PM 84 | 03.11.2026
Ausbildungsmarktbilanz im Landkreis Mittelsachsen
Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen bleibt grundsätzlich hoch. Dennoch zeichnet sich im Jahr 2026 nach mehreren Wachstumsjahren eine Abschwächung am Ausbildungsmarkt ab.
Erstmals seit 2021 ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sowie der aktiven Ausbildungsunternehmen rückläufig. Zum Stichtag 30. September 2026 wurden 748 neue Ausbildungsverträge registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von sieben Prozent. Mehr als 530 IHK-Unternehmen bieten Ausbildungsplätze in über 100 anerkannten IHK-Berufen an. Auch hier ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen.
Welche Berufe sind beliebt? Die technische Ausbildung, insbesondere die Metalltechnik, setzt auch weiterhin stabile Impulse in der dualen Ausbildung. Besonders nachgefragt sind Berufe wie Mechatroniker und Industriemechaniker. Auch bei den Kaufmännischen Berufen gibt es positive Entwicklungen – so hat sich die Anzahl der Industriekaufleute von 2023 bis 2026 fast verdoppelt.
Auch Ausbildungsberufe im Handel, wie der Verkäufer, Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement und Automobilkaufleute, sind konstant auf einem hohen Niveau. Diese Schwerpunkte spiegeln die Wirtschaftsstruktur der Region wider. Im Landkreis nehmen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und im Handel einen Schwerpunkt ein.
Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der dualen Berufsausbildung leisten zudem die regionalen Berufsschulen und Verbundausbildungspartner wie die LTB Lichtenberg und der Berufsausbildungs-Förderverein Brand-Erbisdorf e. V. Diese unterstützen die Unternehmen bei der Fachkräftesicherung wirksam und stellen eine wesentliche Voraussetzung für die Qualitätssicherung der Ausbildung dar.
„Unsere Unternehmen investieren auch in herausfordernden Zeiten in die Ausbildung junger Menschen. Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Mittelsachsen. Dass die Zahl der Ausbildungsverträge erstmals seit mehreren Jahren zurückgeht, macht deutlich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen, eine starke Berufsorientierung und leistungsfähige Berufsschulen und Verbundpartner für die Fachkräftesicherung sind",
sagt Dr. Cindy Krause, Geschäftsführerin der IHK Chemnitz Regionalkammer Mittelsachsen.