich die westdeutsche Schwestergesellschaft stärker auf Sekundär-Verpackungen (Pflaster, Flaschen, Ampullen, Spritzen) fokussiert, baut Zwickau seine Stellung als Hochvolumen-Hersteller für feste Darreichungsformen aus.
1,8 Millionen Euro hat Recipharm Zwickau für die Produktionserweiterung unter Reinraumbedingungen investiert. Bis zu 500 Tabletten, Kapseln oder Dragees pro Minute kann die „Blisteranlage mit Kartonierer“ einzeln in kleine Kunststoffblasen einschweißen und mit einer dünnen Alufolie versiegeln. Das spart Transportkosen von 200 Tonnen loser Ware jährlich ein, erhöht Flexibilität, stärkt Ertragskraft.
Zwickau ist gut aufgestellt, unterstreicht die Diplom-Chemikerin, die seit 30 Jahren dem Standort die Treue hält:
„Ziel ist es, zusätzliche Produkte am Markt zu generieren, Entwicklungskompetenzen zu verstärken, mit Kunden Produkte zur Marktreife zu bringen. Wir werden weiter wachsen, auch personell.“