PM 69 | 15.09.2026
Industrie verliert binnen eines Jahres über 5.000 Arbeitsplätze
Die anhaltende Industrieschwäche trifft Südwestsachsen hart: In den ersten sieben Monaten 2026 sind Beschäftigung, Betriebszahlen und Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe weiter zurückgegangen.
Besonders unter Druck stehen mit Fahrzeug- und Maschinenbau zwei zentrale Säulen der regionalen Wirtschaft.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen beschäftigten die Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten in der Region Chemnitz von Januar bis Juli 2026 insgesamt 89.584 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang um 5.067 Beschäftigte beziehungsweise 5,4 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der erfassten Industriebetriebe von 575 auf 549.
Auch die Umsatzentwicklung bleibt verhalten. Mit 18,2 Milliarden Euro lag der Gesamtumsatz der Industrie um 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders deutlich fallen die Rückgänge im Landkreis Zwickau aus.
Fahrzeug- und Maschinenbau bleiben die größten Sorgenkinder der regionalen Industrie: Der Umsatz sank um 8 bzw. 6,1 Prozent, die Beschäftigung um 9,8 bzw. 6 Prozent. Positive Impulse kommen dagegen aus der Metallerzeugung und -bearbeitung (+40,5 Prozent) sowie aus Chemie und Baustoffindustrie. Sie reichen jedoch nicht aus, um die Schwäche der Leitbranchen auszugleichen.
Südwestsachsen bleibt trotz der schwierigen Lage ein stark international ausgerichteter Industriestandort. Die Exportquote lag in den ersten sieben Monaten bei 40,5 Prozent. Bei Vorleistungsgütern wurde rund jeder dritte Euro im Ausland erwirtschaftet, bei Investitionsgütern nahezu jeder zweite.
„Unsere Industrie steckt weiterhin in schwerem Fahrwasser. Schwache Nachfrage, hohe Energie- und Arbeitskosten, Zollbarrieren und geopolitische Unsicherheiten setzen die Unternehmen gleichzeitig unter Druck. Besonders der deutliche Beschäftigungsabbau bereitet uns große Sorge. Um Investitionen und industrielle Wertschöpfung in der Region zu halten, braucht es endlich bessere Standortbedingungen und mehr wirtschaftspolitische Verlässlichkeit“,
sagt Martin Witschaß, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Chemnitz.
Kennzahlen Januar bis Juli 2026 (Region Chemnitz)
- Beschäftigte:
89.584 (-5,4 Prozent bzw. -5.067 Personen) - Industriebetriebe:
549 (-4,4 Prozent) - Gesamtumsatz Industrie:
18,2 Mrd. Euro (-1,6 Prozent) - Exportquote:
40,5 Prozent (-1,5 Prozent) - Fahrzeugbau:
Umsatz -8,0 Prozent, Beschäftigung -9,8 Prozent - Maschinenbau:
Umsatz -6,1 Prozent, Beschäftigung -6,0 Prozent - Metallerzeugung/-bearbeitung:
Umsatz +40,5 Prozent