PM 43 | 15.10.2026
Federn Schmidt: 100 Jahre unter Spannung
Ob in Maschinen, Fahrzeugen oder elektrischen Geräten - technische Metallfedern verrichten meist unbemerkt ihre Arbeit und sind doch unverzichtbar. In der Federn Schmidt Glauchau GmbH entstehen sie seit 100 Jahren.
„Mit jedem Bauteil ist ein Stück Entwicklung verbunden“,
begründet Geschäftsführer Tobias Schmidt das erfolgreiche Wirken der Traditionsfirma.
Damit aus einfachem Federstahl hochpräzise technische Federn werden – die Kräfte speichern, Bewegungen dämpfen oder elektrische Kontakte halten – sind Akribie, Fachwissen und Technik gefragt. Beim Rundgang durch die 600 Quadratmeter große Produktion, vorbei an vielen verschiedenen Maschinen und Arbeitsstationen, erläutert der Firmenchef einzelne Fertigungsschritte: beginnend mit dem Richten, Winden und Wickeln über Abschneiden und Wärmebehandlung bis hin zum Schleifen der Federenden.
Elektroanlagenbauer, Druck- und Sondermaschinenproduzenten sowie Zweiradersatzteilhersteller vertrauen dem Unternehmen nicht nur die Herstellung technischer Federn aus Draht an. Auch Blechfertigung, Entwicklung und die Montage von Baugruppen gehören zum Leistungsspektrum. Sieben Mitarbeiter sind hauptsächlich für deutsche Auftraggeber tätig. Darüber hinaus steckt ihr Know-how auch in Endprodukten, die in Frankreich, Italien, Österreich, Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz vermarktet werden.
Im Gespräch: Tobias Schmidt, IHK-Geschäftsführer Torsten Spranger und Glauchaus Oberbürgermeister Marcus Steinhart (v. l.).
Ein Kunde, Stoßdämpferhersteller aus dem Vogtland, wurde bereits von Firmengründer Erich Schmidt beliefert. Tobias Schmidt erinnert sich an abenteuerliche Erzählungen seines Urgroßvaters, der als junger Mann bis nach Südamerika und Südafrika reiste und Arbeitserfahrungen sammelte. Die Leistungen seines Vaters Peter Schmidt, der den Betrieb 1993 übernahm und in der noch neuen Marktwirtschaft etablierte, hebt der Unternehmer besonders hervor. Er selbst – seit 2012 in der Firma, seit 2019 Geschäftsführer – durchlebt herausfordernde Zeiten.
Hohe Energiekosten, steigende Materialpreise sowie neue Anbieter aus Süd- und Osteuropa sowie Asien setzen die Branche unter Druck, schildert der Maschinenbau-Ingenieur (TU Dresden). Mit Qualität, Flexibilität und Kundennähe behaupte sich das Team: „Wir fertigen die einzelne Anlasser-Feder für einen Oldtimer im August-Horch-Museum sowie fünfstellige Stückzahlen für Vertragspartner.“
Nach einem Jahrhundert Unternehmensgeschichte hält der 44-Jährige am Anspruch fest, technische Lösungen zu schaffen, die im Verborgenen wirken, aber unabdingbar sind.