PM 34 | 18.05.2026
IHKs loben Stipendium für angehende Berufsschullehrer aus
Gegen den zunehmenden Lehrkräftemangel an beruflichen Schulen in Sachsen setzen die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) ein deutliches Signal: Die IHK Dresden, die IHK zu Leipzig und die IHK Chemnitz haben gemeinsam ein Stipendienprogramm für angehende Berufsschullehrkräfte gestartet.
Im Mittelpunkt steht dabei eine gezielte finanzielle Unterstützung für Studierende, die sich frühzeitig für den Lehrerberuf an berufsbildenden Schulen entscheiden.
„Mit dem Stipendienprogramm wollen wir für mehr Öffentlichkeit und für die Attraktivität des Studiums der Berufspädagogik werben. Über Lehrermangel im Allgemeinen wird hinlänglich berichtet. Dass an Berufsschulen ein mindestens ebenbürtiges Fachkräfteproblem besteht, fällt dabei oft aus dem Fokus. Zu Unrecht, denn der Berufsschullehrerberuf wird von vielen Pädagogen als sehr erfüllend bewertet. Leider fällt das Profil häufig auch aus der Studienberatung heraus. Mit unserem Stipendienangebot wird sich das ändern“,
sagt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.
Das Stipendium richtet sich an Studierende des Lehramts an berufsbildenden Schulen ab dem fünften Semester - insbesondere in den gewerblich‑technischen Fachrichtungen. Sie erhalten monatlich 500 Euro – eine spürbare Entlastung in einer Studienphase, in der Praxisaufenthalte, Prüfungen und Abschlussarbeiten zusätzlich finanziell fordern. Mit der Förderung wollen die Kammern die Attraktivität des Berufsschullehramts steigern.
Das Programm ist als vierjähriges Pilotprojekt angelegt und umfasst zwei Förderrunden mit Start im Wintersemester 2026/27 sowie 2027/28. Pro Durchlauf vergibt jede der drei sächsischen IHKs jeweils drei Stipendien. Neben der finanziellen Förderung profitieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten vom Aufbau eines Netzwerks sowie von der Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Unternehmen für das verpflichtende Berufspraktikum.
Darüber hinaus versteht sich das Stipendium als Investition in die Zukunft der beruflichen Bildung: Die Geförderten wirken als Botschafterinnen und Botschafter des Berufsschullehramts, engagieren sich in der Studien- und Berufsorientierung und bringen ihre Erfahrungen in die bildungspolitische Arbeit ein.
Bewerbungen für die erste Förderrunde sind noch bis zum 30. Juni 2026 möglich.