PM 19 | 12.03.2026

Kraftstoffpreis: IHK Chemnitz fordert Senkung von Steuern und Abgaben

Der Krieg im Nahen Osten trifft auch unsere Region. Zur Begrenzung der Kraftstoffpreise plant die Bundesregierung, einen Teil der Ölreserven des Landes freizugeben.
„Wir begrüßen diese Maßnahme. Die klar befristete und zielgerichtete Freigabe strategischer Ölreserven federt Preisspitzen ab“,
sagt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.
„Deutschland macht Energie durch hohe Steuern und Abgaben überdurchschnittlich teuer. Statt zeitlich begrenzter Preisbremsen fordern wir seit langem hier eine Anpassung, die langfristig wirkt und Wettbewerbsnachteile in der EU reduziert – und jetzt umso mehr! Die Energiesteuer muss auf den EU‑Mindestsatz gesenkt werden. Ferner sollte die nationale CO₂‑Bepreisung ausgesetzt werden. Sie benachteiligt unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Diese Maßnahmen würden langfristig helfen, unsere Unternehmen zu stabilisieren und zudem die Menschen in der Region spürbar entlasten.“
Die Belastung durch steigende Kraftstoff- und Gaspreise kommt in unserer Region schnell, breit und tief an:
Speditions- und Logistikgewerbe geraten durch die deutliche Erhöhung der Dieselpreise besonders stark unter Druck. Jeder Preisanstieg wirkt sich unmittelbar auf Kostendeckung und Preisgestaltung aus.
Industrieunternehmen mit Gasbedarf sind mittelfristig erheblich gefordert. Selbst temporäre Preisspitzen können die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Steigende Gaspreise schlagen zudem zeitversetzt auf den Strompreis durch.
Kleine und mittlere Unternehmen melden eine wachsende Planungsunsicherheit – Energie lässt sich kaum verlässlich kalkulieren.
Pendlerkosten belasten Stimmung und Kaufkraft und wirken damit zusätzlich auf die regionale Wirtschaft.
Im Kammerbezirk Chemnitz gehören aktuell folgende Bereiche zu den am stärksten belasteten Branchen:
  • Speditions‑ und Logistikgewerbe, insbesondere Unternehmen ohne Preisgleitklauseln – darunter Taxis, Busbetriebe, Kurierdienste, ambulante Pflegedienste. Hier schlagen steigende Dieselpreise sofort und ungefiltert durch.
  • Industriebetriebe und Großhändler mit hohen Logistikkosten oder stark verzweigten Lieferketten. Transport- und Frachtkosten steigen deutlich und belasten Margen sowie Termintreue.
  • Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in den Nahen Osten, die aktuell mit Lieferverzögerungen, höheren Transportversicherungen und zunehmender Unzuverlässigkeit internationaler Routen rechnen müssen.
  • Energieintensive Unternehmen, die kurzfristig Gas oder Strom am Spotmarkt beschaffen müssen und besonders empfindlich auf Preisausschläge reagieren.
  • Konsumnahe Branchen, insbesondere Handel und Gastronomie, die eine spürbare Kaufzurückhaltung wahrnehmen.
  • Grundsätzlich alle Unternehmen und privaten Haushalte, die mittelfristig steigende Preise für Gas und Strom zu tragen haben.

Bedeutung gestoppter LNG-Exporte

Obwohl Deutschland nicht direkt von LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängt, hat der Lieferstopp Folgen für die Märkte. Die Ausfälle verschärfen die globale Angebotsknappheit und erhöhen Beschaffungsrisiken. Europa muss auf alternative Lieferländer ausweichen – bei ohnehin hoher weltweiter Nachfrage.
Für die regionale Wirtschaft bedeutet eine längere Blockade der Straße von Hormus: anhaltend hohe und volatile Gaspreise, die Investitionsentscheidungen und Planbarkeit zusätzlich erschweren. Zudem befindet sich der derzeitige Gasspeicherfüllstand auf einem historisch tiefen Niveau. Die derzeit steigenden Preise führen möglicherweise dazu, dass eine Befüllung über den Sommer nicht in ausreichendem Maße stattfinden kann.

Steuern und Abgaben in Deutschland viel zu hoch

Energiesteuern und CO2-Abgaben sind in Deutschland viel zu hoch, das fällt uns in Krisenzeiten auf die Füße. Deshalb müssen jetzt endlich Steuern und Abgaben auf Energie gesenkt werden. Die Senkung der Energiesteuer auf den EU-Mindestsatz und die Aussetzung der nationalen CO₂-Bepreisung zur unmittelbaren Entlastung der Energiepreise sind aus Sicht der IHK Chemnitz kurzfristig hilfreich.