PM 65 | 31.08.2026

IHK Chemnitz lädt zum zehnten Wirtschaftsschutzforum ein

Die geopolitischen Rahmenbedingungen für Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Cyberangriffe, Energiepreisschwankungen, internationale Konflikte, Handelshemmnisse und Risiken für kritische Infrastrukturen stellen insbesondere mittelständische Unternehmen vor neue Herausforderungen.
Wie Betriebe ihre Widerstandsfähigkeit stärken und sich auf Krisenszenarien vorbereiten können, steht im Mittelpunkt des 10. Wirtschaftsschutzforums der IHK Chemnitz am 3. September 2026.
„Resilienz ist heute ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Unternehmen müssen sich nicht nur gegen Cyberkriminalität schützen, sondern auch auf Störungen in Energieversorgung, Lieferketten oder Kommunikationsnetzen vorbereitet sein“, erklärt die IHK Chemnitz. Das Wirtschaftsschutzforum greift aktuelle Bedrohungslagen auf und zeigt praxisnahe Lösungsansätze für mehr unternehmerische Sicherheit und Krisenvorsorge.
Vorgestellt wird der Cyberangriff auf ein Unternehmen aus dem Erzgebirge, dessen Auswirkungen exemplarisch verdeutlichen, welche wirtschaftlichen Schäden digitale Angriffe verursachen können. Gleichzeitig berichten Unternehmensvertreter über ihre Erfahrungen mit stark schwankenden Energiepreisen und den daraus resultierenden Anforderungen an ein modernes Risikomanagement. Diese Praxisperspektiven werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutiert.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie. Die neuen regulatorischen Anforderungen verpflichten zahlreiche Unternehmen dazu, ihre Cybersicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und auszubauen. Welche Vorgaben künftig gelten und wie sich Unternehmen organisatorisch und technisch darauf vorbereiten können, erläutert die Transferstelle Cybersicherheit in einem Fachvortrag.
Darüber hinaus rücken Fragen der Krisenvorsorge zunehmend in den Fokus. Blackout-Szenarien, Ausfälle kritischer Infrastrukturen oder Störungen der Energieversorgung gelten längst nicht mehr als theoretische Risiken. Unternehmen müssen heute Antworten darauf finden, wie Produktion, Kommunikation und Lieferfähigkeit auch unter außergewöhnlichen Bedingungen aufrechterhalten werden können. Das Forum beleuchtet deshalb die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen möglicher Netzausfälle und gibt Impulse für ein wirksames Business-Continuity-Management.
Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und einer zunehmend unsicheren Sicherheitslage gewinnt zudem die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Verteidigungsindustrie an Bedeutung. Welche Rolle Unternehmen künftig im Rahmen der gesamtgesellschaftlichen Sicherheitsvorsorge einnehmen und welche Auswirkungen der Operationsplan Deutschland auf die Wirtschaft haben kann, wird mit Vertretern des Landeskommandos Sachsen und weiterer Experten diskutiert.
Das Wirtschaftsschutzforum richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, Sicherheitsverantwortliche sowie Führungskräfte aller Branchen. Neben aktuellen Informationen zur Sicherheitslage in Sachsen bietet die Veranstaltung die Möglichkeit zum Austausch mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und Bundeswehr. Ziel ist es, die Unternehmen der Region dabei zu unterstützen, ihre wirtschaftliche und organisatorische Resilienz nachhaltig zu stärken.