PM 61 | 18.08.2026
Wasserstoffanbindung auf Verteilnetzebene in Aussicht
Das Wasserstoffbündnis Region Chemnitz hat am 18. August 2026 rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Energieversorgung, Verwaltung und Politik zu seinem dritten Jahrestreffen in der IHK Chemnitz begrüßt.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen beim Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft, die künftige Versorgung der Region sowie der Austausch zwischen den beteiligten Akteuren.
Seit seiner Gründung Anfang 2024 verfolgt das Bündnis das Ziel, die Wasserstoffbedarfe der regionalen Wirtschaft sichtbar zu machen und zugleich die Voraussetzungen für eine verlässliche Wasserstoffversorgung in der Region zu schaffen. Das erneut hohe Interesse am Jahrestreffen zeigt die Bedeutung des Themas für die Unternehmen in Südwestsachsen.
Perspektive für die regionale Wasserstoffversorgung
Einen zentralen fachlichen Impuls gab Pascal Gödicke von der inetz GmbH. Er stellte aktuelle Überlegungen zur künftigen Wasserstoffversorgung der Region Chemnitz vor. Im Fokus steht dabei die mögliche Anbindung der Wasserstoffkernnetzleitung OPAL, die künftig durch Mittelsachsen verlaufen soll, an ein regionales Verteilnetz.
Damit könnte eine Perspektive entstehen, die Region Chemnitz künftig über die Verteilnetzebene mit Wasserstoff zu versorgen. Zwar ist Chemnitz nach den derzeitigen Planungen nicht unmittelbar an das bundesweite Wasserstoffkernnetz angebunden. Die geplante Infrastruktur eröffnet jedoch einen möglichen Weg, Wasserstoff auch für Unternehmen in der Region verfügbar zu machen.
Die dafür erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen sollen nach den vorgestellten Planungen bis 2029 umgesetzt werden. Für die regionale Wirtschaft wäre dies ein wichtiger Baustein, um künftig auf Wasserstoff als klimafreundlichen Energieträger zugreifen und Transformationsvorhaben in energieintensiven Branchen vorantreiben zu können.
Wasserstoff zum Anfassen
Einen besonderen Blickfang gab es bereits vor dem Gebäude der IHK Chemnitz: Ein wasserstoffbetriebener FEScell-Lkw zeigte, wie Wasserstofftechnologie bereits heute für die klimafreundliche Mobilität eingesetzt werden kann.
Das Fahrzeug basiert auf einer Entwicklung aus Zwickau und verbindet Wasserstoff- mit Brennstoffzellentechnologie. Im Betrieb entstehen dabei lokal keine CO₂-Emissionen. Der Lkw steht damit beispielhaft für technologische Ansätze, die insbesondere im Schwerlastverkehr und in der Logistik künftig eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung spielen können.
Die Präsentation stieß bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großes Interesse und bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gespräche über konkrete Einsatzmöglichkeiten von Wasserstofftechnologien in Unternehmen.
Vernetzung als Schlüssel für den Hochlauf
Neben den fachlichen Impulsen stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt des Jahrestreffens. Die Veranstaltung machte deutlich, wie eng Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Energieversorger und öffentliche Institutionen inzwischen beim Thema Wasserstoff zusammenarbeiten.
Das Wasserstoffbündnis Region Chemnitz versteht sich dabei als Plattform für Information, Vernetzung und gemeinsame Interessenvertretung. Ziel bleibt es, die regionalen Bedarfe zu bündeln, Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen und gemeinsam die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Wasserstoffwirtschaft in Südwestsachsen zu schaffen.
„Die regionale Wirtschaft braucht Klarheit darüber, wann und wo Wasserstoff verfügbar sein wird. Die Perspektive einer Anbindung auf Verteilnetzebene ist deshalb ein wichtiges Signal für Unternehmen, die ihre Energieversorgung transformieren und Investitionen langfristig planen müssen“,
so das Wasserstoffbündnis Region Chemnitz.