PM 55 | 28.07.2026
DIHK-Ausbildungsumfrage 2026
Auswertung Region Chemnitz
Die Online-Erhebung, an der sich 2019 IHK-Mitgliedsunternehmen der Region Chemnitz (darunter ein Drittel Industriebetriebe) beteiligt haben, zeichnet ein differenziertes Bild. Faktoren wie mangelnde Ausbildungsreife und Kompetenzmängel bei Schulabgängern behindern das Ausbildungsgeschehen, während auf dem Arbeitsmarkt dringend qualifizierte Fachkräfte benötigt werden. Andererseits belegt die Umfrage, dass die Betriebe zur dualen Ausbildung stehen und die Mehrheit ihre Absolventen in Beschäftigung übernehmen.
Die Einzelauswertung der DIHK-Ausbildungsumfrage 2026 für die Region zeigt, dass IHK-Ausbildungsbetriebe zur dualen Ausbildung stehen. Die befragten Unternehmen haben im vergangenen Jahr durchschnittlich vier Lehrstellen angeboten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen konnte jedoch nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Hauptgrund dafür war, dass keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.
Nach der Ausbildung übernehmen mehr als die Hälfte der Betriebe (51,02 Prozent) die Jugendlichen in ein festes Arbeitsverhältnis. Der am häufigsten genannte Grund für eine Nichtübernahme ist, dass Auszubildender und Betrieb über die Ausbildung hinaus nicht zusammenpassen.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen strukturelle Ausbildungshindernisse, vor allem einen Mangel an Grundkompetenzen von Schulabsolventinnen und -absolventen. Fast 90 Prozent der Firmen (88,44 Prozent) stellen Mängel in der Ausbildungsreife fest.
Jeder vierte Betrieb stellt häufige Mängel beim Arbeits- und Sozialverhalten fest – vor allem mit Blick auf die Belastbarkeit – sowie bei den kognitiven Kompetenzen. Darüber hinaus beobachten etwa drei von zehn Betrieben häufige Defizite bei Mathe, wirtschaftlichem Grundwissen oder Deutsch. Jeder fünfte Betrieb sieht Lücken im Bereich der Naturwissenschaften.
Jeder vierte Betrieb stellt häufige Mängel beim Arbeits- und Sozialverhalten fest – vor allem mit Blick auf die Belastbarkeit – sowie bei den kognitiven Kompetenzen. Darüber hinaus beobachten etwa drei von zehn Betrieben häufige Defizite bei Mathe, wirtschaftlichem Grundwissen oder Deutsch. Jeder fünfte Betrieb sieht Lücken im Bereich der Naturwissenschaften.
Gleichzeitig sind drei von vier Betrieben, die Mängel feststellen, offen für solche Auszubildende mit Startschwierigkeiten. Die Betriebe unterstützen sie beispielsweise mit dem Angebot von Nachhilfe.
Die Ergebnisse bestätigen ein Muster: Während sich der Mangel an Bewerbungen in den vergangenen vier Jahren etwas abgeschwächt hat, bleibt der Mangel an geeigneten Bewerbungen das mit Abstand größte Besetzungshindernis. Mehr als ein Drittel der Betriebe mit Besetzungsschwierigkeiten geben dies als Hürde an. Dies ist ein klarer Indikator für qualifikatorische Passungsprobleme – neben dem Nichtantritt von Ausbildungsstellen (5 Prozent) und den immer häufiger genannten Vertragslösungen kurz nach Ausbildungsstart (4 Prozent).
„Die duale Ausbildung bleibt das Rückgrat der Fachkräftesicherung in unserer Region. Auch unter schwierigen Bedingungen investieren die Unternehmen in den Fachkräftenachwuchs. Dass viele Betriebe Ausbildungsplätze nicht besetzen können, liegt weniger am fehlenden Angebot als an einem Mangel geeigneter Bewerbungen. Deshalb müssen wir die Ausbildungsreife und die berufliche Orientierung junger Menschen weiter stärken“,
sagt Gabriele Hecker, Geschäftsführerin Bildung der IHK Chemnitz.